Vatikan anerkennt Wunder von P. Franziskus Jordan

P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan ist einer Seligsprechung einen Schritt nähergekommen: Papst Franziskus hat ein Wunder anerkannt, das sich auf Fürsprache des Ordensgründers der Salvatorianischen Gemeinschaften ereignet hat.

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P. Franziskus Jordan, Gründer der Salvatorianischen Gemeinschaften, im Jahre 1903. (c) Archiv der Salvatorianer

Wie die deutschsprachige Redaktion von Vatican News am Freitag, 19. Juni 2020, bekannt gab, könnte P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, Ordensgründer der Salvatorianischen Gemeinschaften, bald seliggesprochen werden.

Vatican News wörtlich: "Der am 16. Juni 1848 in Gurtweil geborene Johann Baptist Jordan stammte aus ärmsten Verhältnissen. 1878 wurde er zum Priester geweiht, konnte aber wegen der damals herrschenden Gesetzeslage seinen Priesterberuf nicht ausüben und zog deshalb nach Rom. Dort studierte er am Päpstlichen Seminar aramäische, syrische und koptische Sprachen. Nach einer Reise nach Fernost gründete er am 8. Dezember 1881 die „Gesellschaft des Göttlichen Heilandes“ (Salvatorianer) zur äußeren und inneren Mission und nahm den Namen Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan an. Exakt sieben Jahre später gründete er gemeinsam mit Freifrau von Wüllenweber, bekannt unter dem Ordensnamen „Mutter Maria von den Aposteln“, den Orden der „Schwestern des Göttlichen Heilandes“ (Salvatorianerinnen). Im Jahr 1911 erhielten die Salvatorianer die päpstliche Approbation.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges und aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit verlegte er den Hauptsitz seines Ordens von Rom nach Fribourg in der Schweiz, wo er am 8. September 1918 in Tafers verstarb. 1942 wurde der Seligsprechungsprozess für ihn eingeleitet."

Das Wunder

Ein junges Paar, das 2014 in Jundiai (Brasilien) ein Baby erwartete, wurde von mehreren Ärzten und Spezialisten darüber informiert, dass ihr ungeborenes Kind an einer unheilbaren Knochenerkrankung (Skelettdysplasie) leiden würde. Als Mitglieder einer Gruppe von Laien-Salvatorianern begannen die Eltern auf die Fürsprache des Ehrwürdigen Dieners Gottes P. Franziskus Jordan zu beten und luden andere Mitglieder der Salvatorianischen Familie ein, sich ihnen anzuschließen. Das Kind wurde völlig gesund am 8. September 2014, dem Todestag von P. Franziskus Jordan, geboren. Nachdem die erforderlichen kanonischen Verfahren erfolgreich abgeschlossen worden waren, erklärte der Heilige Vater Papst Franziskus, dass diese wunderbare Heilung von Gott auf die Fürsprache von Pater Franziskus Jordan, gewirkt worden ist.

Auf dem Weg zur Seligsprechung

Die Erklärung des Papstes am 19. Juni 2020 beendet den Prozess des Wunders und eröffnet definitiv den Weg zur Seligsprechung von P. Franziskus Jordan. "Ich bin erfüllt mit freudiger Dankbarkeit", so Provinzial P. Josef Wonisch in einer ersten Stellungnahme. "Es ist wunderbar, dass wir diese Nachricht drei Tage nach P. Jordans Geburtstag erfahren. Und für mich ist es auch ein Zeichen, dass die Anerkennung in diesem Jahr passiert ist. P. Jordan war in seinem Leben mit vielen Krisen konfrontiert, dennoch hat er niemals den Glauben und die Hoffnung aufgeben und immer wieder voll Zuversicht Wege aus diesen Krisen gesucht und gefunden. Auch darin ist er uns ein Vorbild."

Promulgazione di Decreti della Congregazione delle Cause dei Santi, 19.06.2020

Weitere Anerkennungen

Mit den Dekreten von diesem Freitag sind noch weitere Vorbilder im Glauben ihrer Seligsprechung einen Schritt näher gekommen. Diese betreffen die Anerkennung von Wundern auf Fürsprache des argentinischen Ordensmanns Mamerto Esquiú und des venezolanischen Laien Giuseppe Gregorio Hernández Cisnero. Des Weiteren wurden der heroische Tugendgrad der mexikanischen Ordensoberin Gloria Maria di Gesù Elizondo García und das Martyrium der italienischen Ordensfrau Maria Laura Mainetti anerkannt. Am 9. April 2008 hatte Benedikt XVI. der ermordeten Ordensfrau am Ende der Generalaudienz gedacht. Sie war im Jahr 2000 in der italienischen Kleinstadt Chiavenna von drei jungen Mädchen im Rahmen eines satanistischen Rituals erstochen worden.  

[robert sonnleitner]