Neuer Provinzial der Salesianer Don Bosco

 Seit 15. August steht der Salesianerorden in Österreich unter neuer Leitung. P. Siegfried Kettner SDB hat das Amt des Provinzials von P. Petrus Obermüller übernommen. Die Amtsübergabe fand im Wiener Don Bosco Haus statt; coronabedingt im kleineren Kreis der Mitbrüder.

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Seit 15. August 2020 leitet P. Siegfried Kettner SDB die Ordensgemeinschaft in Österreich. (c) Gerd neuhold, Sonntagsblatt

Zu Gast waren zudem der emeritierte Linzer Bischof Ludwig Schwarz und als Vertreterin der Don Bosco Schwestern die ehemalige Provinzleiterin Schwester Maria Maul. Der Regionalrat für die Region Mittel- und Nordeuropa P. Roman Jachimowicz leitete die Amtsübergabe und führte P. Kettner in das Amt des neuen Provinzials ein.

Das Besondere der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos ist die Aufmerksamkeit für junge Menschen, ihre Nöte und Anliegen. "Dort, wo Jugendliche benachteiligt sind, möchten wir präsent sein und zu einem gelingenden Leben beitragen" erläuterte der neue Leiter der österreichischen Salesianerprovinz laut einem Bericht auf der Website des Ordens bei der Amtsübernahme. Um dem spürbaren Nachwuchsmangel zu begegnen, will der neue Provinzial auch verstärkt auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzten. "Wir sollten bewusster mit Laien zusammenarbeiten und Kooperationen suchen. Besonders in die Berufungspastoral sollte viel Kraft investiert werden", so P. Kettner.

Gebürtiger Niederösterreicher

Siegfried Kettner wurde am 15. Februar 1963 in Waidhofen an der Ybbs geboren und trat nach dem Aufbaugymnasium in Horn 1983 in den Salesianerorden ein. Er studierte in Benediktbeuern Sozialpädagogik und Theologie, legte seine erste Profess 1986 ab und wurde 1995 zum Priester geweiht. Seither war er u.a. im Linzer Lehrlingsheim des Ordens, als pädagogischer Referent und schließlich Direktor des Wiener Don Bosco Hauses, als Zuständiger für die Öffentlichkeitsarbeit des Ordens sowie auch als Leiter der Salesianischen Jugendbewegung mit der Gruppe "Confronto" tätig und wirkte zwischenzeitlich auch als Spiritual im Vorbereitungsjahr für Priesterkandidaten (Propädeutikum) im Canisiusheim in Horn. Seit 2016 leitete er die Pfarre Wien-Stadlau.

Die Salesianer Don Boscos (Ordenskürzel: SDB) sind mit 14.650 Mitgliedern in 132 Ländern der zweitgrößte katholische Männerorden. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1859 von Johannes Bosco (1815-1888), der sich in der norditalienischen Industriestadt Turin der Nöte sozial entwurzelter Kinder und Jugendlichen annahm, sie von der Straße holte und ihnen in offenen Jugendzentren ("Oratorien") ein ganzheitliches Präventivprogramm mit Gemeinschaft, Bildung und Glaubensvermittlung bot. Don Bosco wurde 1934 heiliggesprochen und ist der Schutzpatron der Jugend.

Seit 1903 in Österreich

In Österreich ist der Salesianerorden seit 1903 tätig, derzeit mit rund 70 Priestern und Laienbrüdern in acht Niederlassungen: In Amstetten, Fulpmes, Graz, Klagenfurt, Unterwaltersdorf, sowie in Wien an den Standorten Neuerdberg, Stadlau und Unter St. Veit. Schwerpunkte sind neben der Pfarrpastoral einerseits die Jugendseelsorge in Jugendzentren, in sozialer Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Salesianischen Jugendbewegung, weiter auch die Führung von Schüler- und Studentenwohnheime, Bildungsarbeit vom (vor)schulischen bis zum berufsbildenden Bereich, die Förderung von Missionsprojekten, die Flüchtlingshilfe und der Freiwilligeneinsatz Jugendlicher im In- und Ausland. Die heimische Ordensprovinz ist den Schutzengeln geweiht.

Quelle: kathpress

[martin gsellmann]