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#07 Bruder Hans Leidenmühler: „Auf der Suche nach dem Mehr im Leben"

In der Folge #07 „Orden on air“ nähern wir uns dem Thema Spiritualität an. Gemeinsam mit Bruder Hans Leidenmühler von den Oblaten des hl. Franz von Sales begeben wir uns auf Spurensuche, was Spiritualität denn eigentlich ist, wie sich diese im christlichen Glauben manifestiert und warum sie eigentlich gerade so populär ist.  >>Jetzt Reinhören<<

  Abt Johannes Perkmann erzählt im Podcast über die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts eine 1.000-jähriges Kloster zu führen. (c) ÖOK/Mayr Fotodownload

 Br. Hans Leidenmühler spricht im aktuellen Podcast über Spiritualität und wie man sie entdecken kann. (c) ÖOK | Zum Download

Bruder Hans Leidenmühler OSFS kommt als Geistlicher Begleiter und Exerzitienleiter oft mit Spiritualität in Berührung. Im neuen Podcast „Orden on air“ erzählt er davon, wie er Menschen, die auf der Suche nach Spiritualität, diesem „Mehr im Leben“ sind, unterstützt.

Spiritualität ist ein großer Begriff, er findet nicht nur in allen Religionen, sondern auch in der Esoterik Verwendung. Eine allgemeingültige Definition gestaltet sich also schwierig, aber, so Bruder Hans, das liege auch in der Natur des Begriffes: „Im Wort Spiritualität steckt das Wort Spirit. Das bedeutet Geist, Hauch, Atmen – also etwas, das nicht fassbar ist. Aber wir brauchen es zum Leben und es bewegt uns.“

Alles beginnt mit einer Sehnsucht

„Der Beginn einer jeden Spiritualität ist die Sehnsucht. Wir spüren im Leben, es muss doch mehr geben“, beginnt Bruder Hans. Mehr als das, was wir im Alltag erleben, mehr als das, was wir wahrnehmen, etwas Größeres, das uns trägt. „Das ist dann der Moment, wo Spiritualität in unser Leben tritt.“ Und die Suche nach diesem Mehr beginnt. 

Freundschaft mit Jesu

Als Geistlicher Begleiter und Ordensmann ist Bruder Hans in der christlichen Spiritualität verhaftet und hilft Menschen dabei, ihre Beziehung zu Gott zu finden oder zu intensivieren. „Die christliche Spiritualität ist ein Beziehungsgeschehen, im Zentrum steht Jesus und auf ihn richten wir unser Leben aus“, betont er.

Wichtig sei ihm, zu vermitteln, dass Jesus unser Freund ist, der stets an unserer Seite bleibt. Diese Freundschaft gilt es für die Begleitenden zu entdecken, denn: „Was kann schöner sein, als jemanden an seiner Seite zu haben, der mitgeht?“

Mehr Interesse an Spiritualität

 „Viele Menschen kommen mit Alltagssorgen zu mir, aber hinter all dem stehen tiefere Fragen wie: Was trägt mich? Was sind meine Quellen?“, weiß Bruder Hans. Zurzeit merke er ein gesteigertes Interesse an Spiritualität, wofür er zwei mögliche Gründe anführt:

„Es gab in den vergangenen zwei Jahren viele Bruchstellen im Leben der Menschen – der Ukrainekrieg, der Klimawandel, die Pandemie. Viele sind verunsichert und sehnen sich nach etwas Solidem, das sie durch diese Krisen trägt.“

Andererseits sind Menschen schon seit Jahren mit einem „konstanten Überangebot konfrontiert: Jeder sagt ihnen, was sie tun, was sie kaufen sollen, um glücklich zu sein. Das überfordert und Menschen spüren, dass das nicht richtig sein kann.“

Das sei dann der Punkt, an dem es tiefer gehe und die Fragen auftauchen: „Was ist es, das mich glücklich macht, was mir Frieden gibt?“

Der Weg zu mehr Spiritualität

Hier hilft Bruder Hans mit geistlichen Übungen, er gibt etwa Bibelstellen zur Meditation mit und bespricht dann mit dem Begleitenden das Erlebte: Mit welcher Person konnte sie sich am meisten identifizieren? Hat die Szene bestimmte Gefühle ausgelöst etc. Hier lassen sich oft Rückschlüsse auf den Menschen und seine Lebensumstände, seine Hoffnungen, seine Ängste ziehen.

Das Stift Michaelbeuern liegt inmitten der herrlichen Naturlandschaft. (c) ÖOK/Mayr

 Eine tägliche Gebetspraxis ist bei einem Wunsch nach mehr Spiritualität im Leben wichtig. (c) ÖOK/Mayr

„Meditation und Beten ist wesentlicher Teil einer täglichen spirituellen Praxis“, so Br. Hans, „wofür man sich auch Zeit nehmen muss.“  Dieses tägliche spirituelle Einüben bezeichnet Franz von Sales als „ Weg der kleinen Schritte“, so der Ordensmann.

Bruder Hans begleitet nicht nur kircheninterne Menschen, sondern auch kirchenferne. Von ihnen lerne er viel: „Sie sind in gewisser Hinsicht ‚weiter‘ als wir kirchentreue Menschen, weil sie sich weniger mit den kircheninternen Themen und Strukturen beschäftigen.“ „Aber natürlich möchte ich den Begleitenden immer auch die Freundschaft mit Jesu schmackhaft machen“, verrät er augenzwinkernd.

Wichtig sei ihm auch, dass Spiritualität nicht mit einem Leistungsgedanken verbunden ist: „Es ist kein Selbsterfahrungstrip, keine Selbstoptimierung, wo mein ich im Mittelpunkt steht. Es geht immer um Beziehungen – zu Jesu, zu Gott, zu mir selbst, zu meinem Umfeld.“

Drei Fragen zur eigenen Spiritualität

 Abschließend lädt er alle Menschen ein, sich mit ihrer eigenen Spiritualität auseinander zu setzen und diese Fragen zu beantworten:

 „Wonach sehnst du dich, was wünscht du dir für dein Leben und was behindert dich daran, so zu leben?“

 

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