Don Bosco Schwestern: Weltweit im Einsatz für die Menschenrechte

Anlässlich der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen vor 70 Jahren am 10. Dezember 1948 rufen die Don Bosco Schwestern zur Bildung und Begleitung junger Menschen, insbesondere zur Stärkung von Mädchen auf.

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Don Bosco Schwester Maria Grazia Caputo FMA (links), Gründerin des Menschenrechtsbüros in Genf, mit Praktikantinnen und Praktikanten (rechts Nicole Wyszecki aus Österreich). Foto: © Don Bosco Schwestern Genf

Schwester Yvonne Reungoat, Generaloberin der katholischen Ordensgemeinschaft, weiß, dass der Gedenktag nicht nur der Erinnerung dienen darf. Sie regt ihre Mitschwestern dazu an, leidenschaftlich ihr vielfältiges Engagement zum Schutz der Würde von Mädchen und jungen Frauen weiterzuführen.
Schwester Yvonne lenkt den Blick auf die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, auch in Staaten, die die Erklärung unterzeichnet haben. Besorgt sieht sie auf die Zunahme an Gewalt und Konflikten in vielen Ländern. Die Generaloberin wörtlich: „Die Verletzung der Menschenrechte heute führt morgen zu Konflikten. Die Gedenkfeiern haben also auch die Aufgabe, uns an das Unheil und die Katastrophen zu erinnern, die eintreten, wenn diese Rechte verletzt werden.“ Schwester Yvonne stellt auch den Zerfall sozialer Strukturen in westlichen Ländern mit immer größerer Verarmung einzelner Bevölkerungsschichten, Arbeitslosigkeit und Einschränkung der Hilfe für die Ärmeren fest: „Sogar die Demokratie wird mancherorts zur Diskussion gestellt.“

Menschenrechtsbüro in Genf

Die Don Bosco Schwestern sind weltweit hoch sensibel für die Lebenswelten junger Menschen. Ihrem spezifischen Charisma entsprechend sind sie dort vertreten, wo es in der Politik um Bildungs- und Erziehungsfragen geht. Der Kinder- und Jugendorden der katholischen Kirche hat 2003 mit dem Freiwilligendienst VIDES und 2008 als „Internationales Institut Maria Ausiliatrice“ Beratungsstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen erlangt. Zur operativen Umsetzung der Beratung führt er seit 2007 in Genf ein Büro für Menschenrechte, das vorrangig das Recht auf Bildung für alle (Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) fördert, ganz im Sinn der präventiven Pädagogik Don Boscos und Maria Mazzarellos. Den Fokus legen die Schwestern in ihren 1.455 Zentren in 94 Ländern auf Bildungsmaßnahmen für die schwächsten und verletzlichsten Gruppen der Gesellschaft, für Kinder, Jugendliche, Frauen, Flüchtlinge und Migranten, indigene Bevölkerungen und Minderheiten.

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Nicole Wyszecki aus Österreich, Mitglied im VIDES-Vorstand, beim Praktikum im Menschenrechtsbüro in Genf. Foto: © Don Bosco Schwestern Genf

Schwester Yvonne freut sich über das bisher Erreichte. Zusammen mit jungen Praktikantinnen und Praktikanten aus aller Welt gelingt es, während der Sitzungen des UN-Menschenrechtsrats durch „positive Anklagen“ (positive denunciation) und das Aufzeigen von Good-Practice-Beispielen aus Einrichtungen der Don Bosco Schwestern weltweit die Situation der Jugendlichen in den einzelnen Ländern auf die Tagesordnung zu bringen. In Zusammenarbeit mit VIDES International, anderen NGOs und Mitgliederstaaten organisieren sie Side Events, um spezielle Problematiken aufzuzeigen – zuletzt zum Thema: „Girls with no name. Best practices for the reintegration of girls in street situations“.

Umsetzung der Menschenrechte beginnt in der eigenen Gemeinschaft

Die Don Bosco Schwestern setzen sich in jedem Winkel der Welt dafür ein, die Rechte von Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen zu fördern. Das 70-Jahr-Jubiläum der Menschenrechtserklärung ist für sie Anlass, daran zu erinnern, dass die Vermittlung der Menschenrechte vor allem über Bildung geht. Die Erziehung zu den Menschenrechten, so Schwester Yvonne, beginnt vor Ort. Eine Atmosphäre der Wertschätzung, der Aufmerksamkeit und der Verantwortung jeder einzelnen Person gegenüber ist dafür unentbehrlich.  

[hwinkler]