St. Lambrecht: Neugestaltetes Stiftsmuseum feierlich eröffnet

Eröffneten das neugestaltete Museum im Stift St. Lambrecht (v.l.): Bruno Aschenbrenner (Landtagsabgeordneter), Abt Alfred Eichmann, Prior P. Gerwig Romirer und Thomas Kalcher (Obmann der Holzwelt Murau). (c) Stift St. Lambrecht
Im Rahmen des Festakts erklärte Prior P. Gerwig Romirer die Grundlinien der Neuinszenierung der jahrhundertealten Sammlungsbestände. Das Konzept rückt die Frage „Was ist der Mensch?“ in den Mittelpunkt. Die Aufstellung erfolgte dabei nicht mehr chronologisch, sondern nach einem spirituell-geistlichen Leitfaden. Die Präsentation der Kunstsammlung soll damit ein lebendiges Zeugnis für das Verständnis des Glaubens, des Lebens und der Welt der Gemeinschaft der Benediktinermönche, die seit 950 Jahren in St. Lambrecht leben und wirken, geben.

Eines der Highlights des Museums im Stift St. Lambrecht: das großflächige 3D-Modell der Klosteranlage. (c) Tom Lamm/Holzwelt Murau
In der neugestalteten Ausstellung sind bedeutende Kunstwerke, liturgische Schätze und ein großflächiges 3D-Modell der gesamten Klosteranlage zu sehen. Außerdem kehrten die berühmte „Strahlenkranzmadonna“ sowie die „Votivtafel von St. Lambrecht“ – langjährige Leihgaben an das Universalmuseum Joanneum in Graz – nach St. Lambrecht zurück. Beim Rundgang durch die Museumsräume konnten sich die rund 200 Besucher:innen dann schließlich selbst ein Bild von der Neugestaltung machen. Ab 15. Mai 2026 ist das Stiftsmuseum täglich im Rahmen von Führungen zu besichtigen.
Breit angelegtes Festprogramm
Die Neugestaltung des Museums ist nur ein Highlight im heurigen Jubiläumsjahr in St. Lambrecht mit einem breit angelegten Festprogramm samt Schwerpunkten aus Liturgie, Kultur, Wissenschaft und Begegnung. Unter dem Leitwort „Geist voll leben – seit 950 Jahren“ will das Benediktinerkloster nicht nur auf seine Geschichte zurückblicken, sondern sich bewusst als geistlicher Ort der Gegenwart positionieren. Abt Alfred Eichmann spricht im Programmheft des Jubiläums vom Auftrag, Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern „Zukunft zu gestalten“. Der runde Geburtstag solle für das Stift und seine Besucher zu einem „Jahr des Hörens, Suchens und Wachsens“ werden.

Prior P. Gerwig Romirer erklärte den Besucher:innen die Grundlinien der Neuinszenierung der jahrhundertealten Sammlungsbestände. (c) Tom Lamm/Holzwelt Murau
Einige kommende Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind der Stiftertag am 16. Juni 2026 zum 950. Todestag des Klostergründers Markgraf Markward von Eppenstein mit Abtpräses Johannes Perkmann, der Benediktus-Sonntag im Juli mit Bischof Josef Marketz sowie das Titelfest der Österreichischen Benediktinerkongregation am 8. Dezember mit Abtprimas Jeremias Schröder aus Rom. Auch mehrere Wallfahrten wird es geben, darunter jene nach Maria Schönanger und nach Mariazell, das von Mönchen des Stiftes gegründet und bis heute seelsorglich betreut wird.
Vermittlung klösterlicher Spiritualität
Einen zentralen Akzent legt das Stift auf die Vermittlung klösterlicher Spiritualität. In der Reihe „Geschichten erzählen“ laden Mönche und Fachexperten monatlich zu Vorträgen und Gesprächen über die Geschichte, benediktinisches Leben und aktuelle Herausforderungen ein, mit Schwerpunkten wie „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden“ oder „Müßiggang ist der Seele Feind“. Ergänzt wird das Programm durch ein theologisches Symposium vom 15. bis 17. Oktober, das unter dem Titel „ora et labora et lege“ Impulse für eine „Pastoral des Da-Seins“ aus der „Theologie der Menschwerdung“ entwickeln will.

Die rund 200 Besucher:innen konnten sich im Anschluss an die Erklärungen selbst ein Bild vom neugestalteten Museum machen. (c) Tom Lamm/Holzwelt Murau
Auch in kultureller Hinsicht wird das Jubiläumsjahr ausgiebig gefeiert. Besonderes Aufsehen verspricht die Theaterproduktion „Der Name der Rose“ im Sommer, die Umberto Ecos Roman als Stationen-Theater in der gesamten Klosteranlage inszeniert. Rund 60 Mitwirkende, eigens komponierte Live-Musik sowie aufwendige Licht- und Klanginstallationen machen das Stift selbst zur Bühne. Daneben sorgen Konzerte, Ausstellungen, Kinder- und Jugendangebote sowie kirchenmusikalische Großprojekte für ein dichtes kulturelles Programm.
Quellen: Stift St. Lambrecht, kathpress