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Pionier des interreligiösen Dialogs P. Andreas Bsteh verstorben

Der Steyler Missionar P. Andreas Bsteh ist am 9. Juni 2021 im 88. Lebensjahr im Missionshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf verstorben. Bsteh war ein Wegbereiter des interreligiösen Dialogs, Autor zahlreicher einschlägiger Bücher und Organisator von Konferenzen und Tagungen, die dem Dialog zwischen den Weltreligionen, vor allem zwischen dem Christentum und dem Islam, gewidmet waren.

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† P. Andreas Bsteh. (c) Steyler Missionare

P. Bsteh war zudem Gründer und Direktor des Religionstheologischen Instituts St. Gabriel. Ein besonderes Anliegen war P. Bsteh die von ihm initiierte „Vienna International Christian-Islamic Sommer University", bei der Studierende aus aller Welt zusammentrafen, um sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Religionen auseinanderzusetzen. Für seine Verdienste wurde Bsteh mit Ehrenzeichen der Republik Österreich, des Landes Wien, der Marktgemeinde Maria Enzersdorf sowie mit dem Kurt-Schubert-Preis ausgezeichnet.

Zur Person

Andreas Bsteh wurde am 15. Oktober 1933 in Wien geboren. Er studierte an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und trat 1954 in das Noviziat der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) ein. An der Theologischen Hochschule St. Gabriel setzte er seine Studien fort. Am 7. Mai 1959 wurde er in der Heilig-Geist-Kirche von St. Gabriel zum Priester geweiht.

Nach der Priesterweihe wirkte P. Bsteh zunächst als Seelsorger für Übersee-Studenten in Wien und war Initiator der Gründung des Afro-Asiatischen Instituts durch Kardinal Franz König. Sein Doktoratsstudium an der Theologischen Fakultät Innsbruck schloss er mit einer Dissertation bei Karl Rahner „Zur Frage nach der Universalität der Erlösung“ im Jahr 1965 ab.

Im selben Jahr wurde er Professor für Fundmentaltheologie an der Hochschule St. Gabriel. Dieser stand er von 1971 bis 1986 als Dekan vor. Sein Verdienst war die Neuordnung und staatliche Anerkennung der Hochschule. Darüber hinaus war Andreas Bsteh viele Jahre Direktor der Bibliothek und des Missions-Ethnographischen Museums St. Gabriel. Das Museum sah er als privilegierten Ort für die Vermittlung christlicher Mission als Kulturbegegnung und Dialog.

Dem Wegbereiter des interreligiösen Dialogs gelang es immer wieder, Menschen durch große Visionen zu begeistern und durch akribische Arbeit zu überzeugen. Im Jahr 2013 veröffentlichte er zur Dokumentation seines Lebenswerkes das Buch „Die Geschichte eines Dialogs“. Seinen Lebensabend verbrachte P. Andreas Bsteh im Freinademetzheim von St. Gabriel, wo er in den Abendstunden des 9. Juni verstorben ist.  

[robert sonnleitner]

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