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Männerorden
Augustiner-Chorherrenstift St. Florian
Propst: Dr. Klaus Sonnleitner
Adresse: 4490 St. Florian, Stiftstraße 1
praelatur@stift-st-florian.at
+43 722 48 90 21 3
www.stift-st-florian.at
Stift St. Florian

Allgemeine Informationen zur Ordensgemeinschaft

Gründer:in/Stifter:in

Bischof Altmann von Passau (*1015‒†1091)

Geschichte

Im Jahr 1071 belegte der Passauer Bischof Altmann die Priestergemeinschaft, die am Grab des spätantiken Märtyrers Florian lebte, mit der Chorherrenregel. Im 13. Jahrhundert wurde eine neue Kirche erbaut, 1289 starb die heiligmäßige Inklusin Wilbirg. Unter den Pröpsten Leopold Zehetner und David Fuhrmann erfolgte im 17. Jahrhunderts die barocke Erneuerung der Klosteranlage, führende Architekten waren Carlo Antonio Carlone, Jakob Prandtauer und Johann Gotthard Hayberger.
Die Klosterschule ist seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen und bestand bis zur Säkularisation. 1807 wurde dem Stift die Leitung des Linzer Gymnasiums übertragen (bis 1848), von 1846 bis 1968 bestand eine Hauslehranstalt. Im 19. Jahrhundert begründeten die wissenschaftlichen Arbeiten von Chorherren wie Joseph Chmel und Jodok Stülz die „St. Florianer Historikerschule“.
1941 wurde das Stift durch die Gestapo beschlagnahmt und enteignet. Die ausgewiesenen Chorherren konnten ihr klösterliches Leben im Kloster Pulgarn bei Steyregg fortsetzen. Das ehemalige Heiliggeistkloster, von 1609 bis 1773 Jesuitenniederlassung, war vom Stift 1836 erworben worden.

Werke und Pfarren

Inkorporierte Pfarren

  • St. Florian, Ansfelden, Asten, Attnang, Feldkirchen, Goldwörth, Grünbach, Hargelsberg, Herzogdorf, Hofkirchen, Katsdorf, Kleinmünchen, Kleinzell, Krenglbach, Lasberg, Linz-Ebelsberg, Mauthausen, Niederwaldkirchen, Regau, Ried i. d. Riedmark., St. Gotthard, St. Marienkirchen, St. Martin im Mühlkreis, St. Oswald bei Freistadt, St. Peter am Wimberg, Timelkam, Vöcklabruck, Walding, Wallern, Windhaag

Vom Stift betreute Seelsorgestellen

  • Berg (früher bei Pfarre Ansfelden), Lacken (früher bei Pfarre Feldkirchen), Pichling-St. Paul (früher bei Pfarre Ebelsberg)
  • Im Stift besteht ein Sängerknabeninstitut mit Internat

Publikationen der Ordensgemeinschaft

Stift St. Florian - FLORinside. Die Zeitung der Augustiner Chorherren 1.2010‒

Literatur

  • Ferdinand Reisinger, Katharina Brandes, St. Florian, in: Die bestehenden Stifte der Augustiner-Chorherren in Österrreich, Südtirol und Polen, hg. v. Floridus Röhrig (Klosterneuburg/Wien 1997) 337–384.
  • Welt des Barock. 25. April bis 26. Oktober 1986 im Augustiner Chorherrenstift St. Florian. Oberösterreichischen Landesausstellung 1986, 2 Bde. Red. von Rupert Feuchtenmüller (Linz 1986).
  • St. Florian. Erbe und Vermächtnis. Festschrift zur 900-Jahr-Feier (Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs 10, Wien 1971).
  • Johann Holzinger, Friedrich Buchmayr (Hg.): Augustiner Chorherrenstift St. Florian. Fotos von Constantin Beyer. Regensburg: Schnell und Steiner 2009. (Große Kunstführer Band 239).

 

Kultur & Dokumentation

Stiftsarchiv

Stiftstraße 1
4490 St. Florian


Kontakt: H. Harald R. Ehrl CanReg., Konstantin Putz
E-Mail: bibliothek@stift-st-florian.at

 

Die bestehende Archivordnung wurde im 19. Jahrhundert durch Jodok Stülz realisiert und zeichnet sich durch eine nach dem Vorbild der Urkundenreihe vorgenommene chronologische Reihung der Akten (insg. 146 Kartons) aus, erschlossen durch einen handschriftlichen Katalog. Weiters enthält das Archiv ca. 300 Kartons Archivbestände der Stiftspfarren, 800 buchförmige Archivalien und 2300 Urkunden.

