Klemens Maria Hofbauer: ein faszinierender Heiliger

 Am 15. März 2020 jährt sich der Todestag des großen Heiligen und Stadtpatrons von Wien, Klemens Maria Hofbauer. Ein Grund, einen näheren Blick auf diesen faszinierenden  Visionär zu werfen und ihn so vielleicht neu oder besser kennenzulernen. Plus: Festtermine zum Vormerken.

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Maria am Gestade, Grabplatte des hl. Klemens. (c) Nikolaus Krasa

Folgender Beitrag von P. Martin Leitgöb erscheint auch in der nächsten Ausgabe der 'Klemensblätter', der Ordenszeitschrift der Redemptoristen.

Das Jubiläum zur 200. Wiederkehr des Todestages des großen Heiligen unserer Ordensgemeinschaft und Stadtpatrons von Wien steht unmittelbar vor der Türe. In den letzten Monaten wurden die Festfeiern für diesen wichtigen Anlass mit Hochdruck, aber vor allem mit Begeisterung vorbereitet. Es war erfreulich zu sehen, wie Woche für Woche das Interesse und das Engagement der vielen Beteiligten wuchs. Manche haben den hl. Klemens Maria Hofbauer durch ihr Mittun entweder ganz neu entdeckt, andere haben ihn besser kennengelernt, wieder andere verehren ihn schon lange, aber es ist ihnen ein Anliegen, dass der große Redemptoristen-Apostel wieder zu größerer Bekanntheit gelangt. Direkt zu den Fest-Terminen.

Ein faszinierender Heiliger

Oft konnte man in den verschiedenen Vorbereitungsgruppen und -sitzungen hören: „Klemens Maria Hofbauer ist ein faszinierender Heiliger. Seine Botschaft für die Menschen, aber auch für die Kirche in unserer heutigen Zeit ist aktueller denn je“. Was also fasziniert in unserer Gegenwart an diesem Heiligen? Zunächst ist es wohl seine große Menschlichkeit. Der hl. Klemens war zwar ein frommer Kirchenmann, aber er versteckte keineswegs seine Ecken und Kanten, seine Schwächen und Leidenschaften. Darin liegt in unserer Zeit, in welcher „Authentizität“ eine vielfach ersehnte Eigenschaft ist, eine hohe Beispielkraft. Eine wichtige Botschaft von Klemens Maria Hofbauer könnte lauten: „Sei du selbst, lass dich nicht verbiegen, höre auf Gott und folge deinem Herzen!“ Wir brauchen auch in der Kirche möglichst viele authentische Frauen und Männer. Ansonsten wird die Weitergabe der Frohen Botschaft in eine neue Zeit hinein nicht gut gelingen.

Ebenso faszinierend am Menschsein von Klemens Maria Hofbauer ist die Tatsache, dass er zeitlebens seinen Weg gegangen ist, auch wenn es schwer war oder ihm Steine vor die Füße geworfen wurden. Hinzukam, dass er in einer Umbruchszeit lebte – so wie wir heute. Umbruchszeiten sind immer mühsam und kräfteraubend. Die Gefahr der Müdigkeit und Resignation ist groß. Wir erleben das heute in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern, nicht zuletzt in manchen kirchlichen Bereichen. Der hl. Klemens wurde einmal bezeichnet als „ein Mensch, der niemals aufgegeben hat“, und darin liegt eine weitere wichtige, überzeitlich gültige, aber eben auch heute wieder ganz aktuelle Botschaft. Ausgedrückt ist diese Botschaft in den Worten, mit denen er so vielen seiner Zeitgenossen immer wieder Trost zusprach: „Nur Mut, Gott lenkt alles!“

Es müssten hier noch zahlreiche andere Aspekte genannt werden, die den hl. Klemens für heute attraktiv machen. Herausfordernd ist sein Beispiel etwa auch dadurch, dass er sich in seinem ganzen Leben sehr selbstverständlich zwischen verschiedenen Ländern, Sprachen und Kulturen bewegte und damit „ein wahrhafter Europäer“ genannt werden kann. Aber vieles davon wird in den bevorstehenden Festfeiern ohnehin anklingen.

