Europakloster Gut Aich: Professübertragung von Br. Martin Kollmann

Die Übertragung des Professgelübdes wurde von der Benediktinerkongregation bestätigt. Am Bild Bruder Martin mit dem handschriftlichen Mönchsgelübde. © Susanne Windischbauer
An die 120 Menschen waren bei der herzlichen und berührenden Feier am Tag Maria Lichtmess in der Klosterkirche anwesend. Gründungsprior Pater Johannes Pausch stand als Zelebrant dem Gottesdienst vor. Die Brüdergemeinschaft der Benediktiner in Gut Aich, mit dabei auch Bruder David Steindl-Rast, feierten mit Bruder Martin seinen besonderen Tag. Eltern und Taufpatin, sowie Studienkollege Istvan Hollo, Pfarrer von Deutschlandsberg (Stmk.), erfreuten sich an der stimmungsvollen Feier

Prior Bruder Thomas Hessler segnet Bruder Martin Kollmann. © Susanne Windischbauer
Ein Ort der Heilung
Prior Bruder Thomas Hessler erklärte in seiner Ansprache die Bedeutung der Übertragung der Profess. Übertragung bedeutet aufheben, aufbewahren und auf eine neue Ebene bringen. Bruder Marian Kollmann hat in einer Krisensituation den Weg nach Gut Aich gefunden und konnte, nach Jahren als Oberer im Stift St. Paul, an diesem Ort neue Kraft tanken. Neben der großen Zuneigung zu den Tieren und den Menschen hat Bruder Marian ein Hobby mitgebracht: eine Krippe mit vielen unterschiedlichen Figuren, Tieren und Geschichten. Bruder Thomas überreichte ihm einen Holzknecht und einen Esel. Diese beiden Figuren kamen vor Weihnachten zu Fall und wurden beschädigt. Sinnbildlich stehen sie dafür „dass Manches auch nicht ganz heil wird“. Das Ohr des Esels konnte restauriert werden, doch der Fuß des Esels bedarf noch behutsamer Arbeit, um ihn
wiederherzustellen.
„Ich bin dankbar, dass Pater Johannes Pausch und Bruder Thomas Hessler dieses Kloster Gut Aich vor 32 Jahren gegründet haben. Für mich ist es ein Ort der Heilung. Und ich wünsche, dass es diesen Ort noch viele Jahre gibt. Ein Ort, der den Menschen hilft, wieder das Göttliche und Ganze in sich zu finden, denn Gott schenkt immer wieder einen neuen Anfang. “ Bruder Martin Kollmann OSB, Europakloster Gut Aich

Bruder David Steindl-Rast war einer der ersten Gratulanten. © Susanne Windischbauer
24 Jahre Mönch im Lavantal
Bruder Martin Kollmann, geboren 1983 in Kärnten, lebte seit 2001 im Stift St. Paul im Lavantal als Mönch. Fünf Jahre war er dem Stift als Oberer vorgestellt. Sein Weg führte ihn 2021 über die Ausbildung zum Geistlichen Begleiter ins Europakloster Gut Aich. Nach einer Auszeit in unterschiedlichen Klöstern hat sich in ihm der Wunsch entwickelt im Europakloster Gut Aich als Mönch zu leben.

