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20. März 2026

„Ich habe mich eine Woche lang nicht getraut, das Wasser zu trinken“

Wenn Sr. Mary Naigaga in Wien den Wasserhahn aufdreht, ist das für sie bis heute nicht selbstverständlich: Wasser, das man trinken kann. Ohne Feuer. Ohne Warten. Ohne Angst, davon krank zu werden. Seit sechs Jahren lebt sie hier in Wien und frisches Wasser zu haben ist für sie bis heute ein Grund zum Staunen.  

Sr. Mary Naigaga beim Wasserpumpen in ihrer Heimat Uganda. Dass man Wasser direkt aus dem Hahn trinken kann, erschien ihr lange unvorstellbar. (c) privat

 

„Wenn du Durst hast, kannst du jederzeit das Wasser aus der Leitung trinken”, sagte damals an ihrem ersten Abend in Wien eine Mitschwester zu Sr. Mary. Wasser aus dem Hahn, einfach so? Unvorstellbar für Sr. Mary. „Ich habe mich eine Woche lang nicht getraut, aus dem Hahn zu trinken“, sagt sie. „Ich dachte, ich bekomme Typhus oder Cholera.“  

 

Draußen regnet es, als sie das erzählt. Wir sitzen im Wintergarten der Barmherzigen Schwestern in Wien-Gumpendorf, wo Sr. Mary seit 2020 lebt. Hinter den großen Fenstern rinnt das Regenwasser über die Scheiben, drinnen steht ein Glas Wasser auf dem Tisch. 

 

Uganda liegt im Osten Afrikas. Sr. Mary stammt aus der Nähe der Stadt Jinja am Viktoriasee. 

 

Sr. Mary ist 32 Jahre alt und in Uganda aufgewachsen, auf einem großen Bauernhof nahe Jinja, im Südosten des Landes. 15 Kühe, 20 Ziegen, 150 Hühner, dazu Orangenbäume, Ingwerfelder, mehrere Äcker. Der Vater war Volksschullehrer, aber vom Lehrergehalt allein hätte die Familie nicht leben können, erzählt sie. Der Hof trug alle mit, mehr noch: Er garantierte, dass alle neun Kinder – Sr. Mary war die fünfte – zur Schule gehen konnte. Trotzdem war klar, dass alle Kinder daheim mithelfen mussten. 

 

Sr. Mary lebt seit 2020 bei den Barmherzigen Schwestern in Wien-Gumpendorf. Sie liebt ihr Leben hier. (c) ÖOK/emw

 

„Wasser war immer Arbeit“ 

Vor allem aber gab es immer ein Thema: Wasser. 

 

„Wasser war bei uns nie einfach da“, sagt Sr. Mary. „Wasser war immer Arbeit.“ Und vor allem jene der Mädchen und Frauen. 

 

Die nächste Wasserstelle war fünf Kilometer entfernt. Wer Wasser brauchte, musste gehen. Mehrmals am Tag. Zehn, manchmal zwanzig Liter wurden auf dem Kopf getragen, Schritt für Schritt, zurück zum Haus. Das Wasser war noch nicht trinkbar. Es musste zuerst abgekocht werden. 

 

Dafür brauchte es genügend Feuerholz. Das wurde gesammelt. Das Wasser kochte eine Stunde. Erst dann waren krankmachende Bakterien und Keime abgetötet. Es wurde in Tongefäße umgefüllt und sorgfältig aufbewahrt. War es abgekühlt, konnte man es trinken, damit kochen oder sich die Zähne putzen.  

 

Und am nächsten Tag begann alles wieder von vorne. 

 

Wasser war in ihrem Leben in Uganda keine Neben- sondern Überlebenssache. Und: Es ging nicht nur darum, genug für die Familie zu haben. Auch Tiere oder Pflanzen brauchten Wasser. 

