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Stift St. Paul: Ausstellung über die Geschichte der Seuchen

Die Ausstellung „Zur Hölle mit dem Himmel?“ im Stift St. Paul veranschaulicht von 23. Mai bis 1. November 2021 stetes Ringen um Heilung sowie den Ruf nach Gott, „wo die Medizin an ihre Grenzen stieß“.

 Die Austellung im Stift St. Paul ist von 23. Mai bis 1. November 2021 zu sehen. Bild: Allegorie der Verganglichkeit (C) Stift St. Paul

Die Ausstellung im Stift St. Paul ist von 23. Mai bis 1. November 2021 zu sehen. Bild: Allegorie der Vergänglichkeit (C) Stift St. Paul

Trotz Leid gehören Seuchen zum Leben dazu

Die Corona-Pandemie geht dem Ende zu; doch dass ein Blick in die Kulturgeschichte der Seuchen dennoch lohnt, zeigt das Kärntner Benediktinerstift St. Paul mit seiner am Samstag vor Pfingsten eröffneten Sonderausstellung 2021: Unter dem Titel „Zur Hölle mit dem Himmel?“ geht es um die Pest und andere Heimsuchungen, die ganze Landstriche leerfegten. Thema ist aber auch das stete Ringen um Heilung sowie der Ruf nach Gott, „wo die Medizin an ihre Grenzen stieß“. Trotz allem damit verbundenem Leid gehören Seuchen zum Leben dazu, heißt es in der Ankündigung des Stifts. Die Menschheit habe sich aber niemals durch sie vernichten lassen, sondern sei „immer wieder zu neuer Lebensfreude erwacht“.

Pioniere im Kampf gegen die großen Epidemien

Kriege, Hungersnöte und Naturkatastrophen gelten als Nährboden heimtückischer Krankheiten, die als Pandemien den gesamten Planeten heimsuchten und kaum ein Land verschont ließen, ist auf der Website des Stifts zu lesen. Die Schau berichtet von Paracelsus (1493-1541), einem Schüler an der nahegelegenen Domschule in St. Andrä/Lavanttal, der sich zu Beginn der Neuzeit große Verdienste um die Bekämpfung der Pest erworben habe und heute als einer der großen Pioniere medizinischer Forschung in Europa gilt. Später folgten bedeutende Ärzte wie Robert Koch, Alexander Fleming oder Emil von Behring. Sie alle widmeten sich mit Hingabe dem Kampf gegen die großen Epidemien.

Gewaltige Pilgerbewegungen zu Gnadenorte

Dass die Angst vor den Seuchen auch große Auswirkungen auf die Religiosität hat, zeigt die Ausstellung anhand der im Mittelalter „gewaltigen Pilgerbewegungen“, die teilweise bis heute lebendig sind. Heiligen wurde Heilkraft zugesprochen und bedeutende Gnadenorte zogen Millionen von Wallfahrern an. Das stockende Blut des Januarius, so glaubte man, kündete Unheil (Cholera) für die Stadt Neapel an, die Heilige Corona wurde – heute wieder topaktuell – als Helferin bei Pandemien angerufen.

Die auf 20 Räume aufgeteilte Ausstellung „Zur Hölle mit dem Himmel?“ im Stift St. Paul ist von 23. Mai bis 1. November 2021 mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


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Mehr Informationen zur Ausstellung

Benediktinerstift St. Paul

[renate magerl]

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