Kultur & Dokumentation

Benediktinerinnenkloster ‒ Traunkirchen

Pfarramt
Klosterplatz 1
4801 Traunkirchen

Gründer/Stifter
Otakar, Markgraf von Steier
 
Geschichte

Urkundliche Zeugnisse für das Frauenkloster Traunkirchen sind erst ab 1181 überliefert, die Gründung dürfte jedoch bereits in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts durch Otakar, Markgraf von Steier, erfolgt sein. Als wahrscheinliches Muttterkloster gilt die Abtei Nonnberg. Das Kloster trug, ebenso wie der Nonnberg, Merkmale eines adeligen Damenstifts. In der Reformationszeit wandten sich die Nonnen der lutherischen Lehre zu, der Konvent schrumpfte zusammen. 1570 wurde das Kloster vom Klosterrat für vazierend erklärt und 1572 für ein Darlehen dem Prälatenstand überlassen, welcher 1573 die letzte Äbtissin absetzte. Die Abteien Kremsmünster und Wilhering adminstrierten den Klosterbesitz, Versuche einer Wiederbelebung als benediktinisches Männerkloster scheiterten. 1622 wurde das Kloster von Ferdinand II. als Dotation den Jesuiten übergeben, die es bis zur Aufhebung des Ordens als Residenz innehatten.

Das Klostergebäude steht heute je zur Hälfte im Eigentum der Pfarre Traunkirchen und der Gemeinde Traunkirchen. Der Gemeindeteil des Klostersgebäudes beherbergt ein Handarbeitsmuseum, eine Klosterstube, ein Bildungszentrum und die vom Quantenphysiker Anton Zeillinger begründete Internationale Akademie Traunkirchen (IAT).

Literatur
  • Karl Amon, Traunkirchen, in: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, Germania benedictina III/3, hg. von Ulrich Faust OSB und Waltraud Krassnig (St. Ottilien 2002) 703–737.
  • Karl Amon, Geschichte des Benediktinerinnenklosters Traunkirchen im Salzkammergut (Diss. Univ. Graz 1949).
Bibliothek

Die Bibliothek des Stiftes bzw. der Jesuitenresidenz Traunkirchen ging nach der Aufhebung der Gesellschaft Jesu verloren. Reste sind in der Oberösterreichischen Landesbibliothek und einige Handschriften in der Österreichischen Nationalbibliothek vorhanden. Eine jesuitische Historia residentiae Traunkirchensis befindet sich in der Jesuitica-Sammlung der Erzabtei Pannonhalma in Ungarn.

Sammlungen

Von der ehemaligen Klosterausstattung sind nur einige Bilder im heute sogenannten „Klostersaal“ erhalten, darunter die Darstellung der Gründungslegende.

Quelle: http://www.akademietraunkirchen.com

Orden: Benediktinerinnen (Ordo sancti Benedicti OSB)
Ordensfamilie: Benediktinische Gemeinschaften, Frauenkongregation
Kirchenrechtliche Einordnung: Institut des geweihten Lebens
Diözese: Diözese Linz

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