Großer Andrang beim „Aschenkreuz für Eilige“

Gesprächsinselmitarbeiterin Michaela E. Lugmaier spendete das Aschenkreuz. (c) ÖOK/emw
Impulse für eine moderne Fastenzeit
Die Tür zur Romanischen Kapelle im Schottenstift stand offen, als am vergangenen Mittwoch die Gesprächsinsel zur Aschenkreuzspende lud. Michaela E. Lugmaier und Br. Hans Leidenmühler hießen die Besucher:innen willkommen, boten vor der Spende einen kleinen Impuls an und setzten das Aschenkreuz auf die Stirn.
Im Anschluss daran blieben viele Gäste noch in der Kapelle, um die dort aufgebauten Stationen zu besuchen. Diese setzten sich mit zeitgemäßen Formen des Verzichts auseinander. So bot eine Station Anregungen zum sogenannten „Aufschieberitis-Fasten“: Dabei geht es darum, den inneren Schweinehund zu überwinden und die Fastenzeit zu nutzen, um anstehende Aufgaben und Probleme endlich anzugehen – mit dem Ziel, bis Ostern „alles hinter sich“ zu haben. Weitere Impulse behandelten Themen wie Sorgen-, Jammer-, Ärger- oder Smartphonefasten.

Stationen wie eine Pinnwand mit Fastenanregungen sollen Menschen zum Fasten ermutigen. (c) ÖOK/emw
Beeindruckende Bilanz des Tages
Von 12 bis 17 Uhr kamen insgesamt 150 Personen zur Aschenkreuzspende – das entspricht einem Plus von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Statistisch gesehen trat etwa alle zwei Minuten ein Gast durch die Tür.
Die Leiterin der Gesprächsinsel, Verena Osanna, zieht positive Bilanz: „Die gestiegene Nachfrage zeigt, dass die Menschen solche niederschwelligen Angebote gerne nutzen. Wir haben gesehen, dass vermehrt Menschen kamen, die eine bewusste Arbeitspause genutzt haben oder auch, die wegen ihrer Arbeitszeiten keinen Gottesdienst besuchen konnten.“
Genau für solche Eiligen ist das Angebot da. Aber nicht nur: Ein junges Ehepaar mit zwei Babys sowie eine Mama mit Baby nutzen das unkomplizierte Angebot der Aschenkreuzspende – auch wenn die Babys die „Aktion“ teils verschlafen haben.
Jahresrückblick 2025: Steigende Reichweite
Nicht nur am Aschermittwoch, sondern das ganze Jahr über ist die Gesprächsinsel ein wichtiger Anlaufpunkt. Das zeigt auch die aktuelle Bilanz für das Jahr 2025:
- Kernangebot: 954 Besucher:innen nutzen das kostenlose Gesprächsangebot der „Insel“.
- Rechnet man die sogenannten „erweiterten Angebote“, wie Stadtpilgern, Guided Prayer Week oder den Trauer.Raum hinzu, erhöht sich die Zahl auf 1.208 Besucher:innen.
- Durch Kooperationen (z. B. Gedenkfeiern für Menschen, die durch Suizid gestorben sind, die Messe „BeSt³“ oder den Tag der psychischen Gesundheit) wurden knapp 1.500 Menschen erreicht.
Dauer und Themen
Die Mehrheit der Ratsuchenden war weiblich (ca. 60 %). Die Gespräche sind intensiv: 63% der Beratungen dauerten länger als 30 Minuten. Die Hauptthemen waren:
1. Alleinsein & Alltagsbewältigung (35 %)
2. Beziehungsthemen (Familie, Partnerschaft) (21 %)
3. Glaubensfragen (20 %)
4. Lebensumbrüche (Trauer etc.) 16 %
Besonders bemerkenswert: Mehr als ein Drittel der Gäste besuchte die Gesprächsinsel zum ersten Mal. Damit hat sich für Leiterin Osanna ein wichtiges Ziel erfüllt: „Wir konnten neue Menschen erreichen und das Angebot der Insel bekannter machen.“

Das Team der Gesprächsinsel: Br. Hans Leidenmühler, Verena Osanna und Michaela E. Lugmaier. Hinten ihnen stehen mehr als 40 Ehrenamtliche. (c) ÖOK/emw
Kostenlos und unverbindlich
Die Angebote der Gesprächsinsel sind kostenlos, anonym und vertraulich. Seit einem Jahr besteht die Möglichkeit, sich über die Homepage einen Termin zu vereinbaren – ein Angebot, das mittlerweile gerne genutzt wird.