 

Eine der drei Holstein-Friesian-Kühe, die der Vater von Sr. Mary gekauft hat: Solider Milchertrag, viel Arbeit. (c) privat

 

Die tote Kuh 

Sr. Mary erzählt mir, dass 2010 ihr Vater den Hof weiterentwickeln wollte. Sie ging damals schon in die Agrarschule und war in den Prozess eingebunden. Er verkaufte die bisherigen Rinder und kaufte dafür drei Friesenkühe, gute Milchkühe, teuer, eine Investition für die Zukunft. Die Hoffnung war, dass sie der Familie mehr Ertrag bringen würden. 

„Wir wussten, das war eine Kuhrasse, die viel Aufwand bedeutete”, erzählt Sr. Mary. Tierarzt, Entwurmung, Krankheiten – aber es lief gut, für einen Monat. 

 

Eines Morgens war eine Kuh tot. „Wir waren geschockt“, sagt sie. Der Tierarzt stellte fest, dass das Wasser aus der Wasserstelle das Problem gewesen war. Diese Kühe brauchten wie die Familie sauberes Trinkwasser. „Aber wer von uns hätte das noch leisten können? Wir hatten schon genug Arbeit, das Wasser für unseren Alltag aufzubereiten.” Schweren Herzens verkaufte der Vater die beiden anderen Tiere wieder.  

 

Sein Versuch, wirtschaftlich einen Schritt nach vorne zu machen, scheiterte letztendlich am Wasser. 

 

Sr. mary in der Plantage ihrer Eltern

Sr. Mary hilft bis heute in der Plantage ihrer Eltern mit. (c) ÖOK/emw

 

Ein Brunnen verändert alles 

„Wasser ist Leben“, sagt Sr. Mary. Sie erzählt von Krankheiten wie Typhus und Cholera, die dort ausbrechen, wo Wasser nicht sauber ist, wo Familien keine Zeit und keine Möglichkeit haben, es ausreichend aufzubereiten. Am vulnerabelsten sind Kinder unter fünf Jahren. „Weißt du, wie viele Kinder in Uganda sterben, weil es kein sauberes Wasser gibt?”, fragt sie mich. 

 

Nein, das wusste ich nicht. Und dann sind da diese Zahlen: Laut einem UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2019 sterben in Uganda täglich 33 Kinder an Durchfallerkrankungen. Ein Drittel der Kinder wächst ohne Zugang zu sauberem Wasser auf. Viele Familien brauchen mehr als eine halbe Stunde bis zur nächsten Wasserstelle. Insgesamt haben nur 44 Prozent der Menschen in Uganda Zugang zu sauberem Wasser, in ländlichen Regionen sind es sogar nur 32 Prozent. Aktuellere Zahlen sind schwer zu bekommen, doch dürfte sich die Lage laut einem WHO-Bericht (2025) für ganz Afrika nicht wesentlich verbessert haben.

 

Ein Brunnen ist viel mehr als ein Brunnen: er bedeutet Entlastung, spart Wege, Zeit und Mühe. Er hilft gegen Krankheiten und sichert die Versorgung auch in der Trockenzeit, die von September bis März dauert. Das sind keine kurzzeitigen Verbesserungen, sondern ein Brunnen sichert das Überleben vieler Menschen in dieser Region. 

 

Auch für Sr. Mary änderte sich 2015 alles: Eine amerikanische Organisation ließ in etwa zwei Kilometern Entfernung einen Pumpbrunnen bauen. Der Weg blieb ein Weg, aber er wurde kürzer. Vor allem aber brachte der Brunnen Wasser, das direkt getrunken werden konnte. Kein Feuerholz mehr. Kein stundenlanges Kochen. Kein Warten, bis das Wasser endlich abgekühlt war. 

 

„Das war ein großer Moment“, sagt Sr. Mary. „Bis heute bin ich dankbar. Die Menschen wissen nicht, wie wichtig so etwas für uns ist.“ 

 

Der neue Pumpbrunnen, der ab 2015 das Wasserholen für viele Familien vereinfachte. (c) privat

 

Zu wenig Aufmerksamkeit für ein Lebensthema 

Und doch, sagt Sr. Mary, bekommt das Thema in Uganda noch immer nicht die Aufmerksamkeit, die es bräuchte. Sie spricht von fehlendem Bewusstsein, von verschmutzten Wasserstellen, von mangelnder Verantwortung. Sie meint damit Einzelne, die Müll hineinwerfen, aber auch die Regierung, die zu wenig tue. Und sie meint die Kirche. 

