Schönborn würdigt "unersetzlichen Beitrag der Ordensspitäler"

Die verschiedenen Krankenhäuser, die Ordensgemeinschaften unterhalten, vereinten höchste medizinische Professionalität und menschliche Zuwendung, die am Evangelium ausgerichtet ist, so Schönborn. Er selbst habe das in den letzten Jahren mehrmals am eigenen Leib erfahren dürfen.  Grundsätzlich gelte, dass sowohl öffentliche als auch private Spitäler Spitzenleistungen in Medizin und Pflege erbringen, betont der Vorsitzende der ARGE Ordensspitäler Adolf Inzinger.

inpuncto

"Ich danke den Ordensgemeinschaften sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren so wichtigen Dienst.", so Kardinal Christoph Schönborn in Inpuncto (c) Kirchenzeitungen

In Ordensspitälern besonders gut aufgehoben

Jedes Krankenhaus, so auch die Ordensspitäler, seien bemüht, bestmögliche Qualität anzubieten. Aber, so Inzinger: "In unserer christlichen Orientierung sowie in den Werten der jeweiligen Ordensgründer liegen für mich mögliche Gründe dafür, dass sich kranke Menschen in den privat-gemeinnützigen Spitälern der Ordensgemeinschaften besonders gut aufgehoben fühlen." Die kirchlichen Spitäler zeichne vielleicht eine besondere Achtsamkeit dem Menschen gegenüber aus. Das sei in den Häusern vielerorts spürbar und etwas Besonderes.

Inzinger: "Menschliche Zuwendung und ethische Kompetenz sind sicher Stärken der Ordensspitäler, die zu jener besonderen Stimmung beitragen, die Patienten, Mitarbeitende und Besucher in einem Ordenskrankenhaus wahrnehmen." Die medizinische Komponente sei freilich von gleich hoher Qualität, betonte der ARGE-Vorsitzende und Gesamtleiter der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder. Er verweist etwa auf die Herzchirurgie im Klinikum Wels oder die Augenchirurgie der Barmherzigen Brüder in Linz und Wien, weiters auf das Hautkrebszentrum des Ordensklinikums Linz oder die Bereich der Kinderorthopädie und Fußchirurgie im Orthopädischen Spital Speising.

Ordensspitäler Pioniere im Bereich roboterassistierter OP-Techniken - Zwei Millionen Patienten pro Jahr

Das aktuelle "Inpuncto" ist ganz den heimischen Ordensspitälern gewidmet. Jedes fünfte Spitalsbett - außer in Niederösterreich und Vorarlberg gibt es in allen Bundesländern Ordenskrankenhäuser - steht in einem Ordensspital. In Oberösterreich etwa ist es sogar jedes zweite Bett.
Die sieben Wiener Ordensspitäler tragen mit rund 15 Prozent zur Spitalsversorgung der Bundeshauptstadt bei. Pro Jahr versorgen die 23 Ordensspitäler bundesweit mehr als zwei Millionen Patienten, davon 1,5 Millionen ambulant, 400.000 stationär und 150.000 tagesklinisch. In den Ordensspitälern werden jährlich 230.000 Operationen durchgeführt.

Die medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung wäre jedenfalls ohne die Ordensspitäler undenkbar, unterstreicht Inzinger. Das zeige sich auch in der Corona-Pandemie. "Wir haben bei der Bewältigung der Pandemie ebenso Anteil wie jeder öffentliche Träger", so der ARGE-Vorsitzende. So habe beispielsweise das Eisenstädter Krankenhaus der Barmherzigen Brüder im Frühjahr 2020 zusammen mit dem Roten Kreuz und der öffentlichen Verwaltung in einem Sportzentrum ein Behandlungszentrum für den Notfall aufgebaut und im vergangenen Herbst sei u.a. bei den Barmherzigen Brüdern in Graz eine Covid-Isolierstation eingerichtet worden.

Andere Ordensspitäler wiederum würden öffentliche Krankenhäuser entlasten, damit sich diese auf Corona-Patienten konzentrieren könnten. Inzinger: "Wir sind im ständigen, aktiven Kontakt mit den öffentlichen Einrichtungen und gemeinsam haben wir die bisherigen Herausforderungen gemeistert. Die Corona-Krise hat auch bewirkt, dass wir alle näher zusammengerückt sind und verstärkt miteinander kooperieren."

24.000 Mitarbeiter

Der ARGE-vorsitzende wies zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung der Ordensspitäler hin: Die 23 gemeinnützigen Ordensspitäler sorgten für eine Wertschöpfung von rund zwei Milliarden Euro: "Wir sind wichtige Arbeitgeber und haben in unseren Einrichtungen rund 24.000 Arbeitsplätze. Mit der indirekten Beschäftigung, das sind Unternehmen, die von Ordensspitälern Aufträge erhalten, sorgen wir für fast 50.000 Jobs."

Hinzu kämen noch weitere beschäftigungspolitische Effekte; man sei schließlich nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber, sondern sichere auch wichtige Ausbildungsstandorte in den Regionen. Inzinger: "Mehr als 900 Studierende absolvieren ihr klinisch-praktisches Jahr in einem Ordensspital, wir bilden um die 700 Fachärztinnen und Fachärzte aus, und mehr als 300 Turnusärztinnen und -ärzte machen bei uns die Basisausbildung. Die Ordensspitäler sind also fest im wirtschaftlichen Leben Österreichs verankert."

Quelle: Kathpress

 

[magdalena schauer-burkart]