Ethisch Veranlagen setzt ethisch Wirtschaften voraus und umgekehrt- Wirtschaftstagung 2018
Ethisches Investment bedeutet, neben den wirtschaftlichen Anlagezielen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit auch ethische bzw. nachhaltige Wertvorstellungen zu berücksichtigen. Eine sozial verantwortliche und ökologisch zukunftsfähige Geldveranlagung entspricht dem Wirtschaften im Sinne von „Laudato si“. Dort wird von Papst Franziskus Verantwortung für die Erde als gemeinsames Erbe eingefordert. Diesem Thema öffnete sich eine Gruppe von rund 70 Personen Ende Mai im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg.
Der Einstieg am vergangenen Montag Abend begann mit einer Vesper und dem Kabarett „Grünes Geld und frische Blüten“ von Georg Bauernfeind und Max Demel. Dieser anregende, untypische Einstieg in die Tagung fand großen Anklang und regte zum gemeinsamen Diskutieren an. Themenschwerpunkte waren Wirtschaftskritik, die Frage wie unsere Schulden zu verstehen sind und was es bedeutet einen Kredit aufzunehmen. Empfohlen wurde auch ein Wirtschaftsführerschein für die Veranlagung. Das Programm wurde außerdem mit schwungvollen Liedern ergänz. Im großen Garten des Bildungshauses wurde noch bis in die Dunkelheit diskutiert und man ließ den Abend in Erwartung auf den kommenden Vortragstag gemeinsam ausklingen.

(c) Peter Bohynik
Der inhaltliche Teil der Veranstaltung begann am nächsten Tag mit der Hl. Messe und fasste am Vormittag drei Vorträge zu den Themen: Ethisch veranlagen setzt ethisch erwirtschaften voraus“ und „Grundsätze einer nachhaltigen Vermögensverwaltung Klaus Gabriel und Peter Krause sprachen hier einerseits über die ethisch-theologischen (Christliche Sozialverkündigung, Sozialpflichtigkeit des Eigentums und Kirchliche Stellungnahmen zur Geldanlage) wie auch die rechtlich-normativen Aspekte der Veranlagung (Stammvermögen – frei verfügbares Vermögen „nutzbringender“ Umgang mit Finanzanlagen). Danach folgte eine Auseinandersetzung auf der operativen Ebene mit dem Vortrag „Krieterien und Instrumente der ethisch-nachhaltigen Veranlagung“ und als Abschluss am Beispiel der Superiorenkonferenz die praktische Ebene von Peter Bohynik, dem interimistischen Generalsekretär der Ordensgemeinschaften Österreichs: „Vermögen bedeutet Verantwortung dafür, was dieses Vermögen bewirkt. Die wirtschaftliche Dimension ist eng mit dem Menschen und der Sendung verbunden und unsere Verantwortung können wir selbst wahrnehmen und gestalten! Im Sinne von Laudato Si sollten wir uns fragen, wodurch wir unsere Investitionen finanzieren, wo wir Gutes bewirken können und wo sich auch Nicht-Experten einbringen können. Denn für die Entscheidung zu ethisch-nachhaltiger Veranlagung muss man kein Experte sein!“

(c) Peter Bohynik
Am Nachmittag bildeten sich drei Arbeitsgruppen zu Workshops bei denen alle Teilnehmer sich für zwei Themen entscheiden konnten. Zur Auswahl standen die Fokusse auf Gestaltung, Umsetzung oder auf die Mess- und Beurteilungskriterien für die ethisch-nachhaltige Veranlagung. Klaus Gabriel fasste am Ende zusammen und schloss mit dem Impuls "Ethisch Veranlagen setzt ethisch Wirtschaften voraus und ethisch Wirtschaften setzt ethisch Veranlagen voraus!"
[mschauer]