Männerorden
Zisterzienserstift Stams
Abt: Cyrill Greiter
Adresse: 6422 Stams, Stiftshof 1
Zisterzienserstift Stams

Allgemeine Informationen zur Ordensgemeinschaft

 

Gründer:in/Stifter:in

Graf Meinhard II. von Görz-Tirol (*1258–†1295)

Geschichte

Das Zisterzienserkloster Stams wurde 1272 von Graf Meinhard II. von Görz-Tirol zum Gedächtnis an den letzten Staufer Konradin als Grablege der Tiroler Landesfürsten gegründet und ein Jahr später besiedelt. Die Barock- und Rokokoausstattung des Klosters stammt aus der Zeit zwischen 1650 und 1750. Eine Klosterschule ist seit dem 17. Jahrhunderts nachweisbar. 1807 wurde das Kloster aufgehoben und 1816 unter Kaiser Franz I. wieder errichtet. 1938 wurde das Stift von den nationalsozialistischen Machthabern erneut aufgehoben. 1945 gab es einen Neubeginn. Wesentlich zur Wiederbelebung der Abtei haben Mönche aus dem Zisterzienser-Kloster Stična (Sittich) in Slowenien beigetragen.

Niederlassungen

  • Priorat Meran

Werke und Pfarren

  • Inkorporierte bzw. vom Stift betreute Pfarren: Stams, Mötz, Obsteig, Sautens
  • Betreuung des Wallfahrtsortes Maria Locherboden
  • Vom Priorat Meran aus seelsorglich betreute Pfarren: Untermais, St.Peter/Gratsch
  • Stiftsgymnasium Meinhardinum Stams mit angeschlossenem Schülerinternat

Publikationen der Ordensgemeinschaft

  • Spektrum. Zeitschrift des Meinhardinums Stams 1.1981–

Literatur

  • 700 Jahre Stift Stams 1273–1973, hg. vom Stift Stams (Stams 1974).
  • Basilika Stams, Restaurierung 1974–1984, hg. vom Stift Stams (Stams 1984).
  • Studia Stamsensia (2 Bde.).
  • Lebersorg Chronik, hg. von Christoph Haidacher (Innsbruck 2000).
  • Stift Stams. Ein Tiroler Juwel mit wechselvoller Geschichte, hg. von Michael Forcher (Innsbruck/Wien 2016).
  • Wo die Engel musizieren, Musik im Stift Stams, Hildegard Herrmann-Schneider (Brixen 2020).

 

Kultur & Dokumentation

Stiftsarchiv

Stiftshof 1
6422 Stams


Kontakt: Karl Palfrader
E-Mail: archiv@stiftstams.at

 

Trotz der zweimaligen Aufhebung sind eine lückenlose Urkundenreihe und die historische Aktenüberlieferung im Stiftsarchiv vorhanden. Bedeutsam ist die historische Archiveinrichtung aus der Barockzeit.

 

Findmittel des Archivs

  • Handschriftliches Altrepertorium vor Ort

Stiftsbibliothek

Stiftshof 1
6422 Stams


Kontakt: P. Johannes Messner 

 

Die Bibliothek umfasst rund 60.000 Bände, 379 Inkunabeln und 60 Handschriften, weiters eine Ex-Libris-Sammlung. Ein eigener Sonderbestand ist das Legat von Josef Hirn von 1917 mit rund 4000 Bänden. Dieser wird im Katalog der Ordensbibliotheken ("KOBi") Katalog der Ordensbibliotheken ("KOBi") katalogisiert.
Bibliotheksbeschreibungen: Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände, armarium.eu und Klosterbibliotheken in Österreich

 

Kataloge der Bibliothek

Literatur zur Bibliothek

  • Adolph von Harnack, Verzeichnis der Handschriften der Bibliothek des Stiftes Stams, in: Xenia Bernardina 2/2 (Wien 1891).
  • Sieglinde Sepp, Neuzeitliche Quellen zur Stamser Bibliotheksgeschichte. Studia Stamsensia, in: Innsbrucker Historische Studien 6 (1984) 81–127.
  • Sieglinde Sepp, Tiroler Bibliotheken und Büchersammlungen des Mittelalters und der frühen Neuzeit als Spiegel der Kulturgeschichte des Landes (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Sonderheft 47, Innsbruck 1980) 113–125.

Musikarchiv

Stiftshof 1
6422 Stams


Kontakt: Hildegard Herrmann-Schneider
E-Mail: rism.hh@musikland-tirol.at

 

Das Musikarchiv von Stift Stams verfügt über etwa 3.000 Musikhandschriften und Musikdrucke, vor allem aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Unikate an Musikhandschriften reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Abt- und Stiftstagebücher enthalten zahllose Notizen zu musikalischen Ereignissen im Kloster.

 

Kataloge des Musikarchivs

  • Einzelnachweise: Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM), Serie A/1 Musikdrucke bis 1800 (Kassel 1971–2012), Musikhandschriften und Musikdrucke: RISM (Répertoire International des Sources Musicales). Bibliothekssigel: A–ST.

Museum Stift Stams

Stiftshof 1
6422 Stams

 

Das Museum Stift Stams ist der Ort der Dokumentation der kulturellen Genese des Stiftes, der wissenschaftlichen Erforschung und konservatorischen Bewahrung des Kulturgutes. Die Kunstsammlung umfasst sakrale Kunst, Messgewänder, Gemälde, Skulpturen, Handzeichnungen, Druckgrafiken, Kunstgewerbe, Möbel, Alltagsgegenstände, Keramiken, Objekte aus Eisen und Glas sowie Bodenziegel und Dekorschnitzereien. Als Schwerkpunkte der Sammlung gelten die Nachlässe von Josef Schöpf (*1745,†1822) mit über 2.770 Studienblättern, Skizzenbüchern und Studienmaterialien aus Gips und Holz und die Künstler Hugo Engl (*1852, †1926), Thomas Riss (*1871, †1959) und Otto Flechtenmacher (*1900, †1982). Das Museum Stift Stams wurde 2017 nach dem Konzept von Fr. Martin Anderl OCist und der Gestaltung durch die Architekten Max Schönherr und Mario Ramoni neu eröffnet. 2023 wurden zwei Bereiche hinzugefügt, die den "zweiten Stifter" Erzherzog Maximilian III. und den Maler des Spätbarocks, Josef Schöpf aus Telfs (*1745, †1822), thematisieren. 

 

Literatur zu den Sammlungen

  • Maria Krall, Textilkunst in den Tiroler Stiften Stams, Wilten und St. Georgenberg-Fiecht (Diss. Univ. Innsbruck 1986).
  • Josef Franckenstein, Kunsthandwerk und Kleinkunst, in: Basilika Stams, Restaurierung 1974–1984, hg. vom Stift Stams (Stams 1984) 92–104.

Kirchenrechtliche Angaben

Orden: Zisterzienser (Ordo Cisterciensis OCist)

Ordensfamilie: Benediktinische Gemeinschaften, Mönchsorden, Zisterzienser und Zisterzienserinnen

Kirchenrechtliche Einordnung: Institut des geweihten Lebens, päpstlichen Rechts

Diözese: Diözese Innsbruck