30. Oktober 2026

Klosterneuburger Diskurse: Was Gottesdienst mit Menschenwürde zu tun hat

Am 14. Oktober 2026 fand im Stift Klosterneuburg ein Podiumsgespräch im Rahmen der Klosterneuburger Diskurse statt. Moraltheologe Walter Schaupp und der Klosterneuburger Augustiner-Chorherr Johannes Kittler diskutierten mit Moderatorin Monika Slouk über Menschenwürde, Liturgie und die Frage, wie Gottesdienst Menschenwürde erfahrbar macht.

Waren bei den Klosterneuburger Diskursen dabei: Propst Anton Höslinger, Walter Schaupp, Monika Slouk, Johannes Kittler Can.Reg. und Stiftskämmerer Elias Carr.

Waren bei den Klosterneuburger Diskursen dabei: Propst Anton Höslinger, Walter Schaupp, Monika Slouk, Johannes Kittler Can.Reg. und Stiftskämmerer Elias Carr. (c) Stift Klosterneuburg/Christina Hiptmayr

 

Ausgangspunkt der Diskussion war der Grundsatz „Was wir glauben, das feiern wir“. Das Gotteslob und die Würde des Menschen stehen dabei nicht im Gegensatz zueinander. Vielmehr sei die Würde jedes Menschen als Ebenbild Gottes unverlierbar – unabhängig von Leistung oder persönlichen Lebensumständen. „Die Menschenrechte haben sicher christliche Wurzeln. Aber die Gesellschaft musste im Laufe der Geschichte die Menschenrechte gegen die Kirche durchsetzen”, meinte Walter Schaupp.

 

Johannes Kittler betonte die umfassende Bedeutung der Taufe: „Die Taufe ist die Eingliederung in die Menschheit.“ Daraus erwachse auch die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass alle Menschen in Würde leben können. Walter Schaupp beschrieb die Anerkennung der Menschenwürde als einen Erfahrungs- und Lernprozess, der auch die Stellung der Frauen in Kirche und Gesellschaft betrifft.

 

Moraltheologe Walter Schaupp, Moderatorin Monika Slouk und der Augustiner-Chorherr Johannes Kittler (v.l.) diskutierten über Menschenwürde, Liturgie und die Frage, wie Gottesdienst Menschenwürde erfahrbar macht.

Moraltheologe Walter Schaupp, Moderatorin Monika Slouk und der Augustiner-Chorherr Johannes Kittler (v.l.) diskutierten über Menschenwürde, Liturgie und die Frage, wie Gottesdienst Menschenwürde erfahrbar macht. (c) Stift Klosterneuburg/Christina Hiptmayr

 

Würde im Gottesdienst

Wie wird Würde im Gottesdienst erfahrbar? Darüber diskutierten die Teilnehmer:innen anhand konkreter Beispiele: durch die Art, wie Menschen angesprochen werden, den Friedensgruß, sinnliche Zeichen wie die Salbung und die aktive Rolle der Gemeinde. Entscheidend sei, dass Liturgie nicht zum bloßen Ritual werde. „Feiern ist etwas anderes als Messe lesen“, brachte der Augustiner-Chorherr diesen Gedanken auf den Punkt.

 

Die Podiumsdiskussion wurde am 28. Oktober 2026 in der Sendung „Perspektiven“ auf radio klassik Stephansdom zusammengefasst. Im Mittelpunkt standen dabei der Zusammenhang von Gottesdienst und Menschenwürde sowie Fragen nach gelebter Glaubenspraxis und christlichem Glauben.

 

Link zum Nachhören

 

Quelle: Stift Klosterneuburg