Erzbischof Lackner feierte Doppeljubiläum mit Festgottesdienst

Erzbischof Franz Lackner, der selbst Franziskaner ist, stand am 24. Juni 2026 einem Dankgottesdienst anlässlich seines bevorstehenden 70. Geburtstags und seines 35-jährigen Priesterjubiläums vor. (c) Erzdiözese Salzburg (eds)/Hiva Naghshi
Der Gottesdienst fand bewusst am kirchlichen Gedenktag des hl. Johannes des Täufers (24. Juni) statt. Die Predigt hielt mit dem St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried ein langjähriger Wegbegleiter des Erzbischofs. Er wies dabei auf die Verbundenheit Lackners mit Johannes dem Täufer hin, auf den auch sein bischöflicher Wahlspruch – „Illum oportet crescere – Er [Christus] muss wachsen“ (Joh 3,30) – zurückgeht. „Wir feiern heute zwei Geburtstage – Fraunz und den heiligen Johannes“, sagte Weihbischof Leichtfried und fügte hinzu: „Wir freuen uns, dass es dich schon 70 Jahre gibt, lieber Franz. Das dürfen wir mit Freude und Dankbarkeit auch so aussprechen.“
Leichtfried ging auf diverse Lebensstationen des Salzburger Erzbischofs ein und sagte: „Du bist nun 35 Jahre Priester, davor warst du 35 Jahre kein Priester, sondern Elektriker. Man bringt da ein Sensorium mit – du bringst ein Sensorium für viele Menschen in vielen Kontexten mit. Diese Sensorik ist ein großer Schatz.“
Das Herz bei Gott und den Menschen
Weihbischof Hansjörg Hofer bedankte sich im Namen der gesamten Erzdiözese Salzburg beim Jubilar: „Wir danken Dir, dass Du damals Ja zum Amt des Erzbischofs gesagt hast“, meinte Hofer. Mit Blick auf die akademische Laufbahn des studierten Philosophen Franz Lackner betonte er: „Als Philosoph hast du von Beginn an in der Erzdiözese die Dinge hinterfragt und uns in der Diskussion herausgefordert.“
Besonders prägend sei die Gottesfrage, die den Erzbischof stets im Alltag begleite, führte Hofer weiter aus: „Unser Erzbischof ist nicht nur ein diskutierfreudiger Philosoph, sondern auch ein großer Beter, der sein Herz bei Gott und seinen Mitmenschen hat.“ Dabei hob er besonders Lackners mitfühlendes Herz für jene Menschen hervor, die an einem Punkt im Leben gescheitert sind, sich in einer Sackgasse befinden oder sich in einer Notlage wiederfinden. „Du gibst jedem immer wieder eine Chance.“ Das zeichne einen guten Hirten aus. Im Namen der Erzdiözese Salzburg überreichte Hofer Erzbischof Lackner einen hölzernen Bischofsstab als Geburtstagsgeschenk.
Die Politik sagt „Danke“
Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler bedankte sich für die „würdige Seelsorge“ des Erzbischofs. „Der heutige Abend ist Ausdruck tiefen Respekts für deine Lebensleistung“, sagte die Politikerin. Sie würdigte insbesondere, dass Erzbischof Lackner ursprünglich in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist. „Deine Autorität ist stark, weil sie nicht in elitären Kreisen begann. Du hast von klein auf gelernt, was harte Arbeit ist“, wandte sich Edtstadler an den Jubilar. Sie würdigte den klaren inneren Kompass des Erzbischofs und bedankte sich für das wertvolle Verhältnis zwischen dem Land Salzburg und der Erzdiözese sowie die gute Gesprächsbasis auf persönlicher Ebene, die durch Humor und Klarheit geprägt sei.

