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13. Juni 2018

Ordenstag und Herbsttagungen 2018: Prophetische Präsenzen

MO 26. Nov - DO 29. Nov 2018 werden vier Tage der Orientierung, Vergewisserung, neuer Vernetzungen und gemeinsamer Erlebnisse sein. Das zentrale und verbindende Thema ist "Prophetische Präsenzen", das in besonderer Weise beim Ordenstag selber am DI 27. Nov 2018 im Mittelpunkt steht. Das Kardinal König Haus dient wieder als Veranstaltungsort. 

Ordensleben ist ein hellwaches Leben, hinhörend auf die Stimme Gottes, oft ein Leben entlang der Bruchlinien. Diese spirituellen und gesellschaftspolitischen Bruchlinien öffnen einen besonderen Raum, der einen klaren Standpunkt und die Fähigkeit zum Brückenbau verlangt, eine Präsenz, die sich an der prophetischen Grundhaltung ausrichtet. Ordenschristinnen und Ordenschristen sind nicht in erster Linie Systemerhalter oder Systemerhalterinnen, sondern als Gottsucher am Rand unterwegs, bei den Entrechteten, Vertriebenen, Ausgebeuteten. Was heißt es heute, ein prophetisches Leben zu führen? Was hören Menschen, die Gott im Ohr haben? Was tun die Hände derer, die sich im Dienst an den Menschen hingeben?

PROPHETISCHE PRÄSENZEN 

"Treu zu seiner Sendung stehen schafft prophetische Zeichen"

mit Erzabt em. Dr. Asztrik Vàrszegi, Benediktinerabtei Pannonhalma (Martinsberg) in Ungarn

Veränderungen, Wandel, Verunsicherungen, Experimente, Internationalisierung, Ordenscharisma. Mit Schlagworten wird unsere Zeit charakterisiert. Der Präsenz der Orden und ihrer Einrichtungen liegt eine „prophetische Grundtonalität zu Grunde“. Varszegi wird aus seiner reichen Lebenserfahrung der Frage nachgehen, was es für Orden heißt, „prophetisch präsent zu sein“. Offen bleiben, konkret helfen und Fakten schaffen sind dabei wichtig. Ein Blick in die Geschichte zeigt anhand seiner Erfahrung, dass Prophetie immer dabei war und vieles außerhalb des Rahmens geschehen musste, damit Menschen nicht Schaden nehmen. Die (benediktinische) Gastfreundschaft an sich ist schon Prophetie. Deshalb die Ermutigung: Wer das Ordenscharisma treu lebt, wird „automatisch“ prophetische Zeichen und Fakten schaffen. Und: Internationalität ist unser Erfahrungsschatz.

Vita

Várszegi legte am 15. August 1965 ewige Profess ab und am 29. Januar 1971 empfing er die Priesterweihe. Von 1971 bis 1976 studierte er an der Budapester Loránd-Eötvös-Universität Geschichte und Germanistik für das Lehramt und war bis 1988 als Lehrer tätig. 1985 wurde er in Geschichte promoviert, 1997 in Philosophie. 1988 wurde er zum Titularbischof von Culusi und zum Weihbischof im Erzbistum Esztergom-Budapest ernannt. Von 1989 bis 1991 war er Sekretär der ungarischen Bischofskonferenz sowie Rektor des zentralen Priesterseminars. 1991 wurde er zum Erzabt der Benediktinerabtei Pannonhalma gewählt. Diese hat er zu einem bedeutenden internationalen Begegnungszentrum entwickelt. Von 2001 bis 2011/12 war er Delegat des Abtprimas für die Slawische Benediktinerkongregation. Im November 2017 kündigte Imre Asztrik Várszegi seinen Rücktritt an, den Papst Franziskus am 16. Februar 2018 annahm. Vàrszegi ist bekannt für seine ökumenische Gesinnung, hat Erfahrung mit Untergrundkirche gemacht und ist ein geschätzter Gesprächspartner weit über die Grenzen Ungarns hinaus.

PROPHETISCHE PRÄSENZEN 

Wir werden die Stimme erheben (müssen)

mit Susanne Scholl, Journalistin und Schriftstellerin

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Vita

Scholl ist die Tochter einer assimilierten österreichisch-jüdischen Medizinerfamilie. Der Vater aus Pötzleinsdorf und die Mutter aus der Leopoldstadt haben sich im „Austrian Center“ in der Emigration in London kennengelernt. Sie kehrten 1947 nach Wien zurück. Scholl schloss ihren Bildungsweg mit einem Doktoratsstudium der Slawistik in Russland und Rom 1972 in Rom ab. Ihre journalistische Laufbahn führte sie zu „Le Monde“, Radio Österreich International (ROI) und die APA, von wo sie von Paul Lendvai 1986 in das Pionierteam der neuen ORF-Osteuroparedaktion geholt wurde. 1989 ging Scholl als Korrespondentin des ORF nach Bonn, 1991 wechselte sie nach Moskau. 1997 bis 2000 leitete sie in der Wiener Zentrale das „Europajournal“ im ORF-Radio, um dann nach Moskau zurückzukehren. Aufsehen erregte ihre vorübergehende Festnahme durch die russischen Behörden während der Berichterstattung aus Tschetschenien. Scholl ist Mutter eines Zwillingpaares und hat als Buchautorin zahlreiche Romane, Erzählungen und Gedichte verfasst. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. In letzter Zeit ist sie federführend bei "Omas gegen Rechts" aktiv.

Besonders vorgestellt werden die drei Preisträger des Preises der Orden 2018.

Für engagierte soziale, journalistische, künstlerische oder wirtschaftliche Leistungen an der Schnittstelle zwischen Ordensgemeinschaften und Gesellschaft wird im Jahr 2018 zum vierten Mal der "Preis der Orden" ausgeschrieben. Er ist mit € 12.000,- dotiert. Die Ordensgemeinschaften honorieren mit diesem Anerkennungspreis das gesellschaftspolitische und spirituelle Engagement der PreisträgerInnen. Sie wollen Engagierte stärken und ihre Solidarität mit den PreisträgerInnen ausdrücken. Erstmals wird es drei PreisträgerInnen geben.

 

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