Marienkrankenhaus Vorau feierte 150-Jahr-Jubiläum

Das Marienkrankenhaus Vorau feierte am 23. April 2026 mit einem Festakt sein 150-jähriges Bestehen. (c) MKH Vorau
Im Mittelpunkt der Feier stand die umfassende Würdigung der Entwicklung des Krankenhauses von den Anfängen bis in die Gegenwart mit Historiker Peter Wiesflecker. Er legte dabei besonderes Augenmerk auf das Wirken von Ordensgründerin Barbara Sicharter.
Die Wurzeln des Spitals reichen in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück: 1865 ließ sich die aus Wenigzell stammende Barbara Sicharter gemeinsam mit einer Gefährtin im sogenannten „Tonihäusl“ nahe Vorau nieder. Unter geistlicher Begleitung lebte die kleine Gemeinschaft zunächst zurückgezogen von Gebet und Arbeit. Der konkrete Anlass für den Beginn der Pflegearbeit war die Bitte einer kranken Frau um Aufnahme, aus der sich rasch ein Dienst an Kranken, Alten und Armen entwickelte. 1876 erhielten die Schwestern schließlich die offizielle Bewilligung zum Betrieb eines Krankenhauses.

Historiker Peter Wiesflecker würdigte die Entwicklung des Marienkrankenhauses von den Anfängen bis in die Gegenwart. (c) MKH Vorau
Zentrale Funktion für die Region
Aus der zunächst kleinen Gemeinschaft entstand die „Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“, die bis heute eng mit dem Marienkrankenhaus verbunden ist. Das Mutterhaus grenzt unmittelbar an das Spital an. Bereits im späten 19. Jahrhundert wurden Erweiterungen notwendig, da die Zahl der betreuten Patientinnen und Patienten stetig zunahm. Weihbischof Freitag würdigte die Entwicklung als Beispiel dafür, dass „große Werke oft ganz klein beginnen“. Das Krankenhaus erfülle gemeinsam mit dem Stift Vorau eine zentrale Funktion für die Region, „wie die zwei Lungenflügel eines Menschen“.

Weihbischof Johannes Freitag betonte, dass das Marienkrankenhaus Vorau gemeinsam mit dem Stift Vorau eine zentrale Funktion für die Region erfüllt, „wie die zwei Lungenflügel eines Menschen“. (c) Franz Putz
Gesundheitslandesrat Kornhäusl verwies auf persönliche Erfahrungen aus seiner ärztlichen Tätigkeit. Entscheidend sei die Haltung, „das Leben so anzunehmen, wie es ist“, verbunden mit Einsatzbereitschaft und dem Willen zu helfen. Diese Werte prägten auch das Selbstverständnis des Hauses.
„Wachsam bleiben für die Nöte unserer Zeit“
Für die Zukunft zeigte sich Geschäftsführer Bertram Gangl zuversichtlich. Generaloberin Sr. Mirjam Schmedler betonte, man wolle „wachsam bleiben für die Nöte unserer Zeit“. Als Beispiel wurde das Projekt „Mobirem“ genannt, das Patientinnen und Patienten bei der Remobilisierung im häuslichen Umfeld unterstützt. Hervorgehoben wurde zudem, dass das Krankenhaus derzeit keinen Personalmangel verzeichnet, da viele Ausgebildete in die Region zurückkehren.

Freuen sich über 150 Jahre Marienkrankenhaus Vorau: Geschäftsführer Bertram Gangl, Generaloberin Sr. Mirjam Schmedler und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (v.l.). (c) MKH Vorau
Im Rahmen des Jubiläums wurde auch auf die laufenden Seligsprechungsverfahren hingewiesen: Neben Gründerin Barbara Sicharter betrifft dies die Novizin Maria Krückl, die von einem russischen Soldaten missbraucht und ermordet wurde. Beide Verfahren wurden 2022 eröffnet und dürften noch Jahre in Anspruch nehmen. Es gelte, ein Wunder, den Märtyrertod sowie Tugendhaftigkeit und den „Ruf der Heiligkeit“ nachzuweisen.
Beim Festakt wurde außerdem die Dauerausstellung zur 150-jährigen Geschichte des Marienkrankenhauses eröffnet. Die Ausstellung lädt Besucher:innen das ganze Jahr über in den Wartebereichen der Ambulanzen dazu ein, die Entwicklung des Krankenhauses anhand historischer Objekte, Dokumente und Bilder nachzuvollziehen und die Meilensteine der medizinischen Versorgung in Vorau hautnah zu erleben.
Quellen: kathpress, Marienkrankenhaus Vorau