13. Juli 2026

„Hörender“ Erzbischof Franz Lackner feierte 70. Geburtstag

Mit einem festlichen Gottesdienst in seiner steirischen Heimatpfarre St. Anna am Aigen hat der Salzburger Erzbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Franz Lackner OFM, seinen 70. Geburtstag gefeiert. Das Jubiläum bot nicht nur Gelegenheit, auf seinen persönlichen Lebensweg zurückzublicken, sondern auch sein langjähriges Wirken als Seelsorger, Ordensmann und Bischof zu würdigen.

Erzbischof Franz Lackner OFM

 Erzbischof Franz Lackner an seine Heimatgemeinde: „Ich danke Gott, dass er mich hier erschaffen hat, in diesem steirischen Bethlehem. Liebe Heimatgemeinde, danke für diese Feier!” © Katholische Kirche Steiermark

 

Zahlreiche Gläubige, Wegbegleiter:innen sowie Vertreter:innen aus Kirche und öffentlichem Leben nahmen an den Feierlichkeiten teil. Für Lackner war die Rückkehr an den Ort seiner Kindheit und Jugend ein bewusstes Zeichen der Verbundenheit mit seinen Wurzeln. In Predigt und Begegnungen wurde deutlich, wie sehr ihn seine Herkunft geprägt hat. Die Feier stand im Zeichen der Dankbarkeit – für den bisherigen Lebensweg ebenso wie für die vielen Menschen, die ihn auf diesem begleitet haben.

 

Vom steirischen Bauernsohn zum Salzburger Erzbischof

Franz Lackner wurde am 14. Juli 1956 in der Südoststeiermark geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Nach einer Ausbildung zum Elektriker entschied er sich für einen anderen Lebensweg und trat in den Franziskanerorden ein. Es folgten das Theologiestudium und die Priesterweihe, ehe ihn Papst Benedikt XVI. 2002 zum Weihbischof in Graz-Seckau ernannte. Seit 2013 steht Lackner an der Spitze der Erzdiözese Salzburg, seit 2020 ist er zudem Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.

 

Seine franziskanische Spiritualität prägt bis heute sein Amtsverständnis. Bescheidenheit, Nähe zu den Menschen und die Bereitschaft zum Dialog ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Wirken.

 

70. Geburtstag von Erzbischof Franz Lackner OFM

Ein großer Tag für den Jubilar und die Diözese Graz-Seckau: Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl zog gemeinsam mit Erzbischof Franz Lackner in seine Heimatkirche ein. © Katholische Kirche Steiermark

 

„Ich möchte ein hörender Bischof bleiben“

Im Vorfeld seines Geburtstags blickte Lackner in einem ausführlichen Gespräch mit dem Salzburger „Rupertusblatt“ auf seine bisherigen Jahre als Bischof zurück. Sein zentrales Anliegen formulierte er dabei in einem Satz: „Ich möchte ein hörender Bischof bleiben.“

 

Für ihn beginne gute Leitung nicht mit fertigen Antworten, sondern mit aufmerksamem Zuhören. Die Kirche müsse die Fragen, Hoffnungen und Sorgen der Menschen ernst nehmen und dürfe sich nicht in sich selbst verschließen. Gerade angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen sei es notwendig, unterschiedliche Sichtweisen wahrzunehmen und den Dialog zu suchen.

 

Lackner räumt ein, dass die Kirche in den vergangenen Jahren schwierige Entwicklungen durchlebt habe – vom Vertrauensverlust bis hin zu sinkenden Mitgliederzahlen. Dennoch sieht er ihren Auftrag unverändert darin, Hoffnung zu vermitteln und den Menschen Orientierung anzubieten. Dabei gehe es weniger um schnelle Lösungen als um einen gemeinsamen geistlichen Weg, auf dem Gottes Wirken erkannt werden könne. Auch für die kommenden Jahre sieht der Salzburger Erzbischof die Kirche vor der Herausforderung, glaubwürdig Zeugnis für das Evangelium abzulegen. Dies gelinge nicht durch Macht oder Lautstärke, sondern durch ein hörendes Herz, den Dialog und den Dienst am Menschen.

 

Einsatz für Einheit und Verständigung

Zum runden Geburtstag würdigten zahlreiche österreichische Bischöfe den Jubilar als Persönlichkeit, die Brücken baut und den Zusammenhalt innerhalb der Kirche fördert. In ihren Glückwünschen hoben sie insbesondere seine ausgleichende Art, seine Besonnenheit und seine Fähigkeit hervor, auch in schwierigen Situationen unterschiedliche Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen.

 

Als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz habe Lackner in den vergangenen Jahren viele herausfordernde Themen begleitet – von den Folgen der Pandemie über innerkirchliche Reformdebatten bis hin zu gesellschaftspolitischen Fragen. Dabei sei es ihm stets darum gegangen, die Einheit der Kirche zu bewahren und gleichzeitig den offenen Austausch zu fördern. Mehrere Bischöfe betonten zudem seine geistliche Tiefe und seine franziskanische Prägung. Sein persönlicher Lebensstil, seine Einfachheit und seine authentische Art würden seinem Wirken besondere Glaubwürdigkeit verleihen. Er verstehe es, Menschen zuzuhören, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und dennoch Orientierung zu geben.

 

Dankbarkeit und Blick nach vorne

Die Feier in seiner Heimatpfarre war von großer Herzlichkeit geprägt. Für Lackner selbst stand weniger das persönliche Jubiläum im Mittelpunkt als der Dank für die Erfahrungen seines Lebens und für die Menschen, die ihn begleitet haben. In seinen Dankesworten klang zugleich auch eine Bitte an: „Geben wir Gott eine Chance in dieser schwierigen Zeit!“

 

70. Geburtstag von Erzbischof Franz Lackner OFM

Sportlich ins nächste Lebensjahrzehnt: Zusammen mit Sturm-Präsident Christian Jauk überreichte Bischof Wilhelm Krautwaschl dem bekennenden Sturm-Fan Lackner ein Sturm-Trainingsoutfit. © Katholische Kirche Steiermark

 

Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl verwies in seiner Laudatio auf Erzbischof Lackners kirchliches Idol: „Bei den Feiern rund um deinen Geburtstag wird sicher deutlich, wie sehr Gott mit dir unterwegs war und nach wie vor ist. Was kein Wunder ist bei einem ‚Fan‘ und franziskanischem Nachfolger von Johannes Duns Scotus, der als höchstes Gut benannte, Gott zu lieben. Wer dies wie du macht, darf sich Gottes Begleitung sicher sein.“ Im Anschluss an seine Glückwünsche überreichte er dem bekennenden Sturm-Fan Lackner zusammen mit Sturm-Präsident Christian Jauk ein Sturm-Trainingsoutfit.

 

Die Freude der Marktgemeinde St. Anna über ihren bischöflichen Ehrenbürger offenbarte sich in einem besonderen Geschenk: Ein neuer Platz mitten im Ort wird demnächst „Erzbischof-Franz-Lackner-Platz“ heißen, verbunden mit der Hoffnung, dass der Gewürdigte diesen Platz 2027 selbst einweihen wird.

 

Quellen: kathpress, Katholische Kirche Steiermark