13. Juli 2026

Institut Österreichischer Orden als „Erfolgsstory“

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Instituts Österreichischer Orden gaben Vorstandsvorsitzender Rudolf Luftensteiner und Geschäftsführer Anton Süss im Kathpress-Interview Einblicke in die weltweit einzigartige Einrichtung, die die Zukunft von Ordenswerken nachhaltig absichert, wenn die Orden aus eigener Kraft dazu nicht mehr in der Lage sind.

Anton Süss und Rudolf Luftensteiner

IÖO-Geschäftsführer Anton Süss (links) und Vorstandsvorsitzender Rudolf Luftensteiner (rechts): „Wir sind keine Keiler, wir sehen unseren Dienst als ein Angebot an die Orden. Wir wollen helfen, beraten, unterstützen.“ © ÖOK/emw

 

Seit zehn Jahren gibt es mit dem Institut Österreichischer Orden (IÖO) eine Einrichtung, die sich bemüht, die Zukunft von Ordenswerken nachhaltig abzusichern, wenn die Orden aus eigener Kraft dazu nicht mehr in der Lage sind. Am vergangenen Freitag wurde das Jubiläum mit einem Dankesfest im Wiener Schottenstift begangen. Am Rande der Feier erläuterten IÖO-Vorstandsvorsitzender Rudolf Luftensteiner und Geschäftsführer Anton Süss im Interview mit Kathpress die Arbeitsweise des Instituts, das zumindest europaweit, wenn nicht gar weltweit, einzigartig sein dürfte.

 

Stiftung kirchlichen Rechts

Das Institut Österreichischer Orden ist eine Stiftung kirchlichen Rechts. Ordensvermögen – darunter Liegenschaften, Unternehmensanteile, Finanzanlagen und Kulturgüter – wird an das IÖO übertragen, das die Aufgabe hat, dieses Vermögen nachhaltig zu verwalten und weiterzuentwickeln. Damit kann das Vermögen auch weiterhin langfristig der Sendung der Orden dienen. Das ist etwa bei bisher von Orden geführten Schulen oder sozialen Einrichtungen der Fall. Die Aufgabe des IÖO beinhaltet mitunter aber auch, zugleich mit der Übernahme der Werke die Versorgung der alternden Ordensgemeinschaften sicherzustellen.

Bis zur Gründung des IÖO habe es so mancher Überzeugungsarbeit bedurft, in Österreich wie auch im Vatikan, erinnert sich Luftensteiner. Inzwischen habe sich das Institut zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, freilich seien den Möglichkeiten auch Grenzen gesetzt, räumten Luftensteiner und Süss unisono ein.

Die Ordensgemeinschaften würden sich mit ihren Wünschen bzw. Überlegungen an das Institut wenden, erläuterte Süss die Vorgangs- bzw. Arbeitsweise. Vonseiten des Instituts werde dann geprüft, ob man diesen Vorstellungen auch tatsächlich entsprechen kann. Jeder Prozess sei individuell und einzigartig und es brauche eine wertschätzende Kommunikation, um gemeinsame Lösungen zu finden.


Warum aus einem Kloster kein Hotel wird

Ein positives Beispiel sind die Karmelitinnen in Gmunden. Die Schwestern konnten ihr Kloster aus Altersgründen nicht mehr länger bewohnen und führen. Die Ordensfrauen überließen die Liegenschaft dem Institut, woraufhin ein Transformationsprozess gestartet wurde, der das Kloster als Ort der Begegnung erhalten bzw. weiterentwickeln soll. „Dass das Kloster nicht Teil eines Hotelprojekts wird, war für uns von Anfang an klar“, betont Luftensteiner. Die Karmelitinnen verabschiedeten sich im März 2023 aus dem Kloster und übersiedelten ins Mutterhaus der Marienschwestern vom Karmel nach Bad Mühllacken. Das IÖO übernahm freilich nicht nur die Klosterimmobilie, sondern zugleich auch die Verantwortung für die (finanzielle) Versorgung der Schwestern.

Nicht immer könne das Institut den Wünschen von Orden auch nachkommen. Im Falle des oberösterreichischen Stifts Engelszell sei dies etwa nicht möglich gewesen, räumt Süss ein. Zu weit seien die Vorstellungen des Trappistenordens und die Möglichkeiten des Instituts auseinandergelegen. Aber auch in solchen Fällen begleite man dann die Orden nach Möglichkeit auf der Suche nach anderen Lösungen. Und dies sei in Engelszell in Kooperation mit der Diözese Linz gelungen.

 

Nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet

Wie Süss sagte, sei das IÖO nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, „aber wir müssen natürlich mit den Liegenschaften Erträge erwirtschaften“. Zuschüsse von externer Seite gebe es nicht. Bei den Finanzveranlagungen halte man sich beim IÖO zu 100 Prozent an die Vorgaben der Österreichischen Bischofskonferenz. Die ethischen Richtlinien der Bischofskonferenz für die Geldanlagen der katholischen Kirche (FinAnKo/Finanzanlagen als Kooperation) wurden zuletzt 2024 in einer überarbeiteten Fassung verabschiedet.

In den vergangenen zehn Jahren hat das IÖO zahlreiche Werke bzw. Liegenschaften übernommen. Man sei bis auf Kärnten in ganz Österreich präsent, sagt Luftensteiner: „Wir sind keine Keiler, wir sehen unseren Dienst als ein Angebot an die Orden. Das hat auch sehr viel mit Vertrauen zu tun. Wir wollen helfen, beraten, unterstützen.“ Oft würden sich im Gespräch gemeinsame Wege finden, „die man gehen kann“. Für die Ordensgemeinschaften sei dieser Prozess verständlicherweise höchst emotional. Das Schließen eines Werkes oder gar einer ganzen Gemeinschaft sei ein zutiefst schmerzvoller Prozess. Manche Orden würden sich auch in Etappen an das Institut wenden, berichtete Luftensteiner.

Für die Zukunft würde sich der Vorstandsvorsitzende wünschen, dass noch mehr Ordensgemeinschaften erkennen würden, „dass das vorhandene Vermögen genutzt werden kann, um den Ordenswerken Zukunft zu verschaffen, auch wenn sich der Orden in einer schwierigen Situation befindet“. Letztlich sei das IÖO eine Institution, „um die uns andere Ordenskonferenzen in Europa beneiden und die vom Dikasterium im Vatikan regelmäßig lobend erwähnt wird“.

 

Quelle: kathpress