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P. Franz Helm: Entscheidung gegen Lobautunnel "mutig"

Der Steyler Missionar P. Franz Helm, ehemaliger Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, nannte in einem kathpress-Interview vom 1. Dezember 2021 die Entscheidung von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler gegen den Bau des Lobautunnels "mutig". Er sei allerdings skeptisch, dass hier das letzte Wort bereits gesprochen sei.

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P. Franz Helm bei der multireligiöse Lichtfeier gegen den Bau des Lobautunnels mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen. (c) privat

Die Projektevaluierung hatte klar gegen einen Bau in dem Naturschutzgebiet gesprochen; Klimaschutzministerin Leonore Gewessler war der Argumentation gefolgt und hatte sich entschieden, den 8,2-Kilometer-Tunnel unter der Donau und dem Naturschutzgebiet Lobau nicht zu bauen und alle Planungs- und Baumaßnahmen einzustellen. Bereits in der Vergangenheit hatte P. Franz Helm, Rektor des Missionshauses St. Gabriel bei Mödling, die Umweltschützer, die gegen den Bau des Tunnels und der Stadtstraße demonstriert hatten, unterstützt - zuletzt durch eine "multireligiöse Lichtfeier" mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen. "Ein Mehr an Straßen wird auch ein Mehr an Verkehr bringen", so der Ordensmann. Bereits bei den durchgeführten Bauvorbereitungen sei "drübergeschottert worden über viel fruchtbares Land, das am Stadtrand von Wien ohnehin rar ist", so Helm. Angesichts aktueller Probleme wie Bodenversiegelung, Klimawandel, Artensterben und Ressourcenverbrauch seien "einschneidende Maßnahmen des Umweltschutzes nötig, die auch schmerzen können - da Zukunft auf dem Spiel steht".

Achtung vor dem Leben

Seinen eigenen Einsatz für "ökosozial Engagierte" wie etwa die Baustellen-Besetzer oder Klimaschutz-Aktivisten begründete P. Helm mit der "Achtung vor dem Leben", welche diese an den Tag legten. Als christlicher Theologe sehe er die Natur als "Schöpfung Gottes, die nicht so geschaffen ist, dass alles dem Menschen als ihre Krone dienstbar zu sein hat und er alles rücksichtslos seinen Interessen unterwerfen darf". Angebracht sei vielmehr die Sichtweise eines "Lebensnetzwerkes", dessen Teil der Mensch sei und in dem er Achtung vor seiner "Mitschöpfung" aufbringen müsse. "Für mich hat das auch zu tun mit Dankbarkeit und Verantwortung für das uns Geschenkte", so der Ordensmann.

Zu befürchten sei allerdings, dass die jetzige Entscheidung von der Stadt Wien nicht akzeptiert wird: Bürgermeister Michael Ludwig kündigte an, im Fall eines Baustopps eine Klage dagegen einzureichen.

Zum Nachlesen: Multireligiöse Feier für die Lobau - Ordensgemeinschaften Österreich

Quelle: kathpress.at

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