„So wie Franz is kana“: Neuer Franziskanischer Berufungsweg für junge Erwachsene
01. Oktober 2026

„So wie Franz is kana“: Neuer Franziskanischer Berufungsweg für junge Erwachsene

In der neuen Folge des Podcasts „Orden on air“ sprechen der Franziskaner Br. Karl Schnepps und die Elisabethine Sr. Helena Fürst über Fragen, auf die es oft keine schnellen Antworten gibt: Was soll ich aus meinem Leben machen? Welchen Weg möchte ich gehen? Und was ist eigentlich meine Berufung? Der Franziskanische Berufungsweg will nun jungen Erwachsenen den nötigen Raum geben, sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.

 

 

Download Foto von Br. Karl Schnepps und Sr. Helena Fürst

Passend zum 800-Jahr-Jubiläum des hl. Franziskus wird auch die Veranstaltung „Franziskanisches Berufungsjahr“ neu aufgelegt: Mit neuen Gesichtern – Br. Karl Schnepps leitet es das erste Mal – und neuem Namen – „Franziskanischer Berufungsweg“ – bleiben die Inhalte doch die gleichen: zentrale Fragen junger Leute, die auf der Suche nach ihrer Berufung sind. Ziel ist es, so Br. Karl, „grundsätzlich eine Perspektive für den eigenen Lebensweg finden“, 

 

Nicht automatisch ins Kloster

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele junge Menschen für ein Ordensleben zu gewinnen. „Unser Ziel ist nicht, einfach die Teilnehmenden auf die verschiedenen Ordensgemeinschaften zu verteilen“, betont Br. Karl. Im Mittelpunkt steht klar das Thema der eigenen Berufung. Die bisherigen Erfahrungen aus den vergangenen Veranstaltungen bestätigen das: „Ich glaube, die wenigsten Teilnehmer oder Teilnehmerinnen haben einen Weg in den Orden gefunden, aber sie haben für ihren eigenen Lebensweg mehr Klarheit gefunden.“

 

Eine, deren Weg tatsächlich in einen Orden geführt hat, ist Sr. Helena Fürst. Die heutige Elisabethine in Linz war selber Teilnehmerin und damals bereits intensiv auf der Suche, ob und welches Ordensleben für sie passen könnte. Das Berufungsjahr habe „deshalb wie die Faust aufs Auge gepasst“: Sie konnte in einem organisierten Rahmen die Gemeinschaften kennenlernen und sich mit anderen Menschen austauschen, die ähnliche Fragen beschäftigen. „Es ist wirklich wertvoll, Menschen zu treffen, die die gleichen Fragen haben und die man im Alltag vielleicht so nicht um sich hat“, erinnert sie sich. Das gemeinsame Suchen verbindet; bei ihr sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten.

 

Sr. Helena erzählt auch darüber, dass sie während ihrer eigenen Teilnahme beim Berufungsjahr „eine große Freiheit, eine große Offenheit“ erlebt hat, sich mit den eigenen Lebensthemen auseinanderzusetzen – und unabhängig davon, wohin der Weg einem letztlich führt. Dabei war auch die Gemeinschaft mit anderen jungen Erwachsenen wichtig.

 

Und: Ausgerechnet der Orden der Elisabethinen überzeugte sie zunächst überhaupt nicht. Nach der ersten Begegnung stand fest: „Nein, das ist nichts für mich.“ Einige Monate später besuchte sie die Gemeinschaft doch – und blieb schließlich. Im Podcast rät sie dazu, bei der Suche nach dem eigenen Weg auch den Mut zu haben, Dinge auszuprobieren: „Einfach den Mut zu fassen, es einfach mal zu machen. Das Schlimmste, was passieren hätte können, war, dass es nicht passt und ein Wochenende vergeudet ist.“ Und außerdem: „Umwege erweitern die Ortskenntnisse.“

 

