16. Oktober 2018

Zeitlos faszinierend: die Vorauer Volksbibel

Ein Jahrtausend Buch- und Kulturgeschichte umspannt die Bibliothek des Augustiner Chorherrenstiftes Vorau. Unter den wertvollen 416 Handschriften, 206 Inkunabeln und weiteren 40.000 gedruckten Büchern in der Stiftsbibliothek wurde eines nun besonders ausgezeichnet: die Vorauer Volksbibel. Sie wurde von der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, ins Register des „Nationalen Gedächtnisses“ aufgenommen. #KulturÖffnet

Die Vorauer Volksbibel gehört zur Gattung der Historienbibeln. In baierisch-österreichischer Mundart geschrieben, ist die Handschrift mit 1467 datiert. Entstehungsort und Schreiber sind unbekannt. Die Bibel enthält 559 Miniaturen auf 460 Blättern. Der Inhalt: Teile des Alten und Neuen Testamentes sind vermischt mit den Lehrmeinungen der Kirche und der damaligen Geschichte der Kaiser und Päpste, und die Epistel Samuels, eines jüdischen Gelehrten. Christliche Inhalte sind eingebettet in die Geschichte und mit vielen szenischen Darstellungen den Leuten nahegebracht - das macht die Volksbibel zeitlos faszinierend.
Die Vorauer Volksbibel wurde zur geistlichen Erbauung in den Familien, Klöstern usw. verwendet. Laut Archivar Stefan Reiter ist das Buch in der Vorauer Stiftsbibliothek seit 1733 im Bibliothekskatalog nachgewiesen. Vermutlich war es schon früher da.

Stiftsbibliothek Vorau. Fotos: Stift Vorau

[hwinkler]