Maria am Gestade, Reliquienaltar des hl. Klemens. (c) Nikolaus Krasa

Ein Jubiläum auf vielen Ebenen

Es braucht nicht weiter begründet zu werden, dass unserer Ordensgemeinschaft der hl. Klemens und damit auch das bevorstehende Jubiläum ein großes Anliegen ist. Auch das Klemens-Hofbauer-Komitee fördert das Andenken an den Wiener Stadtpatron seit Jahrzehnten. Aber in den letzten Monaten war aus so vielen Richtungen zu hören „Wir machen mit! Wir sind auch dabei! Wir unterstützen Euch!“, dass sich daraus ein ganz buntes Bild ergibt. So erwartet uns ein Jubiläum auf unterschiedlichen Ebenen. Einige Initiativen und Ereignisse seien im Folgenden besonders hervorgehoben.

  • Das Schulamt der Erzdiözese Wien hat den hl. Klemens bereits vor einiger Zeit neu entdeckt. Anfang Jänner ist nun eine kindgerechte Broschüre herausgekommen, die den Titel trägt: „Auf den Spuren eines Heiligen – Klemens Maria Hofbauer“. Diese Broschüre wird bei einem großen Aktionstag in der Wiener Innenstadt am 23. April eine wichtige Rolle spielen. Es wird mit 800 Schülerinnen und Schülern gerechnet.
  • In diesem Zusammenhang ist auch ein neues Bildnis des hl. Klemens entstanden. Es stammt von Hofrat Christian Romanek, der nicht nur Fachinspektor für Religion ist, sondern auch ein begabter Künstler. Von ihm stammt eine Porträtzeichnung, die Charakter und Wesen des Stadtpatrons von Wien einfühlsam trifft.
  • Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Schulamt wird es zwischen dem 15. März und dem 23. April eine große Klemensweckerl-Aktion geben. Das traditionelle Gebäck, welches an den Ursprungsberuf des hl. Klemens erinnert, wird von mehreren Wiener Bäckereien angeboten und mit dem Erlös ein Kinderhospiz unterstützt. Wir freuen uns besonders, dass der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig die Patronanz für dieses Projekt übernommen hat.
  • Eine ebenfalls schöne Aktion ist die Errichtung eines Klemens-Pilgerweges, welcher von Tasswitz bis nach Wien führen soll. Dieser Pilgerweg mit über dreißig Stationen/Tafeln (in tschechischer und deutscher Sprache) wird am 14. März eröffnet werden. Federführend ist für dieses Projekt eine von den Caritaseinrichtungen in Retz/NÖ initiierte Gruppe von Klemensverehrerinnen und -verehrern.
  • Ebenfalls in Retz wird am 14. März ein Klemens-Maria-Hofbauer-Platz feierlich eröffnet. Für die Bereitschaft zu dieser Platz-Benennung ist vor allem der Stadtgemeinde Retz herzlich zu danken. Sie erinnert damit an die Tatsache, dass der hl. Klemens aus der Gegend stammte und erwiesenermaßen mindestens einmal in der Stadt nächtigte.
  • Das Klemens-Maria-Hofbauer-Gymnasium in Katzelsdorf wird seinen Schulpatron ebenfalls feiern. An der Schule selbst ist ein Festakt geplant, außerdem wird sich die Schulgemeinschaft zu einer Wallfahrt nach Wien zu den Stätten des hl. Klemens aufmachen.
  • Unser Heiliger war in den letzten Jahren seines Lebens u.a. Rektor der Kirche St. Ursula in der Johannesgasse. Heute ist diese Kirche Bestandteil der Wiener Musikuniversität. Studentinnen und Studenten dieser Universität haben in den letzten Monaten an einer musikalischen Vesper zu Ehren des hl. Klemens gearbeitet. Diese wird am 13. März um 18.00 Uhr in „Radio klassik Stephansdom“ (FM Frequenz 103,7) übertragen. Ein herzlicher Dank gebührt hierbei besonders Univ.-Prof. Wolfgang Sauseng.

Feiern zum Jubiläum

14. März, 11.00 Uhr: Festgottesdienst in Klosterbruck/Znaim mit Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Vojtěch Cikrle (Brünn) stattfinden. Im ehemaligen Prämonstratenserstift Klosterbruck nahe seines Geburtsortes Taßwitz war der hl. Klemens in seinen Jugendjahren als Hausbäcker und gelegentlich auch als Kammerdiener des Abtes tätig.

15. März, 9.15 Uhr:Prozession von Maria am Gestade zum Stephansdom mit anschließendem Festgottesdienst um 11.15 Uhr. Die Predigt beim Festgottesdienst wird der Generalobere der Redemptoristen, P. Michael Brehl, halten.

 

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