Neue Leitung bei Menschenrechtsorganisation Solwodi

Maria Decker übernimmt Leitung des deutschen Dachvereins der von Sr. Lea Ackermann, von der Gemeinschaft der Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika (Weiße Schwestern), gegründeten international tätigen Menschenrechts- und Frauenhilfsorganisation.
Lea Ackermann 2012 04 13
 
Sr. Lea Ackermann gründete 1985 in Mombasa, Kenia die Organisation "Solidarity with women in distress – Solidarität mit Frauen in Not", SOLWODI. (c) Superbass, WikiCommons 
 
Sr. Lea Ackermann (83), Frauenrechtlerin und Ordensschwester, gibt die Leitung des deutschen Dachvereins der von ihr gegründeten international tätigen Menschenrechts- und Frauenhilfsorganisation Solwodi ab. Neue Vorsitzende wird ab 1. Juli Maria Decker (55), wie der Verein mit Sitz im deutschen Boppard am Wochenende mitteilte. Unterstützt wird sie von Gudrun Angelis und Barbara Wellner. Die künftige Leitung will nach eigenen Angaben das Lebenswerk der Gründerin fortführen und Frauen in Not und Gewaltsituationen helfen. Lea Ackermann wolle den Verein weiterhin unterstützend begleiten und insbesondere bei Vorträgen und Workshops Solwodi in der Öffentlichkeit repräsentieren. 

An der Ausrichtung der Arbeit und den Vereinszielen werde es keine Veränderungen geben, hieß es weiter. Solwodi soll auch weiterhin für Frauen in Not- und Gewaltsituationen Beratung, Begleitung und eine anonyme Unterbringung anbieten. Die betroffenen Frauen hätten oft einen langen Leidensweg hinter sich. Viele seien Opfer von Prostitution und Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, litten unter häuslicher Gewalt oder seien von Zwangsheirat und Gewalt im Namen der "Ehre" betroffen oder bedroht. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, so Solwodi weiter, wie sehr die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft Ausbeutung und Gewalt ausgeliefert seien.

Seit Jahrzehnten kämpft Sr. Lea Ackermann gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution, Sextourismus und Zwangsheirat. 1985 gründete sie Solwodi und baute seitdem ein internationales Beratungs- und Hilfsangebot auf, das sich an Mädchen und Frauen in Not richtet. Für ihren Einsatz erhielt die Ordensfrau zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland.
 

Seit 2010 in Österreich

Solwodi ist auch in Österreich aktiv: Gemeinsam mit fünf weiteren Frauenorden (Caritas Socialis SchwesterngemeinschaftCongregatio JesuInstitut der Franziskanerinnen Missionarinnen MariensKongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Wien-GumpendorfMissionskongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes) haben die Salvatorianerinnen im Jahr 2010 den Verein "Solwodi Österreich" gegründet. Ihr Einsatz gilt besonders Frauen und Migrantinnen, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Die Arbeit von Solwodi Österreich wird von der Vereinigung der österreichischen Frauenorden, Ordensgemeinschaften und privaten Spendern finanziert. www.solwodi.at

Quelle: kathpress/KNA

[martin gsellmann]

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