 

Findmittel des Archivs

  • Handschriftliches Repertorium von Jodok Stülz, Mitte 19. Jh.
  • Urkunden: www.monasterium.net

Stiftsbibliothek

Stiftstraße 1
4490 St. Florian


Kontakt: Harald R. Ehrl CanReg., Egbert Bernauer
E-Mail: bibliothek@stift-st-florian.at

 

Die Bibliothek besitzt etwa 150.000 Bände, 952 Inkunabeln und 800 Handschriften; außerdem 50 Bände und 600 Blätter Kartenwerke des 16. bis 20. Jahrhunderts; Exlibris-Sammlung (253 Blätter); Globensammlung. 1930 erwarb die Stiftsbibliothek den Nachlass des Wiener Orientalisten Rudolf Geyer (1861–1929).
Siehe: Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände  und Klosterbibliotheken in Österreich 

 

Kataloge der Bibliothek

  • Elektronischer Bibliothekskatalog vor Ort
  • Institut für Mittelalterforschung/Abteilung Schrift- und Buchwesen (Österreichische Akademie der Wissenschaften): Handschriftenbeschreibungen  und Bibliographie zu den Handschriften 
  • Deutsche Texte des Mittelalters  (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)
  • Handschriftencensus 
  • Handschriften-Mikroverfilmung Hill Museum & Monastic Library  
  • Inkunabelzensus der Österreichischen Nationalbibliothek 

Literatur zur Bibliothek

  • Friedrich Buchmayr, Die Verkäufe von Inkunabeln aus der Stiftsbibliothek St. Florian, in: ...dass die Codices finanziell unproduktiv im Archiv des Stiftes liegen". Bücherverkäufe österreichischer Klöster in der Zwischenkriegszeit. Herausgegeben von Katharina Kaska und Christoph Egger (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung Band 77, Böhlau-Verlag, Wien 2022), 143-160.   
  • Friedrich Buchmayr, The Library of St. Florian, in: Ahmet Ertug und Friedrich Krinzinger (Hg.), Temples of Knowledge: Historical Libraries of the Western World, Istanbul 2009, S. 34-35.
  • Kurt Holter, Bibliothek und Archiv: Handschriften und Inkunabeln, in: Die Kunstsammlungen des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Florian (Österreichische Kunsttopographie, Bd. 48, Wien 1988) 29-92.
  • Albin Czerny, Die Bibliothek des Chorherrnstiftes St. Florian. Geschichte und Beschreibung. Ein Beitrag zur Culturgeschichte Oesterreichs (Linz 1874).

Musikarchiv

Stiftstraße 1
4490 St. Florian


Kontakt: Harald R. Ehrl CanReg., H. Klaus Sonnleitner (Stiftsorganist)
E-Mail: bibliothek@stift-st-florian.at

 

Das Musikarchiv ist Teil der Stiftsbibliothek und gehört zu den bedeutendsten Musiksammlungen. Mit einer zu Beginn des 9. Jahrhunderts im Kloster Mondsee verfassen Neumenhandschrift besitzt das Musikarchiv von St. Florian die älteste musikalische Quelle dieser Art in Österreich. In der barocken Überlieferung sind besonders die musikalischen Werke zu nennen, die im 1730 fertiggestellten Theaters als Teil der humanistischen Erziehung in der Klosterschule aufgeführt wurden.
Anton Bruckner war von 1837 bis 1840 Sängerknabe in St. Florian und von 1845 bis 1855 Stiftsorganist. Die musikalischen Dokumente zum Schaffen Bruckners gehören zu den bedeutendsten Stücken des mehr als 5000 Signaturen umfassenden Musikarchivs. Unter den Stiftskomponisten ist besonders Franz Kropfreiter (1936–2003) zu nennen.

 

Kataloge des Musikarchivs

  • Andreas Linder, Michael Jahn, Die Musikhandschriften des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Florian Bd. 1 und 2. (Veröffentlichungen des RISM-Österreich; Reihe A 2, Wien 2005–2007).

Literatur zum Musikarchiv

  • Andreas Lindner, Musikpflege in den oberösterreichischen Stiften: Aufbau, Organisationsstruktur und Personal vom 17. bis zum 19. Jahrhundert (Veröffentlichungen des RISM-Österreich : Reihe A 9, Wien 2008).
  • Robert Klugseder, Mittelalterliche musikliturgische Quellen und Mensuralfragmente aus dem Augustinerchorherrenkloster St. Florian, Digitalisate online http://www.cantusplanus.at/de-at/austriaca/Florian/index.htm 
  • Klaus Sonnleitner, Soli Deo Gloria. Zum Schafffen Augustinus Franz Kropfreiters. Wien 2022.