„So wie Franz is kana“

Umwege sind beim Franziskanischen Berufungsweg keine geplant, dafür aber fünf konkrete Termine bei fünf unterschiedlichen franziskanischen Gemeinschaften. „Eine Lebensform lernt man nur kennen, wenn man die Menschen dort kennenlernt und ein Stück ihres Weges mitgehen kann“, weiß Br. Karl. Die franziskanische Familie ist groß und vielfältig: Es gibt eine große Bandbreite zwischen Verkündigung und der Kontemplation, sowie auch den Dritten Orden mit wiederum eigenen Ausrichtungen und Lebensformen. Was sie bei aller Vielfalt verbindet, ist Franziskus von Assisi. Oder, wie Br. Karl es augenzwinkernd auf den Punkt bringt: „So wie Franz is kana.“

 

Auch Sr. Helena war spätestens nach der Teilnahme der „Marcia Francescana“ (Jugendwallfahrt nach Assisi) „ein großer Fan“ der franziskanischen Spiritualität. Essenziell sind für sie die Verbindung zur Schöpfung, die Einfachheit in der Lebensweise und auch eine gewisse Fröhlichkeit, die zum Franziskanisch-Sein dazugehören. „Was nicht heißt, dass wir völlig verklärt sind und irgendwie nur grinsend durch die Gegend gehen, aber es hat eine gewisse Leichtigkeit, diese Spiritualität.“

 

Franziskus heute?

Für Br. Karl ist der hl. Franziskus heute noch „erstaunlich aktuell“: Auch dieser habe mit seiner eigenen Berufung gerungen: Ritter-Sein, das Geschäft seines Vaters übernehmen oder doch einen ganz anderen Weg einschlagen? Dieses „Ringen um einen Lebensweg“ trifft auch heute noch den Nerv vieler junger Erwachsener.

 

Dazu kommen noch seine „Einfachheit“ und „Verankerung im Glauben und Gemeinschaft“ in einer Welt voller Möglichkeiten: „Wir sind heute viel unterwegs und haben alles Mögliche gesehen. Da ist es die große Kunst, sich nicht zu verlieren, sondern immer noch irgendwo eine Heimat zu haben.“

 

Auch Sr. Helena erlebt die Sinnsuche als starkes Thema unter jungen Menschen. Es geht nicht nur um Job oder Geld, weil „das brauchen wir alle zum Leben“, sondern um das, was darüber hinaus geht. Fragen wie: „Ich will etwas Sinnvolles tun. Etwas tun, was mich freut und was mich motiviert, mich jeden Tag dafür einzusetzen.“

 

Wo der Weg am Ende hinführt, muss dabei noch gar nicht feststehen. Oder, wie Sr. Helena es am Ende des Podcasts zusammenfasst: „So was ist nie eine verlorene Zeit.“

 

Franziskanischer Berufungsweg 2027

Der Franziskanische Berufungsweg richtet sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren und findet von Jänner bis Juni 2027 an fünf Terminen in unterschiedlichen franziskanischen Gemeinschaften in Österreich statt. Im Mittelpunkt stehen die eigene Berufung, der persönliche Glaube und die Frage nach dem eigenen Lebensweg.
Alle Termine, Orte und weitere Informationen gibt es hier zum Nachlesen.

Download Flyer Berufungsweg

 

 

„Orden on air“ – der Podcast der Ordensgemeinschaften Österreich

Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich hat im März 2022 den Podcast „Orden on air“ ins Leben gerufen. Der Titel ist Programm: Ordensfrauen und -männer kommen vor den Vorhang – und vor das Mikrofon. Ziel ist es, Persönlichkeiten vorzustellen, Einblicke in das Leben von Ordensgemeinschaften zu geben und das Engagement von Ordensleuten in vielfältigen Bereichen sichtbar zu machen. Der Podcast ist überall zu hören, wo es Podcasts gibt, sowie auf www.ordensgemeinschaften.at.

 


 

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[elisabeth mayr-wimmer]