Steyler Missionarinnen arbeiten in griechischen Flüchtlingscamps

 Fünf Steyler Missionarinnen unterstützten Flüchtlinge in griechischen Lagern, die derzeit dort festsitzen und unter teils extremen Bedingungen leben müssen.

 

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Sr. Ada Lick SSpS bekommt Post aus Österreich und freut sich damit helfen zu können. (c) www.ssps.at

Angesichts der dramatischen Situation in den Flüchtlingscamps müsse Europa "die Türen öffnen und auch andere Länder sind gefordert, Flüchtlinge aufzunehmen", forderte Sr. Ada, die Asylsuchenden in den Lagern mit Lebensmitteln und Medizin versorgt. Die Ordensfrau und gebürtige Steirerin ist seit 2017 in Athen im Flüchtlingsdienst tätig und arbeitet gemeinsam mit vier anderen Steyler Missionarinnen aus Indien, Argentinien und Polen eng mit dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) und deren Freiwilligen zusammen.

Die Zahl der Schutzsuchenden habe seit der Ankunft der Schwestern stark zugenommen, vor allem in den vergangenen Monaten, berichtete Sr. Ada im Gespräch mit der Kooperations-Redaktion der Österreichischen Kirchenzeitungen (Ausgabe 15. März). Gleichzeitig sei die Präsenz der Polizei in den Straßen Athens rapide gestiegen - auch in dem Armenviertel am Rande der Metropole, in dem die Schwestern in zwei Häusern Flüchtlingshilfe leisten, so die ausgebildete Krankenschwester.

Nicht nur die Zahl der Migranten in Griechenland sei größer geworden, auch das Leid und die Not der Menschen, die vor allem aus Afghanistan, Syrien und dem Iran kommen. Die neue konservative Regierung des Landes, die eine strengere und härtere Migrationspolitik fährt als die vorherige, habe bislang keinen klaren Plan bezüglich der aktuellen Situation, kritisierte Sr. Ewa, eine der fünf Steyler Missionarinnen.

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Unendliche Geschichte des Leidens

Was als Flüchtlingskrise im Jahr 2015 begann, "verwandelte sich im Laufe der Jahre in eine lange, unendliche Geschichte des Leidens", sagte Sr. Ewa. Laut Schätzungen des UNHCR sind 2019 mehr als 74.000 Not leidende Menschen, die vor Krieg und Armut in ihrer Heimat geflohen sind, in Griechenland angekommen. Davon verharren mehr als 38.000 Migranten auf fünf Ägäischen Inseln: Lesbos, Samos, Leros, Kos und Chios. Sie warten dort oft Jahre auf ihren Asylantrag.

Die Lebensbedingungen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern seien katastrophal, warnten die Ordenfrauen. Im Camp Moria auf Lesbos befinden sich laut UNHCR-Schätzungen mehr als 18.000 Menschen; im Lager auf Samos mehr als 7000. Freiwillige der Steyler Missionsschwestern schätzen, dass auf Samos 5000 Geflüchtete, die im offiziellen Lager keinen Platz finden, unter extremen Bedingungen außerhalb des Camps in den Wäldern und Olivenhainen dahinvegetieren. Ähnlich ist es auf Lesbos; dort seien die Zahlen, die generell variieren, noch höher.

Griechenland plant, Kunststoff-Barrieren in der Ägäischen See zu installieren, um den primären Seeweg von der Türkei nach Griechenland zu blockieren und sich so vor Migranten abzuschotten. "Die griechische Bevölkerung ist müde, Flüchtlinge zu unterstützen", sagt Sr. Ewa. Die Ordensfrauen zeigten Verständnis, die Mission der Steyler Schwestern sei jedoch die Hilfe für die Schutzsuchenden, die sich in einer katastrophalen Lage befänden und "zum Spielball der Politik gemacht werden".

Die Steyler Missionsschwestern bieten einen besonderen europäischen Freiwilligendienst im Bereich der Flüchtlingsarbeit an den Rändern Europas an (Mission Beyond Borders, MBB). Infos: http://www.ssps.at/missionarin-auf-zeit.html

 

Quelle: kathpress


[Martin Gsellmann]