350-Jahr-Jubiläum der Ursulinen in Klagenfurt

Am 21. Oktober feierten die Ursulinen der Römische Union mit einem kleinen Festakt ihr 350-Jahr-Jubiläum in Klagenfurt. Dabei wurde auch die Festschrift präsentiert, deren Vorwort Bischof Josef Marketz verfasste.

 Sr, Marina, Peter tropper, Sr. Zorica und Bischof Josef Marketz

Mit der Festschrift zum 350-Jahr-Jubiläum der Ursulinen in Klagenfurt: Sr. Marina Zittera, Diözesanarchivar Tropper, Sr. Zorica Blagotinsek und Bischof Marketz (v. l.). (c) Eggenberger

„Trotz Pandemie haben wir unser Bestes gegeben, damit wir Sie zur Präsentation einladen dürfen“, erklärte Oberin Schwester Zorica Blagotinšek bei der kleinen würdevollen Feier, die am Gedenktag der hl. Ursula in der Heiliggeistkirche stattfand und von Kindern der Volkschule und Mittelschule St. Ursula musikalisch umrahmt wurde. Im Zuge der Feier wurde auch die eigens für das Jubiluäm veröffentlichte Festschrift "Soli Deo Gloria - Serviam!" präsentiert. 

Eigentlich wäre eine große feierliche Messe im Klagenfurter Dom geplant gewesen, Corona-bedingt wurde diese aber bereits auf nächsten Sommer verschoben und findet nun am 9. Juni 2021 statt. Der 9. Juni vor 350 Jahren war auch der Tag, an dem die ersten Mädchen in der Schule unterrichtet wurden.

Dankesworte 

Bei der Präsentation waren viele Menschen, von Stadt, Diözese und darüber hinaus, anwesend, die mit Ursulinen verbunden sind. In Festansprachen dankte man den Ursulinen für ihre Verdienste. Allen voran Bischof Josef Marketz, der für die Festschrift auch das Vorwort schrieb: „Was ihr alles vollbracht habt, dafür kann man nur Danke sagen. Es ist natürlich schade, dass wir die Feier in diesem Jahr nicht begehen können. Das müssen wir unbedingt nachholen, sobald es möglich ist. Darauf dürfen wir keine 50 Jahre mehr warten", so der Bischof mit einem Augenzwinkern.

20201021 URSULINEN4 700

Bischof Josef Marketz schrieb das Vorwort der Festschrift und bedankte sich in seiner Rede für das unermüdliche Wirken der Ursulinen. (c) Eggenberger

Auch Bildungsstadtrat Franz Petritz betonte die Wichtigkeit der Ordensfrauen: „Wir möchten uns sehr herzlich dafür bedanken, was die Ursulinen bereits seit Jahrhunderten für die Bildung in unserer Stadt geleistet haben. Darauf können wir auch in Zukunft aufbauen. 350 Jahre sind noch nicht genug. Bitte machen Sie weiter so“, sagte etwa Bildungsstadtrat Franz Petritz.

Schwester Zorica Blagotinšek: „Wir folgen den Spuren so vieler Frauen, die den Weg vor uns gegangen sind. Unsere Gastfreundlichkeit kann man vom Heiligengeistplatz aus sehen. Die Türe der Kirche ist offen von früh bis spät."

20201021 URSULINEN3 700

Die Türen der Kirche der Ursulinen sind stets für alle offen, lud Sr. Zorica Blagotinšek ein. (c) Eggenberger

Soli Deo Gloria – Serviam!

In der 132 Seiten starken Festschrift "Soli Deo Gloria - Serviam!" (dt.: "Allein Gott die Ehre - Ich werde dienen!") schrieben 13 Autorinnen und Autoren, darunter Prof. Dr. Gerald Grimm, Dr. Birgit Leitner, Dr. Christoph Brandhuber etc. über Geschichte, Lebensalltag und Wirken der Ursulinen in Kärnten. Die Publikation ist zum Preis von 9 Euro beim Geschichtsverein für Kärnten erhältlich.


Zur Geschichte des Ordens

Bereits am 25. November 1535 schlossen sich 28 junge Frauen in Brescia zur Gemeinschaft der heiligen St. Ursula zusammen. Sehr rasch breitete sich der Orden auf viele Länder aus. Mehr als ein Jahrhundert später wurde Klagenfurt von den Ursulinen entdeckt, da hier der Bedarf für eine Mädchenschule gegeben war. Bereits 1662 war erstmals die Errichtung eines Ursulinenklosters in der Stadt geplant, was jedoch durch die Türkenkriege verhindert wurde.

20201021 URSULINEN2 700

Die Sicherheitsvorkehrungen zur Eindämmung des Coronavirus wurden eingehalten. Man hofft, die geplante Festmesse 2021 nachholen zu können. (c) Eggenberger

Am 12. April 1670 machten sich schließlich fünf Klosterfrauen aus Wien auf den Weg in Richtung Kärnten. Am 09. Juni 1670 wurde der Unterricht mit einem Dutzend Schülerinnen aufgenommen. Doch das Haus erwies sich bald als zu eng für den wachsenden Konvent. Daher trachteten die Klosterfrauen danach, ein neues Klostergebäude in Klagenfurt zu errichten. Die Heiligengeistkirche wurde ihnen 1672 kostenfrei zugesprochen. Am 9. April 1673 erfolgte die Grundsteinlegung für das Klostergebäude. Am 7. Oktober 1678 konnten schließlich 19 Chor- und zwei Laienschwestern gemeinsam mit einigen Klosterfräulein und drei Dienstmägden das neue Kloster in Klagenfurt beziehen.

[elisabeth mayr]