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13. Mai 2026

Ordensmuseen als Brückenbauerinnen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Am 18. Mai rücken Museen rund um den Globus in den Fokus der Aufmerksamkeit: Der Internationale Museumstag steht heuer unter dem Motto „Museen – Brückenbauerinnen in einer gespaltenen Welt“ und will in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung eine zentrale Aufgabe von Museen betonen: Sie schaffen Räume für Dialog, Verständnis und Begegnung. Besonders eindrucksvoll kommt das in den 116 österreichischen Ordensmuseen und Sammlungen zum Ausdruck, die seit jeher Brücken zwischen Jahrhunderten, Kulturen und Lebenswelten schlugen.

Ausstellung der Barmherzigen Schwestern von Zams

Zwölf Koffer voller Lebenserinnerungen: Die Barmherzigen Schwestern von Zams feiern ihr 200-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsausstellung. © Kongr. Barm. Schw. Zams/Martina Kopp | Download

 

Das diesjährige Motto des Internationalen Museumstags – „Museums Uniting a Divided World“ – könnte nicht besser gewählt sein. Es betont die Kraft der Museen als verbindende Institutionen, die den Austausch fördern, Perspektivenwechsel ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Museen machen Geschichte erfahrbar und eröffnen dadurch neue Zugänge zur Gegenwart.

 

Zwischen Klostermauern und Weltgeschehen: Ordensmuseen als Dialogräume

Österreich verfügt über eine einzigartige Vielfalt an Ordensmuseen und Sammlungen – insgesamt 116 Einrichtungen, die das reiche kulturelle und spirituelle Erbe der Ordensgemeinschaften sichtbar machen. Zahlreiche dieser Sammlungen sind eng mit der Geschichte der Orden verbunden oder führen jahrhundertealte Klostertraditionen fort. Manche, wie die Jesuiten in Wien, die Augustiner-Chorherren in Klosterneuburg oder die Benediktiner in Admont, öffnen sich zudem der zeitgenössischen Kunst und schlagen damit eine Brücke in die Gegenwart.

 

„Diese Museen erzählen nicht nur von religiösem Leben, sondern auch von Bildung, Wissenschaft, Kunst und sozialem Engagement über Jahrhunderte hinweg“, sagt Karin Mayer, Leiterin des Bereichs Kultur und Dokumentation der österreichischen Ordenskonferenz, und unterstreicht die besondere Brückenbauer-Funktion der Ordensmuseen: „Sie verbinden spirituelle Tradition mit gesellschaftlicher Entwicklung, wecken Interesse und eröffnen Zugänge zu Fragen, die zeitlos sind und bleiben – etwa nach Identität, Gemeinschaft und Menschlichkeit.“

 

„Was ist der Mensch?“ – das neu gestaltete Museum im Benediktinerstift St. Lambrecht

Ein herausragendes Beispiel ist das neu gestaltete Stiftsmuseum im Benediktinerstift St. Lambrecht, das im April 2026 anlässlich des 950-jährigen Bestehens des Klosters wiedereröffnet wurde. Unter der Leitfrage „Was ist der Mensch?“ spannt die Ausstellung einen faszinierenden Bogen von der Romanik bis in die Gegenwart. Kunsthistorische Schätze, liturgische Objekte und historische Modelle der Klosteranlage treten dabei in einen spannenden Dialog mit aktuellen Fragestellungen.

 

diverse Aufnahmen aus den drei Bezirken Murau, Knittelfeld und Judenburg

Modern Times hinter Klostermauern: Das neu gestaltete Stiftsmuseum im Benediktinerstift St. Lambrecht nützt modernste Technik, um Einblicke ins Klosterleben zu ermöglichen. © Stift St. Lambrecht/go-art Georg Ott | Download

 

Besondere Höhepunkte sind die Rückkehr der berühmten Strahlenkranzmadonna und der Lambrechter Votivtafel. Sie stehen exemplarisch für die bewegte Geschichte des Stiftes, das seit seiner Gründung im Jahr 1076 ein geistliches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region ist. Die neue Ausstellung macht deutlich, dass das Museum nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Raum der Reflexion über das Menschsein selbst ist – und damit eine ideale „Brückenbauerin“ zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

 

200 Jahre Engagement: Die Ausstellung der Barmherzigen Schwestern von Zams

Ein weiteres Beispiel bietet die topaktuelle Jubiläumsausstellung der Barmherzigen Schwestern von Zams, die heuer das 200-jährige Bestehen ihrer Ordensgemeinschaft feiern. Seit ihrer Gründung im Jahr 1826 prägt die Gemeinschaft das soziale Leben weit über Tirol hinaus – insbesondere in den Bereichen Bildung und Pflege.

 

Ausstellung der Barmherzigen Schwestern von Zams

Von der malenden Kärntnerin bis zur Frau Hofrat: Die Jubiläumsausstellung der Barmherzigen Schwestern von Zams rückt mehrere Ordensfrauen, die während der letzten 200 Jahre in der Gemeinschaft gewirkt haben, in den Fokus. © Kongr. Barm. Schw. Zams/Martina Kopp | Download

 

Exemplarisch für alle Ordensfrauen, die während der letzten 200 Jahre in der Gemeinschaft gelebt und gewirkt haben, porträtiert die Ausstellung zwölf Schwestern aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern und Jahrzehnten. Beginnend mit Katharina Lins, der ersten Barmherzigen Schwester in Zams, bis hin zu Schwestern, die erst vor wenigen Jahren verstorben sind, erhalten die Besucherinnen und Besucher spannende Einblicke in die verschiedenen Lebensläufe, Persönlichkeiten und Wirkungsfelder. Für jede Schwester steht ein symbolischer Koffer, gefüllt mit Gegenständen, die entweder dieser Schwester gehörten oder aber symbolisch für einen Aspekt ihrer Persönlichkeit stehen.

 

Ausstellung der Barmherzigen Schwestern von Zams

Spannende Lebensbilder: Anhand der liebevoll aufbereiteten Gegenstände und Unterlagen werden verstorbene Ordensfrauen wieder zum Leben erweckt. © Kongr. Barm. Schw. Zams/Martina Kopp | Download

 

Die Ausstellung, die während der Schulzeiten im Foyer der Katharina Lins Schulen zu besichtigen ist, lässt die Lebensleistungen dieser Schwestern, aber auch die Vielfalt und Buntheit der Ordensgemeinschaft lebendig werden: Die Barmherzigen Schwestern Zams verfügen über ein breit gefächertes Netzwerk an Einrichtungen, das Standorte in Tirol, Vorarlberg und Kärnten, Orte der Begegnung wie das Seminarhaus Elbigenalp und das Klostergut Kronburg, sowie internationale Projekte bis nach Südtirol und Peru umfasst. Damit wird auch hier wieder das Motto des Museumstags greifbar – ein Ordensmuseum als lebendige Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen lokalen Wurzeln und globalem Engagement.

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Weiterlesen:

Website der Barmherzigen Schwestern Zams

Barmherzige Schwestern Zams (Ordens-Wiki)

Barmherzige Schwestern Zams feierten 200-Jahr-Jubiläum

Website des Stifts St. Lambrecht

Stift St. Lambrecht (Ordens-Wiki)

St. Lambrecht: Neugestaltetes Stiftsmuseum feierlich eröffnet

Stift St. Lambrecht: Ostern im Zeichen des 950-Jahr-Jubiläums

ICOM Österreich, das Österreichische Nationalkomitee des International Council of Museums (ICOM)

 

 

[markus lahner]

 

 

 


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