Jesuiten fordern: Patente für Corona-Impfstoffe aufheben

Der Jesuitenorden in Österreich und Deutschland macht sich über sein Hilfswerk "jesuitenweltweit" für die Aufhebung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe stark. "Die vorhandenen Impfstoffe müssen anders verteilt werden", sagt P. Jörg Alt, Sprecher des Hilfswerks.

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Der Jesuit und Sozialwissenschaftler P. Jörg Alt ist Sprecher des Hilfswerks jesuitenweltweit. (c) Wolfgang Noack, Jesuitenmission

Angesichts des "globalen Gesundheitsnotstands" müsse die Produktion ausgeweitet werden, fordert P. Alt. Die vorhandenen Impfstoffe müssten anders verteilt werden. Bisher seien 87 Prozent der verabreichten Impfstoffe an Länder mit hohem und mittlerem Durchschnittseinkommen gegangen. Die Länder am anderen Ende der Skala hätten dagegen nur 0,2 Prozent erhalten, so der Jesuit.

Die WTO-Mitgliedsstaaten sollten bevorzugt die Schwächsten unter ihren eigenen Bürgern impfen lassen und überschüssige Impfstoffe an ärmere Länder abgeben. Zudem müssten internationale Finanzinstitutionen und private Gläubiger armen Ländern Schulden erlassen, damit diese auf die Pandemie reagieren und sich von ihr erholen könnten.

Bereits im April 2021 hatte sich "jesuitenweltweit" mit 243 zivilgesellschaftliche Organisationen aus aller Welt als Teil des Xavier Netzwerks mit einem Offenen Brief an Ngozi Okonjo-Iweala, Generaldirektorin der Welthandelsorganisation, gewandt. Darin appellierten die Unterzeichneten nachdrücklich, die Patente für Corona-Impfstoffe aufzuheben. P. Alt: "Es ist an der Zeit, dass die Regierungen ihre zentrale und kollektive Verantwortung erkennen, im besten Interesse aller Menschen zusammenzuarbeiten und Monopole Intellektuellen Eigentums auf lebenswichtige Technologien konkret angehen! Hört auf die Experten, nicht die Lobbyisten!“

Quelle: kathpress; jesuitenmission.at

[robert sonnleitner]