Dokufilm #ORDENTLICH LERNEN

Genau zum Höhepunkt der Coronakrise, als sich während des Lockdowns alle im Homeoffice befanden, riefen die Ordensschulen Österreich ein landesweites Solidaritätsprojekt ins Leben: #ORDENTLICH LERNEN ist eine großangelegte Sammelaktion von gebrauchten Laptops, die gereinigt und neu aufgesetzt und an jene Schülerinnen und Schüler weitergegeben wurden, die kein Gerät hatten, um darauf das Homeschooling erledigen zu können. FILMLINK

Dieser Film beschreibt das Solidaritätsprojekt #ORDENTLICH LERNEN der Ordensschulen Österreich (c) magdalena schauer

 

„Ich konnte nicht so oft am Computer sein, weil mein Bruder ihn oft benützt hat“, berichtet Marie, Schülerin in der 1. Klasse der AHS St. Ursula in Wien. „Und ich konnte auch keine Power-Point-Folien machen, weil mein Vater hat ihn [den Computer] auch benützt, weil er auch im Homeoffice ist, und es war schwer.“

„Eine wesentliche Frage war natürlich, wie die Menschen von dem Projekt erfahren und wo sie Geräte spenden können. Hier waren unsere Schulstandorte zentral, denn über sie konnten wir über 50.000 Schülerinnen und Schüler und deren Eltern erreichen“, erzählt Clemens Paulovics, Leiter des Bereichs Bildung der Ordensschulen Österreich und Projektleiter von #ORDENTLICH LERNEN, über die ersten Schritte der Aktion.

Kooperationspartner und mediale Aufmerksamkeit

Neben der Einbindung der eigenen Ordensschulen versuchte das Projektteam außerdem verschiedenste Kooperationspartner ins Boot zu holen, die #ORDENTLICH LERNEN im Bereich Logistik, digitalem Organisationsplan und vor allem im Geräte-Refurbishing unterstützten. Die mediale Aufmerksamkeit wurde durch eine eigene PR-Kampagne und durch Berichterstattung in Medien wie ORF.at, der Kronenzeitung, Kathpress, den Kirchenzeitungen und vielen Homepages von Schulen, Vereinen etc. erreicht.

„Die Sache klingt so einfach, aber bedarf eines sehr großen organisatorischen und logistischen Aufwands. Man geht mit vielen Hoffnungen in so ein Projekt; viele werden enttäuscht, aber es funktioniert dann trotzdem. Man wird von zahlreichen Menschen überrascht, die dann sagen, wir tun mit, wir unterstützen das, wir machen das!“, beschreibt Magdalena Schauer, Ideengeberin und Koordinatorin des Projekts.

Nikolaus Hofer, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Katholischen Jungschar, schenkte dem Projekt viele Stunden seiner Freizeit, um ein Organisationssystem zu programmieren, mit dem es möglich war, die vielen unterschiedlichen Spenden und Abgabe- und Verteilstandorte zu koordinieren.

Geräteaufbereitung

Drei Computerfirmen machten die Geräteaufbereitung möglich: Die Firma Compuritas in Graz, die Firma Helferline in Wien und die Firma JM-Data in Traun. „Besonders schön finde ich das Zustandekommen unserer Kooperation in Oberösterreich“, freut sich Clemens Paulovics. „Herr Meixner, Vater eines Ordensschülers, hat uns kontaktiert und gesagt, er möchte das Projekt mit seiner Firma unterstützen und könne bis zu zehn Laptops pro Tag für uns neu aufsetzen. Wir sollen ihm die Laptops einfach schicken und sie würden uns helfen.“

Außergewöhnlich erfolgreich war ein Tag, an dem gleich 35 Laptops als Spenden eingingen. Diese kamen zum großen Teil nicht von privaten, sondern von Großspendern wie der Generali-Versicherung und den Ordensspitälern der Vinzenzgruppe.

Haran, Schüler der 2. Klasse NMS St. Marien in Wien: „Ich freue mich, dass ich einen Laptop bekommen habe, weil ich kann da besser lernen und muss nicht alles vom Handy machen.“

Strahlen in Kinderaugen

Andreas Proy, Direktor der Ordensschule NMS St. Marien in Wien, erlebte das Projekt als sehr bereichernd. Es seien sehr viele schöne Momente dabei gewesen, besonders: „Die Dankbarkeit der Eltern zu spüren, das Lächeln der Kinder und das Strahlen in ihren Augen zu sehen, dass sie jetzt einen Laptop zur Verfügung haben.“

Mit dieser Aktion wurde aber auch der Umwelt etwas Gutes getan: durch den Re-Use werden pro Laptop rund 150 kg Kohlendioxid und mehr als 500 Liter Wasser eingespart.

Kein Abschluss sondern erst der Anfang

Das Homeschooling ist vorbei, und das Projekt #ORDENLICH LERNEN konnte in dieser heißen Phase oft Hilfestellung bieten. Dennoch ist es damit nicht abgeschlossen, sondern soll noch lange weiterlaufen: „Die Problematik fehlender Geräte ist eine grundsätzliche, sie hat sich nur durch Corona manifestiert. Das digitale Lernen wird in den kommenden Jahren weiter in den Mittelpunkt rücken. Es ist den Ordensschulen Österreich ein großes Anliegen, dass alle Schülerinnen und Schüler unter den gleichen Voraussetzungen lernen können und niemand benachteiligt ist“, betont Clemens Paulovics, Leiter des Bereichs Bildung der Ordensgemeinschaften Österreich.



Der Dank des #ORDENTLICH LERNEN – Teams gebührt außerdem:

Natalie Rath, Direktorin der VS und NMS St. Ursula, Wien

Gabriela Kopetzky, Leiterin der NMS der Grazer Schulschwestern

Irene Wagner, Direktorin der HIS OÖ (Schule im Spital), Gmunden

Elisabeth Holzner und Sigrid Kickingereder von der Katholischen Jungschar