Spaltung der Gesellschaft kann und darf nicht Ziel der Politik sein!

„Die Folgen, die mit der Veröffentlichung der Islam-Landkarte eingetreten sind, erinnern an eine der schlimmsten Zeit in diesem Land. Gläubige Menschen werden hier pauschal und ohne Grundlage stigmatisiert und angeprangert, so etwas darf nie wieder vorkommen,“ zeigt sich Sr. Christine Rod MC, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, erschüttert über die Schilder, die in Wien von mutmaßlich rechtsextremen Aktivisten angebracht wurden.

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Am 3. Juni 2021 wurde der Zugang zur umstrittenen Islam-Landkarte wurde "aufgrund der aktuellen Entwicklungen" vorerst eingeschränkt. (Bild: Screenshot vom 3. Juni 2021)

„Muslime und ihre Einrichtungen werden hier pauschal und willkürlich unter Verdacht gestellt und somit einer Gefahr ausgesetzt. Statt für Transparenz und Aufklärung zu sorgen, schürt diese Aktion Hass, Angst, Misstrauen und Spaltung in der Gesellschaft. Das kann und darf nicht Ziel der Politik sein!“, so Rod weiter.

Die Ordensgemeinschaften Österreich verweisen zudem darauf, dass es auch von den Einrichtungen der katholischen Kirche Apps und Landkarten gibt, die die Standorte anzeigen. "Ein wichtiges Detail unterscheidet sie aber von der Islam-Landkarte: Diese Karten wurden von katholischen Organisationen selbst erstellt und nicht von der Politik!", erklärt die Generalsekretärin. Dass zum Beispiel private Adressen in der Islam-Landkarte aufscheinen, "darf nicht passieren und bringt Menschen in Gefahr".

[renate magerl]