Der Netzwerker in Istanbul

Bei einer Bibelrunde hat es "ihn erwischt", sagt der Steirer Alexander Jernej. Er hat die Lazaristen kennengelernt und hat sich der Gemeinschaft angeschlossen. Seit 2015 ist er Superior der Lazaristen in St. Georg in Istanbul und geistlicher Begleiter der Barmherzigen Schwestern. Wie er seine Arbeit in Istanbul versteht, hat er dem steirischen Sonntagsblatt erzählt.

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In Offenheit für die Ökumene verbindend sein als Netzwerker und Verkünder der barmherzigen Liebe Gottes. So versteht Alexander Jernej seine MIssion in Istanbul. Foto: © Gerd Neuhold

 

"Authentisch christlich zu leben und in Respekt für den Islam als Religion der hiesigen Menschen ist und bleibt für alle die Herausforderung", ist der Lazarist überzeugt. "Ich habe in das ökumenische Umfeld hineingefunden und sehe das uneingeschränkt als Teil meiner Berufung an", so Jernej. Seine Fähigkeiten in Sache Ökumene, die er sich bereits in Österreich als Leiter eines ökumenischen Bibelkreises erworben hat, kämen ihm in seiner Aufgabe als Koordinator des ökumenischen Komitees in Istanbul zu Gute.

Viele Bereiche verbinden

In Istanbul, in St. Georg, der ältesten katholischen Kirche, ist die vinzentinische Spiritualität ein besonderes Anliegen des Steirers. Er trägt die pastorale Verantwortung für die Gemeinde, ist Leiter der Hausgemeinschaft der Lazaristen und zusätzlich geistlicher Begleiter der Barmherzigen Schwestern der Provinz Graz-Mitteleuropa. Für die Zukunft hat er einige Projekte, für die er auch das Internet nutzt. „Das Internet bietet Möglichkeiten, ganze Bibliotheken online zu stellen. Ich habe damit begonnen, die deutschsprachige vinzentinische Literatur auf diese Weise zugänglich zu machen. Der Superior muss ein Netzwerker sein, der viele Bereiche miteinander verbindet. Ich möchte das tun mit den Schwerpunkten vinzentinische Familie, vinzentinisches Leben in Istanbul sowie Ökumene.“ Offen für andere zu sein sei die Devise.

Gemeinde als Begegnungsort

Ungefähr 1000 deutschsprachige Katholische leben in Istanbul. Die St. Georgs-Gemeinde ist ein Ort der Begegnung für Österreicherinnen und Österreicher in Istanbul. Zum St. Georgs-Werk gehören auch die Lehrer am St.-Georgs-Kolleg, einer österreichischen Auslandsschule, mehrheitlich von türkischen Staatsbürgern besucht. Daneben gibt es auch noch das St. Georgs-Krankenhaus. In der Pfarre sei es ganz einfach, erklärt Superior Jernej: „Wenn sie getauft sind, dann gehören sie einfach dazu, auch wenn sie nur zu Weihnachten und zu Ostern kommen.“

Seit 1882 wird das St. Georgs-Werk von österreichischen Lazaristen und Barmherzigen Schwestern betreut. Die Gemeinschaft "Werk der Frohbotschaft Batschuns" arbeitet mit den Lazaristen in Istanbul zusammen.

[hwinkler]