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Gedanken zum Weltfrauentag: Bleiben wir dran!

Anlässlich des 110. Weltfrauentags hat Sr. Chrstine Rod den Zwischenruf auf Radio Ö1 gestaltet. Klar ist, der Gestaltungsspielraum der Frauen in der Kirche - aber auch in Politik und Gesellschaft -  hat sich in den letzten 110 deutlich erweitert, gleichzeitig ist aber noch viel zu tun. Es heißt also dranbleiben.

Sr. Christine Rod ist seit 2020 Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz. (c) Msb

Sr. Christine Rod ist seit 2020 Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz. (c) Msb

Der Erfindungsreichtum von Frauen war schon immer grenzenlos, hält Sr. Christine eingangs fest. Im März 1919 marschieren etwa 20.000 Frauen Richtung Wiener Rathaus, „ohne Smartphone und E-Mail, heute schier unvorstellbar“.  Aber die Initiative zeigte Erfolg, im selben Jahr wurde das Frauenwahlrecht eingeführt und die ersten acht Frauen ins Parlament gewählt, eine davon vom christlich-sozialen Lager: Hildegard Burjan, die im selben Jahr noch die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis gründen sollte.

100 Jahre später wurde Brigitte Bierlein erste Bundeskanzlerin der Republik Österreich, die in einer „äußerst brisanten Situation Verantwortung übernommen hat“.  Die Gestaltungsmöglichkeiten von Frauen in Kirche, Gesellschaft und Politik haben sich seit dem ersten Frauentag 1911 also „deutlich ausgeweitet“, so Sr. Christine. Auch sie selber sei seit 2020 in ihrer Position als Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz in einer privilegierten Position: „Ich kann gestalten. Ich werde gehört.“

Zwischen Resignation und Abwanderung

„Frauen können sich heute in verantwortungsvolle Positionen bringen, sofern ihnen diese ermöglicht werden“, resümiert Sr. Christine Rod. Gerade in der katholischen Kirche haben viele Frauen resigniert und sind unbemerkt abgewandert, „müde und überdrüssig ob des Ringens um ihren Platz in der Kirche ." Andere sind zwar noch da, „aber ihr Potential, ihr guter Wille, ihre Spiritualität liegen gleichsam brach.“ Die Fragen, die hierbei zu stellen sind: Verschließt man sich dem Problem frei nach dem Motto „ist halt so, sie müssen ja nicht webbleiben“ oder sucht man nach Lösungen?

"Dann kann Neues entstehen"

Die Geschichte zeigt, „Frauen haben gekämpft und vieles erreicht. Das ist Grund für Dankbarkeit, auch für verstehende und unterstützende Männer“. Gleichzeitig sei die Geschichte noch nicht fertig geschrieben, vieles sei noch offen und nach wie vor leidenschaftlich zu ersehen. Deswegen ihr Appell: „Bleiben wir dran! Unterstützen wir einander, die Gegenwart und Zukunft gestaltend. Dann kann Neues entstehen“.

Hier gehts zu den Morgengedanken auf Ö1 zum Nachhören.

[elisabeth mayr]

 

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