
Geschichte |
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Der Orden der Kapuziner ist ein im 16. Jahrhundert entstandener franziskanischer Reformorden, der das karitative und pastorale Apostolat mit einem eremitisch-klösterlichen Leben verband („Minderbrüder vom eremitischen Leben“). Die päpstliche Approbation als Orden erfolgte 1528 durch Papst Clemens VII.
Das Kapuzinerkloster in Innsbruck ist das älteste des Ordens im deutschsprachigen Raum. Es wurde 1593/94 vom Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinand II. und seiner zweiten Gemahlin Anna Katharina von Mantua gegründet. 1605 kam es zur Errichtung der selbstständigen Tiroler Provinz, die damals auch Bayern umfasste. 1615 wurde das ordenseigene philosophisch-theologische Studium offiziell eingeführt. Durch diesen Schritt wandelten sich wichtige Niederlassungen der Ordensgemeinschaft zu zentralen Ausbildungsstätten. Innsbruck wurde so zum Studienkloster erhoben (und blieb dies bis 1968). 1615 wurde die Eremitage Erzherzog Maximilians III. des Deutschmeisters an der Nordseite der Kirche gebaut. 1668 kam es zur Teilung der Provinz in die Tiroler und die Bayerische Provinz. Missionen der Tiroler Provinz bestanden in Indien (Bettiah), Nepal und Bulgarien. Von 1787 bis 1802 war das Kloster aufgehoben, danach wurde es vom Orden wieder zurück erworben (Rückkauf durch Johann Nepomuk von Zimmermann 1802). Während der NS-Zeit war das Kloster von 1940 bis 1945 erneut aufgehoben. Von 1991-1994 wurden das Kloster (Rückbau jüngerer Zubauten) und die Kirche generalsaniert.
Zur historischen Entwicklung der Kapuziner-Provinzen: Im Zuge der Gegenreformation kam es um 1600 zur Gründung der Klöster Wien, Prag und Graz. Die Zahl der Klöster stieg rasch an, sodass sich drei eigenständige Verwaltungseinheiten etablierten: Die "Tiroler Provinz", die "Steirische Provinz" und die "Österreichisch-Böhmische Provinz". Letztere wurde 1673 in eine "Böhmische" und in eine "Österreichische Provinz" geteilt (später "Österreichisch-Ungarische Provinz" genannt). 1928 wurden die "Österreichisch-Ungarische Provinz" und die "Steirische Provinz" aufgehoben und die "Wiener Provinz" gegründet. Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie und im Zuge der politischen Neuordnung Europas wurde 1928 die "Tiroler Provinz" in eine "Nordtiroler Kapuzinerprovinz" und die "Kapuzinerprovinz Brixen" (für Südtirol) aufgeteilt. 2007 fusionierten die Provinzen Nordtirol und Wien zur "Österreichischen Kapuzinerprovinz". Zur Straffung der Verwaltung wurden 2011 die "Österreichische Kapuzinerprovinz" wieder mit Südtirol zusammengeschlossen. Da die Mitgliederzahlen aber weiter rückläufig waren, erfolgte 2022 die Auflösung dieser "Provinz Österreich-Südtirol". Die verbliebenen Klöster in Nordtirol und Österreich wurden in die "Deutsche Kapuzinerprovinz" (in dieser sind Klöster des Ordens aus Deutschland, Belgien, Niederlande und Österreich vereint - Hauptsitz ist München) bzw. in die "Krakauer Kapuzinerprovinz" integriert. Die Südtiroler Klöster wurden in die "Venezianische Provinz" aufgenommen. Somit existieren innerhalb Österreichs nun noch zwei Delegationen (als kleinste regionale Verwaltungseinheit innerhalb des Kapuzinerordens): die "Delegation Tirol" mit den Klöstern Feldkirch, Irdning, Innsbruck und Salzburg als Teil der "Deutschen Kapuzinerprovinz" und die "Delegation Wien" mit den Klöstern Wien, Wr. Neustadt, Leibnitz, Klagenfurt und der Wallfahrtskirche Maria Fieberbründl als Teil der "Krakauer Kapuzinerprovinz". |
Niederlassungen der "Delegation Tirol" als Teil der Deutschen Kapuzinerprovinz |
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Ehemalige Niederlassungen |
