"Laudato si" in der Corona-Pandemie aktueller denn je

Um Umweltschutz und Nachhaltigkeit wieder stärker in das Bewussstsein der Menschen zu bringen, hat Papst Franziskus am fünften Jahrestag seiner Umweltenzyklika zu einem „Laudato-si-Jahr“ ausgerufen. Genau zum richtigen Zeitpunkt, findet der Steyler Missionar P. Franz Helm. 

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"Nicht auf Kosten unseres Planeten!" Jugendliche auf der ganzen Welt gingen für den Klimaschutz auf die Straße. (c) Unsplash

„Alles ist miteinander verbunden“ ist eine der Kernaussagen in Laudato si und „wahrscheinlich ist uns das nie so deutlich bewusst geworden, wie jetzt in der Corona-Pandemie“, so Franz Helm SVD, Rektor des Missionshauses St. Gabriel, der in einer Aussendung zum fünfjährigen Jubiläum von „Laudato-si“ Bilanz zieht. Der Text sei „prophetisch“, so spreche der Papst im Schreiben vom Phänomen der Beschleunigung, die unser Leben gefährde. „Die Corona-Krise hat uns nun zum Stillstand gezwungen und gezeigt, dass die Menschen bei akuten Bedrohungen zu drastischen Einschränkungen bereit sind.“

Umwelt mit sozialer Frage eng verknüpft

Franziskus habe in der Enzyklika in bisher nicht gekannter Deutlichkeit aufgezeigt, dass der Schutz der Umwelt und die soziale Frage eng miteinander verknüpft seien. „Er sagt, es gelte den Schrei der Erde und den Schrei der Armen zu hören. Beide sind Opfer einer Ökonomie, die Leben zerstört statt es zu fördern“, so Helm. „Die Menschen in den Ländern des Südens trifft die Klimaerwärmung durch Wetterextreme am härtesten. Das höre ich immer wieder von meinen Mitbrüdern, die in Afrika, Asien und Lateinamerika im Einsatz sind.“ Die Corona-Pandemie stelle eine besondere Gefahr in diesen Ländern dar, in denen es keine Krankenversicherung gibt und es an Medikamenten, Hygieneartikeln und Lebensmitteln mangelt.

„In Amazonien, wo die Indigenen schon vor Corona durch die Abholzung der Wälder, durch Brandrodungen oder die Verseuchung des Wassers mit Quecksilber bedroht waren, sterben jetzt zahlreiche Menschen an COVID-19“, weiß Franz Helm, der selbst als Missionar in Brasilien im Einsatz war. Er macht auf die besorgniserregende Lage in Amazonien auf seiner Facebook-Seite aufmerksam:

Das Laudato-si-Jahr ist für Helm wichtiger denn je. „Es besteht die Gefahr, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Coronakrise hinten angereiht werden.“ Die Wirtschaft müsse wieder angekurbelt werden aber es liege in der Verantwortung der Politik, mit Förderungen klug zu steuern und klimafreundlicher Ökonomie den Vorzug zu geben.

Beginn des Aktionsjahres

Am Sonntag, 24. Mai markierte ein „Gemeinsames Gebet für die Erde und Menschheit“ den Beginn des Aktionsjahres und gleichzeitig das Ende der „Laudato-si-Woche“, in der von 18. bis 24. Mai verstärkt auf die Enzyklika und das kommende Aktionsjahr hingewiesen wurde.

Das „Laudato-si-Jahr“ endet mit 24. Mai 2021, bis dahin sind zahlreiche Initiativen für Umwelt und Nachhaltigkeit geplant. Alle „Menschen guten Willens“ sind dazu eingeladen, sich der Aktion anzuschließen und sich gemeinsam um „unser gemeinsames Haus und um unsere schwächeren Brüder und Schwestern zu kümmern“, so Papst Franziskus.

7-Jahres-Plan und Laudato-si-Preis

Um das Bewusstsein punkto Umwelt und Nachhaltigkeit in der Bevölkerung zu stärken will das päpstliche Dikasterium ein auf sieben Jahre angelegtes Programm mit öffentlichen Aktionen vorlegen, das u. a. an Bistümer, Ordensgemeinschaften, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen versendet wird. Auch ein „Laudato-si-Preis“, der jährlich an besonders verdienstvolle Initiativen der Nachhaltigkeit verliehen werden soll, ist geplant.


Quellen:

Aussendung der Steyler-Missionare
Laudato-si-Woche
Kathpress

[elisabeth mayr]