Malteserorden wählt am Wochenende eine neue Leitung

Es wird ein Nachfolger für den im April verstorbenen Großmeister Dalla Torre gesucht. Als katholischer Orden ist der Souveräne Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt.

2020 1105 Sitzung des Malteserordens in Rom maltesersitzung

Am Samstag, 07.11.2020,  tritt in Rom der Große Staatsrat der Malteser zusammen, um eine neue Leitung des Ordens zu wählen. (c) Malteserorden

 

Wenn am Samstag der Große Staatsrat der Malteser zusammentritt, wird ein Nachfolger für den im April verstorbenen Großmeister Fra' Giacomo Dalla Torre gewählt. Trotz der Corona-Pandemie würden etwa 40 der rund 50 Mitglieder des Staatsrates zur Wahl in Rom erwartet, sagte der "Außenminister" des Ordens, Großkanzler Albrecht von Boeselager am Montag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Seit dem Tod Dalla Torres leitet der Portugiese Ruy Goncalo do Valle Peixoto de Villas-Boas (80) übergangsweise die Geschicke des Ordens, der politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt ist und diplomatische Beziehungen zu mehr als 100 Staaten unterhält.

Corona verändert auch Arbeit der Malteser

Die Folgen der Corona-Pandemie wirkten sich auch auf die Arbeit der Malteser aus, die weltweit unter anderem in der humanitären Hilfe und in der Pflege von Kranken und Senioren aktiv sind, sagte von Boeselager. "Manche Angebote mussten wir umstellen, manche sogar einstellen. Ermutigend ist, wie unglaublich konstruktiv unsere Mitglieder, Mitarbeiter und freiwilligen Helfer mit der Situation umgehen."

Konsequenzen gebe es auch für die Regierungsarbeit der Malteser, fügte der Großkanzler hinzu. "Ganz viel geht per Videokonferenz. Aber das stößt an Grenzen. Der direkte zwischenmenschliche Kontakt ist nicht ersetzbar."

Die Malteser

Als katholischer Orden ist der Souveräne Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt. Gleichzeitig ist er politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt. Der jeweilige Großmeister wird bei Staatsbesuchen protokollarisch wie ein Staatsoberhaupt empfangen. Zu 107 Staaten unterhält der Orden diplomatische Beziehungen, darunter auch zu Österreich. Die Malteser haben nach eigenen Angaben 13.500 männliche und weibliche Ordensmitglieder sowie rund 120.000 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Sie sind weltweit in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe sowie im Gesundheitssektor aktiv.


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[elisabeth mayr]