Pater Johannes Pausch, Gründungsprior Europakloster Gut Aich, stand der Festmesse in der voll besetzten Klosterkirche als Zelebrant vor. © Susanne Windischbauer
Feierliche Übergabe des Professgelübdes
Prior Bruder Thomas segnete im Beisein der Brüdergemeinschaft die weiße Kukulle (lat. cucullus - kleines Zelt) und den Professring, welchen in Gut Aich jeder Mitbruder trägt. Der goldene Ring wurde in den Kunstwerkstätten Europakloster Gut Aich angefertigt. Die segnenden Worte mögen Bruder Martin bestärken ein Hörender zu bleiben. Vor der Kirchengemeinde verlas Bruder Martin die Erneuerung der Mönchsgelübde. Musikalisch untermalte das Vokalensemble TresUnum den Festgottesdienst.
Dort hingehen, wo das Leben ist
Bruder Martin Kollmann bedankte sich bei den Mitbrüdern für die freundliche Aufnahme, bei seinen Eltern für das geschenkte Leben und bei seiner Taufpatin für die Begleitung ins Leben. Die Aussage seines Professpruches „Homo, qui vult vitam – ein Mensch, der das Leben liebt“ lebt er ganz und gar. Sein Lebensweg zeigt, dass es nie zu spät ist etwas Neues zu beginnen. Und er bestärkte die Kirchengemeinde dort hinzugehen, wo das Leben ist.
Prior Bruder Thomas Hessler mit dem Spendenaufruf für den Neubau des Alpinkräuterkompetenzzentrum Illingbergalm, dem Herzensprojekt von Bruder Martin. © Susanne Windischbauer
Die Almhütte – eine Herzensangelegenheit
Mit der Bitte um eine Spende für den Neubau der Almhütte auf der Illingbergalm, als Forschungszentrum für alpine Wildkräuter, teilte Bruder Martin mit uns diese Herzensangelegenheit. Zum ehemaligen Bauerngut Löckelbauer in Winkl, welches 2013 an das Europakloster Gut Aich übergeben wurde, gehörte auch eine Almhütte auf der Illingbergalm, die jedoch in den 1960er Jahren einem Brand zum Opfer fiel. Die Brüdergemeinschaft hat nun beschlossen, den Standort auf der Alm wieder neu zu beleben - sowohl zur landwirtschaftlichen Nutzung für das Vieh, die Ernte sowie Trocknung der alpinen Kräuter als auch zur Forschung und Weitergabe der erworbenen Kenntnisse. Das bisherige bauliche Provisorium wird zu diesem Zweck entfernt und mit der Firma Ebner Bau in Mondsee ein neuer Bau/Almhütte errichtet: Bauprojekt Alpinkräuterkompetenzzentrum Illingbergalm. Dieser Bau wird vorwiegend zu Forschungs- und Beobachtungszwecken als auch für Alpenkräuterseminare genutzt werden.
Alle Mitfeiernden, ebenso die Eltern von Bruder Martin und Taufpatin Tante Anni, bekamen für die Lichtprozession eine Kerze. © Susanne Windischbauer
Pater Johannes in Gedenken an den Altbischof Maximillian Aichern
Berührend waren die Worte des Dankes in der Fürbitte von Gründungsprior Pater Johannes Pausch an den, in den letzten Tagen verstorbenen Bischof em. der Diözese Linz, Maximillian Aichern. Dieser war in der Gründungsphase des Europaklosters Gut Aich ein großer Unterstützer und bestärkte die Mönche durchzuhalten. Pförtnerin Elisabeth Huber bat in der Fürbitte um Segen für Bruder Martin, Mitarbeiterinnen Kristina Proleta und Iris Feitzinger, Sekretariat Europakloster Gut Aich, wünschten ihm viel Kraft und Ausdauer im Garten und im klösterlichen Leben.
Weggefährten und Oblat*innen schlossen sich den Wünschen an.

Die Brüdergemeinschaft Europakloster Gut Aich im Kerzenschein vor dem Klosterhof: Gast Istvan Hollo, Bruder Simon, Bruder Thomas, Bruder Raphael, Bruder Franziskus, Bruder David, Bruder Wolfgangn, Bruder Martin, Bruder Benedikt und Pater Johannes. © Susanne Windischbauer
Lichterprozession zum Tag Mariä Lichtmess
Alle Mitfeiernden erhielten Kerzen für die Lichterprozession. Zum Lied „Meine Hojnung und meine Freude“ zogen die Mönche von Gut Aich zum Eingang Klosterhof, wo abschließend Pater Johannes den traditionellen Blasius Segen sprach. Alle waren zum Essen geladen
Die Brüdergemeinschaft lud alle Gäste zum Essen in den Klosterhof Seminanrraum. Chefkoch Peter Dengg und Köchin Barbara Eisl boten Spagetti Bolognese auf Wunsch von Bruder Martin Kollmann an. Mit vielen Gesprächen und mit Freude klang der Abend aus.
Zur Person
Martin Kollmann ist am 13. Februar 1983 in Klagenfurt geboren. Nach dem Besuch des Unterstufengymnasiums absolvierte er die Gartenbau-Fachschule in Klagenfurt. 2001 folgte der Eintritt ins Stift St. Paul im Lavantal. Von 2020 bis 2024 war Bruder Martin, damaliger Pater Marian Kollmann, Oberer des Stiftes St. Paul. Am Ausbildungslehrgang Geistliche Begleitung nahm er im Europakloster Gut Aich in den Jahren 2023 bis 2024 teil. Am 2. Februar 2026 übertrug Bruder Martin Kollmann, mit Erlaubnis der Benediktinerkongregation und der Mönchsgemeinschaft, sein Professgelübde auf das Europakloster Gut Aich. Er wirkt als Priester, engagiert sich in der Europäischen Klosterheilkunde, in der Mitarbeit im Garten und in der Produktentwicklung. Bruder Martin Kollmann bietet Geistliche Begleitung an und betreut die Tiere im Europakloster Gut Aich, wie Schafe und Hühner.
Quelle: Europakloster Gut Aich

