Neue Europäische Provinz der Steyler Missionsschwestern gegründet
Leuchtendes Symbol: Mit bunten Regenbogenfarben wurde sichtbar gemacht, dass Vielfalt und Einheit der neuen Provinz Hand in Hand gehen. © Steyler Missionsschwestern
Mit diesem Schritt geben die bisherigen Provinzen Deutschland, Österreich und Niederlande sowie die Regionen Spanien/Portugal und England/Irland ihre eigenständige Struktur auf. Sie schließen sich zu einer gemeinsamen Europäischen Provinz zusammen, die künftig zehn Länder umfasst – von Rumänien bis Portugal und von Irland bis Italien.
Mutig neue Wege gehen
Der Zusammenschluss wird als bewusste und gemeinsame Antwort auf den Auftrag verstanden, die Mission der Steyler Missionsschwestern in Europa auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen fortzuführen. Trotz unterschiedlicher kultureller Prägungen, Lebensweisen und Erfahrungen verbindet die Schwestern die Vision eines geschwisterlichen, offenen und solidarischen Europas. Ihr Wirken gründet in den Impulsen des Evangeliums – unabhängig davon, ob die Schwestern aus Europa stammen oder aus anderen Teilen der Welt kommen.
Leitung als Dienst an der Gemeinschaft
Im Rahmen der Feier führte Generaloberin Sr. Miriam Altenhofen das neue Provinzleitungsteam ein. Zur Provinzoberin wurde Sr. Anna Maria Kofler ernannt, unterstützt von ihren Rätinnen, die jeweils eine der bisherigen Provinzen vertreten. Sr. Altenhofen hob hervor, dass die Leitungsfunktion keine Frage von Macht oder Autorität sei, sondern einen Dienst an der Gemeinschaft darstelle. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und kulturelle Hintergründe würden nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung wahrgenommen.
Fruchtbarer Boden: Als Zeichen des Zusammenwachsens mischte die neue Provinzleiterin Sr. Anna-Maria die Erden, die die Schwestern aus ihrer jeweiligen Heimat mitgebracht hatten.© Steyler Missionsschwestern
Gottes Gegenwart mitten im Leben
Hauptzelebrant Pater Christian Stranz, Provinzial der Zentraleuropäischen Provinz der Steyler Missionare, nahm in seiner Predigt Bezug auf den Prolog des Johannesevangeliums sowie auf eine Aussage des Dichters und Ordensmannes Andreas Knapp: „Gott hat sich säkularisiert.“ Durch die Menschwerdung Gottes sei dieser nicht nur an heiligen Orten oder in beglückenden Erfahrungen zu finden, sondern auch dort, wo Leid, Brüche und Verletzungen sichtbar werden. Gerade an diesen Orten seien die Schwestern gerufen, Gottes Nähe erfahrbar zu machen.
Sr. Anna Maria Kofler, die neue Provinzleiterin, richtete hoffnungsstarke Worte an ihre Mitschwestern: „Wir stehen an einer Wegkreuzung, und wir haben bereits die Hinwendung zu einem neuen Weg begonnen. Was wir alle gemeinsam gestalten, wird seine Früchte in den kommenden Jahren entfalten. Wir gehen diesen Weg im Vertrauen darauf, dass Gott selbst uns sowohl das Wollen als auch das Vollbringen schenkt.“
Vielfalt und Verbundenheit
Die Feier war geprägt von internationaler Vielfalt und spürbarer Verbundenheit. Neben den Leitungsteams der sich zusammenschließenden Provinzen nahmen auch Schwestern aus Osteuropa teil. Die Länder Polen, Ukraine, Slowakei und Russland hatten sich vorerst gegen einen Beitritt zur neuen Provinz entschieden. Die Österreichische Ordenskonferenz war durch ihre Vorstandsvorsitzende Sr. Franziska Madl OP vertreten, die Erzdiözese Wien durch den Ordensvikar P. Erich Bernhard COp.
Das neue Provinzleitungsteam (v.l.n.r.): Sr. Debra Sithobekile Ncube (Spanien/Portugal), Sr. Hemma Jaschke (Österreich/Südtirol/Rumänien), Sr. Lili Purwanti (Niederlande), Sr. Anna-Maria Kofler (Provinzoberin), Sr. Christine Müller (Deutschland), Sr. Ewa Pliszczak (England/Irland) © Steyler Missionsschwestern
Quelle: Steyler Missionsschwestern