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Kärnten:
Niederösterreich:
Oberösterreich:
Salzburg:
Steiermark:
Tirol:
Vorarlberg:
Wien:
Südtirol:
Schweiz:
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Werke und Pfarren |
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Publikationen der Ordensgemeinschaft |
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Literatur |
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Provinzarchiv |
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Kaiserjägerstraße 6
Das Archiv enthält die historisch schriftliche Überlieferung der Tiroler Kapuzinerprovinz seit der Gründung des Innsbrucker Klosters 1593, die Archive aufgelassener Klöster der Tiroler Provinz und Restbestände des ehemaligen Provinzarchivs der Vorderösterreichischen Kapuzinerprovinz. Im Dokumentationsteil des Archivs befindet sich auch eine umfangreiche „Bildchronik der Tiroler Kapuziner“. Archivalien der Österreichischen Kapuzinerprovinz und der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol zählen ebenso zum Bestand. Im Provinzarchiv befinden sich auch die Archive aufgelassener Kapuzinerklöster. Literatur zum Archiv
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Bibliothek |
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Kaiserjägerstraße 6
6020 Innsbruck
1615 wurde das Kapuzinerkloster Innsbruck zum philosophisch-theologischen Studienkloster und die bereits existente Bibliothek zu einer für den Bildungsbetrieb bedeutsamen Einrichtung für die Wissensvermittlung. In der Regierungszeit Josephs II. und während des 2. Weltkriegs wurde die Bibliothek aufgehoben. 1994 wurde die Bibliothek des Klosters Provinzbibliothek unter der Trägerschaft der Nordtiroler Kapuzinerprovinz und ab 2007 war sie die Provinzbibliothek der Österreichischen Kapuzinerprovinz. Durch Einlagerung von Beständen aufgehobener Klöster (Bregenz, Bezau, Bludenz, Dornbirn, Ried im Oberinntal, Kitzbühel, Ried im Innkreis, Gmunden, Wolfsberg, Tarasp) kam es zu einer bedeutsamen Bestandsvermehrung. Die Bibliothek umfasst insgesamt ca. 70.000 Bände, 223 Inkunabeln, einige Handschriften.
Der historische Bestand der Bibliothek des Kapuzinerklosters Salzburg (ca. 6.600 Bände) kam 2023 an die Universitätsbibliothek Salzburg.
Die Buchbestände aufgelöster Kapuzinerklöster, die abgegeben oder fremdverwaltet werden:
Kapuzinerkloster Bregenz und Bezau -> Vorarlberger Landesbibliothek (Schenkung der 1990er Jahre, Erschließung ist in Arbeit). Kapuzinerkloster Feldkirch -> (Inkunabeln an der Stadtbibliothek, fortlaufende Erschließung durch die Stadtbibliothek) Kapuzinerhospiz Ried im Tirol (Theologische Fakultätsbibliothek). Kapuzinerkloster Imst -> (Teile des Buchbestandes an das ehemalige Kapuzinerhospiz Ried, jetzt Pfarrzentrum, Schaubibliothek). Kapuzinerkloster Salzburg -> ( Schenkung an die Universitätsbibliothek Salzburg, Ende der Erschließung 2026 mit teilweiser Restaurierung). Kapuzinerklöster Gmunden und Braunau -> (Diözesanbibliothek Link, Erschließung inkl. Provenienzforschung – abgeschlossen) Kapuzinerkloster Scheibbs -> (Restbestände -> Erschließung abgeschlossen) Kapuzinerkloster Hartberg-> (vor Ort, Erschließung ist im Gang).
Kataloge der Bibliothek
Literatur zur Bibliothek
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Schatzkammer |
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Kaiserjägerstraße 6
Sammlung von kirchlichen Geräten, Reliquiaren, Devotionalien etc. |
Orden: Orden der minderen Brüder Kapuziner (Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum OFM Cap)
Ordensfamilie: Franziskanische Familie
Kirchenrechtliche Einordnung: Institut des geweihten Lebens, päpstlichen Rechts
Diözese: Diözese Innsbruck