Klosterneuburg: Tag der Stiftspfarren mit Wiener Erzbischof Grünwidl

Die Augustiner-Chorherren Thaddäus Ploner, Propst Anton Höslinger und Johannes Kittler (v.l.) mit Erzbischof Josef Grünwidl (2.v.l.). (c) Stift Klosterneuburg/Walter Hanzmann
Propst Anton Höslinger sagte in seiner Begrüßung: „Dein Kommen heute ist ein schönes und bedeutendes Zeichen des Miteinanders von Erzdiözese Wien und Stift Klosterneuburg. Ich weite als zweiter Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz bewusst aus: ein gutes Zeichen der gemeinsamen Annahme der Herausforderungen unserer Zeit durch die Erzdiözese Wien und die in der Erzdiözese Wien tätigen und wirkenden Ordensgemeinschaften.“
In Form eines Interviews der Augustiner-Chorherren Johannes Kittler und Thaddäus Ploner stellte sich der neue Wiener Erzbischof interessierten Fragen und gab so Einblick in sein Denken und Handeln. Dabei wurden auch die gemeinsamen aktuellen und kommenden Herausforderungen in der Seelsorge angesprochen. So bezeichnete er die Pfarren als spirituelle Nahversorger und das Stift Klosterneuburg als spirituelle Oase für die Menschen. Orden dienten vor allem auch als Orte des Betens und Schule des Betenlernens.

Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl stand der Pontifikalmesse am Tag der Stiftspfarren in Klosterneuburg vor. (c) Stift Klosterneuburg/Walter Hanzmann
„Neuer Raum für Gott und die Mitmenschen“
Der Erzbischof stand auch der abschließenden Pontifikalmesse in der Stiftsbasilika vor und hielt die Predigt. Darin lud er dazu ein, in der Fastenzeit die Vertrauensfrage zu klären: „Es geht um unser Herz. Durch Beten, Fasten und durch gute Werke soll das übergewichtige Ego abnehmen, soll neuer Raum entstehen für Gott und die Mitmenschen.“
Grünwidl verwies auf den evangelischen Theologen Karl Barth (1886-1968). Dieser habe für die Fastenzeit drei Handbewegungen empfohlen: „Hände falten, Hände aus der Tasche nehmen und Hände in den Schoß legen.“ Zum Fasten gehöre, „dass ich im Laufe des Tages die Hände immer wieder falte und mit Gott ins Gespräch komme“. Ebenso sei es notwendig, „die Hände aus der Tasche zu nehmen und zuzupacken, um zu helfen und zu teilen“. Mindestens einmal am Tag sollte man aber auch die Hände „in den Schoß legen, zur Ruhe kommen, still werden und sich bewusst machen: Nicht ich habe mein Leben in der Hand, sondern ein guter Gott hält und trägt mich.“
Quellen: Stift Klosterneuburg, kathpress