Zum Weltbienentag am 20. Mai: Das große Summen im Klostergarten

Am 20. Mai ist Weltbienentag. Bienen und Ordensgemeinschaften haben eine lange Tradition: Zahlreiche Gemeinschaften haben Bienenstöcke in ihren Gärten und produzieren das süße flüssige Gold. In mehreren Bibelstellen ist vom Honig die Rede, so zum Beispiel vom „Land, in dem Milch und Honig fließen“ als fruchtbares Land. Und ein weiteres Produkt der Bienen, Wachs, ist auch als Kerzen präsent. Anlässlich des Weltbienentags hat das Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich bei P. Meinrad Tomann vom Stift Heiligenkreuz nachgefragt, was es mit den Bienen so auf sich hat.

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Frater Daniel beim ersten Heiligenkreuzer Klosterbienenstock (C) Stift Heiligenkreuz

„Die Idee für Bienenstöcke bei uns im Klostergarten ist vor ca. 10 Jahren entstanden. Junge Mitbrüder hatten die Idee und Begeisterung und starteten mit zwei Bienenstöcken. Im Laufe der Zeit ist das Bienenvolk immer weitergewachsen und verschiedene Mitbrüder haben sich darum gekümmert. Es findet sich immer jemand, der das weitermacht und mithilft“, erzählt Pater Meinrad über die Anfänge der Imkerei im Wienerwaldkloster.

Die beständige Säule ist ein guter Freund und Nachbar des Stift Heiligenkreuzes – Manuel Rodriguez. „Wir nennen ihn unseren Stiftsimker. Er ist Profi und kennt sich mit Bienen und Imkerei aus“, ist Pater Meinrad froh, einen Experten an seiner Seite zu haben.

Das Gartenhaus wird mittlerweile liebevoll Bienenhaus genannt. „Die Bienenstöcke haben ihren Platz an einer ruhigen Stelle im hinteren Bereich des Klostergartens gefunden – nahe am Waldrand. Es ist Blüten- als auch Waldhonig mit dabei. Mittlerweile sind es rund 15 Bienenstöcke und das Bienenvolk wächst und wächst“, zeigt sich der Prior des Stiftes Heiligenkreuz erfreut über den Erfolg bei der Imkerei.

Mehr als nur Honig

Gemeinsam mit Herrn Rodriguez wird der Honig auf den großen Klostermärkten zwei Mal im Jahr angeboten, übers Jahr kann man das wertvolle Naturprodukt im Klosterladen erwerben. Aber aus der Produktionsstätte der fleißigen Bienen kommt nicht nur Honig: „Propolis Tropfen, Lippenpflege, Honig gerührt und flüssig und eine ganze besondere Variante – nämlich ein gerührter Honig mit gefriergetrockneten Früchten. Und hin und wieder natürlich auch Kerzen.“

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Fr. Ludwig und Fr. Daniel beliefern die Klosterküche mit 35 Kilo frischgeschleuderten Honig (C) Stift Heiligenkreuz

Die Varroa-Milbe wird ausgetrickst

Die unter Imkern gefürchtete Varroa-Milbe ist leider auch in den Bienenstöcken des Stift Heiligenkreuzes angekommen. „Das ist ein ständiges Problem – landes- und europaweit. Aber Herr Rodriguez hat hier eine eigene Philosophie und Technik für sich entdeckt und trickst die Milbe aus. Er hat zusammen mit den handelsüblichen Mitteln, die bei der Milbe angewendet werden, einen guten Weg gefunden, mit der Milbe umzugehen,“ verrät der Prior des Stiftes.

Wertvolles Naturprodukt

Zum Weltbienentag betont Pater Meinrad, dass es im wichtig ist, dass die Menschen dieses wertvolle Naturprodukt schätzen. In der Volksmedizin ist bekannt, dass Honig viele Nähr- und Heilstoffe enthält. Und natürlich darf man nicht vergessen, dass Bienen einen ganz wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten, indem sie Pflanzen bestäuben.

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Mit Liebe zur Natur und zu den Bienen. (C) Stift Heiligenkreuz

Die gesamte Landwirtschaft des Stiftes ist eine biologische Landwirtschaft. 1.500 Hektar Landwirtschaft ohne Pestizide. Auch die Imkerei erfolgt zur Gänze biologisch.

Bienen und Klöster – eine Tradition?

„Ja!“, sagt Pater Meinrad, „denn Klöster in früheren Zeiten haben schon alles darangesetzt, autark zu leben und alle Produkte, die sie zum Leben brauchten, selbst zu haben – dazu gehört natürlich Honig für die Süße.“ Und auch das Stift Heiligenkreuz hat eine besondere Verbindung zur Imkerei: Abt Bernhard Schwindel vom Neukloster in Wiener Neustadt, das 1888 mit dem Stift Heiligenkreuz vereint wurde, gründete 1853 den Imkereiverein in Niederösterreich.  


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[renate magerl]