Klosterneuburger Augustini-Fest im Zeichen des Friedens und der Gerechtigkeit

Gedenkfest und Auftrag für heute: Mit einem feierlichen Pontifikalamt gedachte die Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren ihres Ordensvaters. © Stift Klosterneuburg /Christina Hiptmayr
Zahlreiche Gläubige und Gäste waren in die Klosterneuburger Stiftsbasilika gekommen, um den Gedenktag des Gründers der augustinischen Lebensgemeinschaften gemeinsam mit den Augustiner-Chorherren zu begehen. Die Feier wurde musikalisch vom StiftsChor gestaltet, der Wolfgang Amadeus Mozarts „Spatzenmesse“ zur Aufführung brachte.
Das Hochfest des heiligen Augustinus wird im Stift Klosterneuburg traditionell über mehrere Tage hinweg liturgisch gefeiert. Bereits am Vortag standen die Erste Pontifikalvesper und die festliche Lesehore auf dem Programm, am Festtag selbst folgten Laudes, das feierliche Pontifikalamt und am Nachmittag die Zweite Pontifikalvesper.
„Möchtest du Frieden erreichen? Dann übe Gerechtigkeit!“
In seiner Predigt im Pontifikalamt rückte Propst Anton W. Höslinger Can.Reg. die Frage nach dem persönlichen Beitrag zum Frieden in den Mittelpunkt. Ausgehend von Papst Leo XIV., der sich selbst als „Sohn des heiligen Augustinus“ bezeichnet, schlug er eine Brücke zwischen den aktuellen Herausforderungen der Gegenwart und der Botschaft des Ordensvaters.
Angesichts der zahlreichen Konflikte und Kriege warnte der Propst davor, sich angesichts scheinbar übermächtiger Probleme in Ohnmacht zurückzuziehen. Jeder Mensch habe einen eigenen Handlungsspielraum und damit auch Verantwortung. Propst Höslinger zitierte dazu Papst Leo XIV.: „Niemand ist ohne Verantwortung.“
Appell für Frieden und Gerechtigkeit: In seiner Predigt wies Propst Anton Höslinger auf den eigenen Handlungsspielraum und die damit verbundene Verantwortung hin. © Stift Klosterneuburg /Christina Hiptmayr
Der zentrale Gedanke der Predigt spiegelte sich in einem Satz des heiligen Augustinus wider: „Möchtest du Frieden erreichen? Dann übe Gerechtigkeit!“ Frieden und Gerechtigkeit seien dabei untrennbar miteinander verbunden. Diese Haltung beginne nicht erst auf der großen politischen Ebene, sondern im alltäglichen Umgang miteinander – auch innerhalb einer klösterlichen Gemeinschaft.
Einander in Liebe dienen
Mit Blick auf die Ordensregel des heiligen Augustinus erinnerte der Propst daran, das Gemeinsame über die eigenen Interessen zu stellen und einander in Liebe zu dienen. Zum Abschluss griff er das Bild vom „Wohlgeruch Christi“ auf: Der Auftrag der Augustiner-Chorherren bestehe darin, diesen durch gelebte Nächstenliebe in die Welt zu tragen – und so ein Zeichen für eine friedlichere Gesellschaft zu setzen.
Das Augustini-Fest wurde damit nicht nur zu einem feierlichen Höhepunkt des klösterlichen Jahres, sondern auch zu einem Anlass, über die Aktualität der Botschaft des heiligen Augustinus nachzudenken: Friede beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Gerechtigkeit zu üben und das Gemeinsame über die eigenen Interessen zu stellen.
Propst Anton Höslinger gedachte im Rahmen des Gottesdienstes auch des verstorbenen Königs von Norwegen, Harald V. Durch seine Pfarre in Bergen ist das Stift Klosterneuburg dem norwegischen Königshaus verbunden.
Quelle: Stift Klosterneuburg