Ordensfrau stößt interreligiösen Abend an

Gestern fand die Ausstellung „essentials“ von Sr. Heidrun Bauer im Bildungszentrum St. Bernhard statt. Zur Eröffnung fand ein interreligiöses Dialoggespräch rund um das Thema #Loslassenbefreit statt.

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Sr. Heidrun Bauer will mit ihren Bildern das Wirkliche hinter dem Vordergründigen entdecken (c)mschauer

 

„Essentials“ und das Loslassen bedeutet für die Künstlerin das Wesentliche im Leben in den Blick zu nehmen, das, was das Leben wirklich ausmacht. Sie will das „wirklich Wirkliche“ hinter dem Vordergründigen entdecken. „Mir geht es darum, dem Wesentlichen mehr Raum zu geben als dem rein Plakativen, das uns scheinbar immer wieder trennt.“

Mit Beginn der Vernissage gestern sind ab nun rund 30 Bilder im Bildungszentrum St. Bernhard in Wiener Neustadt ausgestellt. Manche Bilder der Serie sind mehrteilig und über einen längeren Zeitraum entstanden.

Das Licht des Nichts

Die Bearbeitungen spiegeln wesentliche Lebens- und Glaubensthemen in abstrakter Form wider und bilden „die ganze bunte Lebenspalette“ ab. Sr. Heidrun betont, dass es sehr bunte Bilder sind in denen keine Farbe ausgenommen ist, weil auch das Leben eben nicht schwarz-weiß, sondern bunt ist: „Es geht mir darum, Menschen dahingehend zu ermutigen, auf ihr Inneres zu hören. Deshalb ist das Titelbild der Ausstellung das Licht des Nichts. Bei dem Bild geht es darum zu erkennen, dass wir im Letzten als Mensch ein Nichts sind. Aber in Verbindung mit Gott sind wir alles.“ Diesen göttlichen Ursprung wieder mehr zu entdecken und den Menschen nahe zu bringen wie wertvoll und kostbar sie sind, ist das Ziel der Künstlerin.

Ausstellung Sr Heidrun 18

Interreligiöses Dialoggespräch

Sr. Heidrun empfindet diese Ausstellung als Highlight in ihrer langjährigen Ausstellungsgeschichte. Sie stellt seit 1999 aus und präsentiert jedes Jahr circa eine Ausstellung. Besonders freut sie, dieses Mal in ihrer unmittelbaren Heimat auszustellen.

Außerdem lag ihr auch der besondere Rahmen des Eröffnungsabends am Herzen. Er begann mit einer Podiumsdiskussion zwischen einer evanglischen Pfarrerin, einer katholischen Ordensfrau und einem muslimischen Religionspädagogen.

Wertschätzung im So-Sein

Unter der Moderation des Bildungszentrumsleiters sprach man über die Gemeinsamkeiten des Spirituellen, „über das was uns im Spirituellen verbindet! Wir haben einander zugehört und einander Raum gegeben und das Verbindende in den Vordergrund gerückt. Das hat mich besonders berührt.“ Alle DiskutantInnen hätten genügend Raum gehabt, mit dem was sie beschäftigt und was uns sie im Innersten bewegt, zu Wort zu kommen. Alle hätten sich wertgeschätzt in ihrem So-Sein.

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Eine Ordensfrau,die künstlerisch so aktiv ist

Dass sie Ordensfrau und gleichzeitig kreativ schaffende Künstlerin sein kann, habe sich innerhalb ihrer Ordensgemeinschaft entwickelt erzählt Sr. Bauer. Es sei ja nicht von heute auf morgen gekommen, sondern habe sich innerhalb der letzten Jahre entwickelt. „Es war am Anfang sicher etwas völlig Neues, dass ich da jetzt meinen Weg gehe als Künstlerin. Aber ich bin ja nicht nur rein künstlerisch tätig, sondern ich verbinde das mit der geistlichen Begleitung.“

Räume zur Selbstentdeckung öffnen

„Mir ist es wichtig einen Raum zu eröffnen, wo Menschen sich selbst entdecken lernen. Und das über ein Format, das so anders ist, als man sich Klöster landläufig vorstellt.“

Ausstellung Sr Heidrun 18

 

Sr. Heidrun Bauer betont, dass sie dankbar ist für ihre Gemeinschaft, die das Künstlerin-Sein ermöglicht. Dass sie diesen so eigenständigen und so unkonventionellen Weg gehen könne als Salvatorianerin: „Unser Ordensgründer hat die Universalität in den Vordergrund gestellt. Er sagte wir sollen alle Mittel einsetzen, wenn wir aus einer tieferen Christusverbundenheit leben. Und da ist die Vielfalt grundgelegt.“

 

[mschauer]