Auch die Salzburger Politik bedankte sich bei Erzbischof Franz Lackner. (c) Erzdiözese Salzburg (eds)/Hiva Naghshi
Der Tiroler Landtags-Vizepräsident Dominik Mainusch lobte die Verbundenheit des Erzbischofs mit dem Land Tirol. „Gerade in einer Zeit, in der vieles lauter, schneller und oberflächlicher geworden ist, sucht der Mensch Orientierung und Halt. Das ist heute wichtiger denn je, und genau das zeichnet den Erzbischof aus“, sagte Mainusch. Er bedankte sich für das „heilsame Wirken“ des Erzbischofs, sein Streben nach Zusammenhalt und die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Land Tirol.
Lackner: „Der Ruf ergeht und man geht“
Erzbischof Lackner selbst verwies im Blick auf 70 Lebensjahre und 35 Jahre im Dienst für die Kirche auf den Religionsphilosophen Romano Guardini. „Mit 70 Jahren ist man nach Guardini ein alter Mensch, der sich im Idealfall durch Weisheit auszeichnet. Diese wiederum sei von echter Kindheit geprägt, die nicht verloren gegangen ist; Märchen und Mythen werden wieder lebendig“, sagte der Erzbischof, der auf Empfehlung mehrerer Kinder nun auch die „Chroniken von Narnia“ von C. S. Lewis und „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien eifrig lese, wie er bekannte.
Lackner erinnerte dankbar an seine Eltern und seine Familie, die in einfachsten Verhältnissen lebten. „Meine Eltern waren einfache Kleinstbauern – Keuschler, wie wir sagen. Ihr Lebensinhalt war, dass es uns fünf Kindern einmal besser gehen soll“, erinnerte sich der Erzbischof. Geprägt von schweren Lebensumständen – der Vater durch Kriegserfahrungen und mehrjährige Gefangenschaft, die Mutter durch frühen Verlust und ein entbehrungsreiches Aufwachsen – lebten beide in großer materieller Not, hielten jedoch bis zuletzt an ihrem Glauben fest und gestalteten ihr Leben aus dieser religiösen Überzeugung heraus.

Erzbischof Franz Lackner feierte die Messe im Beisein von Repräsentant:innen aus Religion, Gesellschaft und Politik, Mitbrüdern sowie langjährigen Weggefährten und mit der Unterstützung von über 50 Priestern, Diakonen und Pastoralassistent:innen. (c) Erzdiözese Salzburg (eds)/Hiva Naghshi
Seine eigene Berufung zum Bischofsamt sei wohl die größte Überraschung Gottes in seinem Leben gewesen, erzählte Lackner weiter in seiner Dankesrede. In letzter Konsequenz bedeute das: „Der Ruf ergeht und man geht – ein anderer gürtet dich und führt dich, wohin du nicht willst. Darum gleicht das Anfangen stets einem Blindflug. Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf die vielen, die mich begleitet, gestützt und mir geholfen haben. Das Anfangen wurde mir in dieser altehrwürdigen Erzdiözese nicht schwer gemacht.“
Zur Person
Franz Lackner wurde am 14. Juli 1956 als Anton Lackner in Feldbach geboren und stammt aus dem südoststeirischen Dorf St. Anna am Aigen. Lackner wuchs in kleinbäuerlichen Verhältnissen auf und begann nach der Pflichtschule eine Lehre als Elektriker. Er trat 1979 in das Aufbaugymnasium Horn ein. 1984 folgte der Eintritt in den Franziskanerorden. Er nahm den Ordensnamen seines Ordensgründers (Franz von Assisi) an und legte 1989 als Franz Lackner die Ewige Profess ab. 1991 wurde er zum Priester geweiht. Nach dem Doktorat an der päpstlichen Universität Antonianium des Franziskanerordens in Rom unterrichtete der Steirer dort Metaphysik, bis er 1999 zum Provinzial der Franziskanerprovinz von Wien berufen wurde. Im selben Jahr erfolgte der Lehrauftrag in Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz.
Im Oktober 2002 wurde Franz Lackner zum Weihbischof der Diözese Graz-Seckau ernannt und am 8. Dezember 2002 zum Bischof geweiht. Sein Wahlspruch lautet: „Illum oportet crescere – Er [Christus] muss wachsen“ (Joh. 3, 30). Am 10. November 2013 wählte das Dom- und Metropolitankapitel zu Salzburg Franz Lackner zum Erzbischof von Salzburg. Papst Franziskus bestätigte die Wahl am 18. November 2013. Am 12. Jänner 2014 übergab der emeritierte Erzbischof Alois Kothgasser bei der Amtseinführung im Salzburger Dom den Hirtenstab an seinen Nachfolger. Seit 2020 ist Lackner Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz und wurde 2026 wiedergewählt.
Quelle: kathpress