Solidarität der Ordensfrauen für die Refugees in der Votivkirche: Dieser Hoffnung wollen wir unsere Stimme leihen

Fürst Mayrhofer 2012 120Die neue Präsidentin der Vereinigung der 120 Frauenorden in Österreich Sr. Dr. Beatrix Mayrhofer hat sich beim Zusammentreffen mit den Hungerstreikenden in der Votivkirche ein Bild gemacht. Sie ruft zu Solidarität, konkreter Hilfe und zur politischen Entscheidung auf. 

„Schwester, bitte, können Sie nicht etwas für Frauen und Kinder tun? Für die Frauen und die Kinder ist es hier zu kalt.”

Das hört Sr. Beatrix Mayrhofer von einem Mann beim Besuch bei den Asylsuchenden in der Votivkirche gestern Samstag und sie sieht selber: “Es ist auch für die Männer zu kalt in der Votivkirche in Wien.” Diese berührende Erfahrung veranlasst die scheidende Präsidentin Sr. Kunigunde Fürst gemeinsam mit Sr. Beatrix Mayrhofer zu folgender Stellungnahme:  

“Es ist kalt für die Asylsuchenden in Österreich. Sie frieren, hungern und hoffen. Dieser Hoffnung möchte ich als Ordensfrau meine Stimme leihen. Ich fordere die politisch Verantwortlichen unseres Landes auf, den Flüchtlingen ein sicheres und menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, ein faires Asylverfahren zu garantieren und sich mit den berechtigten Forderungen der Asylsuchenden ernsthaft auseinanderzusetzen. Es kann nicht sein, dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, während nur einige hundert Meter weiter Silvester gefeiert und auf ein hoffnungsfrohes neues Jahr angestoßen wird. Könnte es sein, dass man den vielen Touristen, die gerade jetzt unsere Stadt als wunderschön und lebenswert erfahren, den Anblick von Elend ersparen möchte?
Wir Ordensfrauen fordern: Setzen wir Menschen nicht aus, sondern setzen wir uns für sie ein!
Frau Ministerin Johanna Mikl-Leitner, setzen Sie ein Zeichen der Hoffnung zum Beginn des neuen Jahres. Kommen Sie selbst in die Votivkirche und reden Sie mit den Menschen.”

Fürst Mayrhofer 2012 300

Sr. Beatrix Mayrhofer wird sich bemühen innerhalb der Frauenorden konkrete Hilfestellungen für die Refugees in Zusammenarbeit mit Caritas und Diakonie zu organisieren: „Es braucht Wärme in der Kirche und das heißt den ununterbrochenen Betrieb von Heizstrahlern, Matten und Decken. Mehr noch brauchen die Refugees menschliche Nähe und Solidarität. Deshalb wollen wir schauen, dass wir ab 2. Jänner bei den Menschen in der Kirche zusammen mit anderen Freiwiliigen anwesend sind.“

Die Vereinigung der Frauenorden Österreichs vertritt rund 4.200 Ordensfrauen, die in 120 Ordensgemeinschaften an 535 Standorten in Österreich tätig sind. Der Wechsel der Präsidentschaft von Sr. Kunigunde Fürst zu Sr. Beatrix Mayrhofer findet zum Jahreswechsel statt.

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