Papst ernennt weitere Ordensfrau zu Behördenleiterin im Vatikan
Mit dem 1. September 2026 wird die Don Bosco Schwester Alessandra Smerilli Chefin des „Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“. (c) Kathpress
Bereits seit 2022 ist Sr. Alessandra Smerilli Vize der Behörde, die offiziell „Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“ heißt und sich mit Umweltschutz, Migration und humanitären Notsituationen befasst. Der bisherige Präfekt, Kardinal Michael Czerny, vollendet am 18. Juli 2026 sein 80. Lebensjahr und geht nach fünf Jahren in diesem Amt in den Ruhestand.
Als Pro-Präfekten stellt der Papst der Don Bosco Schwester Kardinal Fabio Baggio (61) zur Seite. Er ist bisher sogenannter Untersekretär der Behörde, genauso wie der slowakische Priester Jozef Barlas (41), der nun zum Sekretär aufsteigt.
Spannungen statt Synergien
Das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen wurde 2017 von Papst Franziskus (2013-2025) gegründet und umfasst die früheren Aufgabengebiete der Päpstlichen Räte für Gerechtigkeit und Frieden, für Migranten und für Gesundheit. Ebenfalls integriert wurde der Rat „Cor unum“.
Was Synergien schaffen sollte, führte zunächst zu Spannungen. Der Papst verlängerte die bisherige Leitung nicht und übergab sie an Czerny und Smerilli – ein damals historischer Schritt. Denn noch nie zuvor hatte eine Frau einen solch hohen Vatikanposten besetzt.
Zwei weitere Präfektinnen
Sr. Alessandra Smerilli, Don Bosco Schwester und Professorin für Wirtschaftswissenschaften, ist mit ihrer neuen Ernennung die dritte Präfektin im Vatikan. Die italienische Ordensfrau Simona Brambilla (61) wurde Anfang 2025 zur Leiterin des Ordensdikasteriums ernannt, ebenfalls mit einem Pro-Präfekten an ihrer Seite. Im Juni 2026 ernannte der Papst die erste Laiin zu einer Präfektin: Die US-Amerikanerin Maria Montserrat Alvarado (39) soll ab November die Kommunikationsbehörde des Vatikans leiten.
Quelle: kathpress