 

Sr. mary in der Plantage ihrer Eltern

Sr. Mary, die Geschenke in die Heimat mitnimmt. (c) privat

 

Uganda ist stark katholisch geprägt. Gerade deshalb würde sie sich wünschen, dass das Thema dort stärker vorkommt. „Die Kirche kümmert sich um den Glauben“, sagt sie. „Aber wir sollten uns auch um das Leben kümmern.“ Sauberes Wasser, gesunde Ernährung, eine saubere Umgebung – für sie ist das keine Nebensache des Glaubens, sondern Teil davon. „Wir alle haben Schöpfungsverantwortung. Gott hat uns diese Welt anvertraut, es liegt an uns, sie gut zu behandeln.” 

 

Wenn sie von Uganda erzählt, erzählt sie auch von Regen- und Trockenzeiten. Wenn der Regen kommt, ist alles grün. Sr. Mary zeigt mir Bilder von reifen grünen (!) Orangen mit saftigem orangem Fruchtfleisch, von üppigen Bananenstauden und gut gefüllten Wasserstellen. „Wir sammeln in der Regenzeit das Wasser in zwei großen Tanks zu 10.000 Litern“, erzählt sie weiter. „Damit können wir in der Trockenzeit die Pflanzen gießen. Wir haben Orangen- und Avocadobäume, die mit wenig Wasser auskommen.“ Hier spricht die ausgebildete Agrarökonomin aus ihr. „Mehr Menschen sollten Wassertanks besitzen“, ist sie überzeugt. 

 

„In Uganda bist du das, was du anbaust“, sagt Sr. Mary. Fast jede Familie lebt von dem, was sie selbst hervorbringt. Wasser entscheidet damit nicht nur darüber, ob jemand trinken kann, sondern auch darüber, ob etwas wächst, ob Tiere versorgt sind, ob genug zu essen da ist. 

 

In Wien ist alles anders. Die Stadt wirkt auf sie sauber, geordnet, Menschen werfen ihren Müll in den Mistkübel. „Kinder lernen das von klein auf, ich sehe das im Hort, wo ich arbeite“, sagt sie. Sie möchte dieses Wissen, diesen bewussten Umgang mit der Umwelt auch den Kindern und Jugendlichen in Uganda näherbringen. „Wenn ich nach Hause fahre, erzähle ich von meinen Erfahrungen. Ich versuche im Kleinen etwas zu bewirken. Als ich klein war habe ich geglaubt, überall auf der Welt ist Wasser mit so viel Arbeit verbunden wie in Uganda.” 

 

Wasser ist Leben, wie man an den Wurzeln der Efeupflanze sieht, die Sr. Mary gezogen hat. In Uganda fehlt diese so wichtige Lebensressource so vielen Menschen. (c) ÖOK/emw

 

„Reichtum ist Wasser“ 

Dass in Österreich Wasser einfach aus dem Hahn kommt, ist für sie bis heute der größte Luxus. Viele Menschen in Österreich wüssten gar nicht, was sie haben. Sie sagt das ohne Bitterkeit. Aber: Für jemanden wie Sr. Mary, die Wasser immer nur als etwas erlebt hat, das man holen, kochen, tragen und einteilen muss, ist ein Glas Wasser am Tisch bis heute keine Selbstverständlichkeit. 

 

„Ich danke Gott jeden Tag dafür, dass ich hier sein darf“, sagt sie. „Nicht Gold und nicht Geld sind Reichtum. Reichtum ist Wasser.“ 

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Weiterlesen:

Barmherzige Schwestern Wien-Gumpendorf

Barmherzige Schwestern (Ordens-Wiki)

 

Der Artikel ist zum Weltwassertag am 22. März entstanden.

 

[elisabeth mayr-wimmer]


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