Die Kunstsammlungen

Stiftstraße 1
4490 St. Florian

 

Kontakt: Harald R. Ehrl CanReg.
E-Mail: bibliothek@stift-st-florian.at

 

Die Kunstsammlungen des Stiftes St. Florian umfassen

  • Skulpturen und Glasmalerei: Die Skulpturensammlung beinhaltet bedeutende Werke der Gotik, darunter zwei monumentale Darstellungen des hl. Florian aus dem 14. Jahrhundert. Die Glasgemäldesammlung umfasst 42 spätgotische Stücke, darunter hochrangige Stifterscheiben aus der Kartause Gaming und ein seltenes Marienbild aus dem 13. Jahrhundert – vermutlich das einzige erhaltene Kunstwerk aus der gotischen Stiftskirche.
  • Gotische Galerie: Ein Höhepunkt ist der monumentale Sebastiansaltar von Albrecht Altdorfer (vollendet 1518), der als sakrales Hauptwerk des bedeutenden Donauschul-Malers gilt. Insgesamt umfasst die Gotiksammlung rund 100 Tafelbilder des 15. und 16. Jahrhunderts, ergänzt durch Werke von Lukas Cranach und Wolf Huber.
  • Barockgalerie: In den barocken Galerieräumen des Stiftes hängen dicht gereiht Werke österreichischer, italienischer, flämischer und holländischer Meister. Neben Altomonte und Schmidt finden sich Gemälde von Pieter Brueghel d. J., Joos van Craesbeeck oder Canaletto – ein lebendiges Panorama barocker Kunst Europas.
  • Grafiksammlung: Mit rund 10.000 Blättern zählt die Grafiksammlung zu den umfangreichsten Österreichs. Sie reicht von altdeutschen Holzschnitten bis hin zu Reproduktionsgrafiken und Porträts. Der Bestand wurde im 19. Jahrhundert systematisch geordnet und ist bis heute wissenschaftlich bedeutend.
  • Zeitgenössische Kunst - Hans Fronius: Eine eigene Sammlung ist dem österreichischen Künstler Hans Fronius (1903–1988) gewidmet. Seine existentiell geprägten Bildwelten setzen sich intensiv mit biblischen Themen auseinander. Durch eine Schenkung seiner Witwe gelangten zahlreiche Ölbilder und Grafiken in den Besitz des Stiftes. Die Werke sind auf Anfrage im Rahmen einer Führung zugänglich.
  • Schenkung Ponnelle: Im Sommer 2025 erhielt das Stift eine besonders wertvolle Schenkung aus dem Familienbesitz Ponnelle: den schwarz-weißen Entwurf (Kohle auf Pergamentpapier) zu einem Triptychon in Originalgröße (265 × 657 cm) von Jean-Pierre Ponnelle (1932–1988). Ponnelle ist international als Bühnenbildner sowie Theater-, Opern- und Opernfilmregisseur bekannt; der Entwurf steht im Zusammenhang mit einem Auftrag für eine Militärkirche. 
  • Numismatische Sammlung: Das Stift St. Florian besitzt eine der bedeutendsten und umfangreichsten numismatischen Sammlungen Österreichs in Ordensbesitz, welche zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Münzen und Medaillen umfasst.

 

Inventar der Sammlungen

  • Veronika Birke – Rotraud Bauer, Die Kunstsammlungen des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Florian (Österreichische Kunsttopographie 48, Wien 1988).

Literatur zu den Sammlungen

  • Friedrich Kenner, Die Münzsammlung des Stiftes St. Florian in Ober-Österreich, Wien 1871. Darin: Joseph Gaisberger, Zur Geschichte der Münzsammlung des Stiftes St. Florian.
  • Welt des Barock. 25. April bis 26. Oktober 1986 im Augustiner Chorherrenstift St. Florian. Oberösterreichische Landesausstellung 1986, 2 Bde. Red. von Rupert Feuchtenmüller (Linz 1986).

Schatzkammer

Stiftstraße 1
4490 St. Florian

 

Die Schatzkammer befindet sich in der Sakristei der Kirche und enthält die liturgischen Geräte und Paramente, darunter auch eine Anzahl barocker Pontifikalornate.

 

Kirchenrechtliche Angaben

Orden: Augustiner Chorherren (Ordo Canonicorum Regularium Sancti Augustini CanReg.)

Ordensfamilie: Augustinerchorherren und -frauen, Regularkanoniker

Kirchenrechtliche Einordnung: Institut des geweihten Lebens, päpstlichen Rechts

Diözese: Diözese Linz

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