200 Jahre Don Bosco: Mit dem Glauben für die Zukunft der Jugend

2014 08 18 donbosco 120Am 16. August 2014 wurde in Klagenfurt das Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag von Ordensgründer Don Bosco (1815-1888) eröffnet. Gleichzeitig feierte Pater Petrus Obermüller die Amtsübergabe als Leiter der österreichischen Provinz der Salesianer Don Boscos.

Pater Petrus Obermüller folgt als Provinzial Pater Rudolf Osanger nach, der in den vergangenen sechs Jahren die österreichische Provinz „Zu den Heiligen Schutzengeln“ geleitet hat In einem Rückblick auf seine Amtszeit erklärte Pater Osanger, dass es ihm wichtig war, die Arbeitsbereiche der Ordensgemeinschaft effizient und professionell zu organisieren wie in der Jugendsozialarbeit, im Flüchtlingswerk und im Freiwilligendienst – in Zusammenarbeit mit den Don Bosco Schwestern und dem Verein Jugend Eine Welt. Die Mitarbeit von Laien wurde weiter gefördert – auch mit dem neu gegründeten Bildungsforum zur Aus- und Fortbildung. Pater Osanger wörtlich: „Genauso war es mir wichtig, unsere Ordensspiritualität neu zu definieren und bewusster zu leben. Derzeit bereiten sich sieben junge Mitbrüder und ein Novize auf die Priesterweihe bzw. einen Einsatz unter der Jugend vor.“

Weltweite Feiern

Die Don Bosco Familie feiert im kommenden Jahr weltweit dankbar den 200. Geburtstag ihres Gründers. P. Osanger abschließend: „In diesen Dank stimme ich am Ende meiner Amtszeit ein. Ich bin sehr dankbar und froh, dass zusammen mit der Don Bosco Familie und mit Hilfe unserer Mitarbeiter vieles im Geist Don Boscos zum Wohl junger Leute gelungen ist. Meinem Nachfolger P. Petrus Obermüller wünsche ich die Kraft, anstehende Herausforderungen mutig anzugehen, am Puls der Zeit und am Herzen der Jugend zu bleiben.“

Provinzial Obermüller: Freude am Glauben und der Einsatz für Jugendliche in Not

Provinzial P. Obermüller will den Weg seines Vorgängers fortsetzen und den Menschen in einer konsumorientierten Welt zeigen, dass es einen alternativen Weg gibt, Lebenssinn zu finden und Freude zu erfahren: den Weg Jesu Christi. P. Obermüller betont: „In besonderer Weise ist die Freude am Glauben für mich - im Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Generationen – spürbar in den Pfarren und Häusern, im Volontariat in Ländern des Südens und in unseren Hilfswerken. Der Weg mit Don Bosco und im Glauben bereichert das Leben. Diese gute Botschaft zu vermitteln, ist mir ein großes Anliegen.“ Besonders wichtig ist Provinzial Obermüller die Hilfe für Kinder und Jugendliche in Not. Pater Obermüller weiter: „Die Salesianer und die Don Bosco Bewegung tragen dazu ihren Teil in Österreich und in der weltweiten Gemeinschaft bei. Dazu will ich weiterhin junge Menschen aber auch Erwachsene einladen. Ich bin überzeugt, dass jeder die Chance hat, die Welt ein Stück zu verbessern. So verstehe ich die Nachfolge Jesu Christi im Geist Don Boscos, gerade jetzt im Jubiläumsjahr zu seinem 200. Geburtstag.“

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V.l.n.r.: Regionalrat Don Tadeusz Rozmus SDB, P. Rudolf Osanger SDB, Provinzial P. Petrus Obermüller SDB

Ein Heiliger feiert den 200. Geburtstag

Don Bosco war Priester und Seelsorger, Sozialarbeiter und Ordensgründer. In der italienischen Industriemetropole Turin begegnete er arbeitslosen und sozial entwurzelten Jugendlichen. Er holte sie von der Straße und nahm sie in seinem „Oratorium“, einem offenen Jugendzentrum, auf. Für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen betrachtete er vier Elemente als wesentlich: Geborgenheit, Freizeit, Bildung und Glaube. Am 31. Jänner 1888 starb Johannes Bosco. Er wurde 1934 heiliggesprochen und wird weltweit als Schutzpatron der Jugend verehrt. Im kommenden Jahr wird an seinen Einsatz für benachteiligte junge Menschen erinnert. Papst Franziskus wird zu Feiern in Turin erwartet ebenso wie alle Salesianerbischöfe – unter ihnen die beiden Österreicher Diözesanbischof Ludwig Schwarz SDB aus Linz und der emeritierte Erzbischof von Salzburg Alois Kothgasser SDB. Für die Jugend gibt es ein eigenes Fest direkt am 200. Geburtstag Don Boscos in genau einem Jahr am 16. August 2015.

Don Bosco Bewegung: Damit das Leben junger Menschen gelingt

In 132 Ländern setzen sich heute rund 15.300 Salesianer Don Boscos und 13.300 Don Bosco Schwestern im Sinne ihrer Gründer für Kinder und Jugendliche am Rande der Gesellschaft ein: in Jugend- und Ausbildungszentren, Schulen und Universitäten sowie in der Pfarrseelsorge – überall dort, wo sie jungen Menschen im Geist Don Boscos nahe sein und ihnen als Erzieher und Seelsorger Lebens- und Glaubenshilfe anbieten können.

Engagement auch in Österreich

Auch in Österreich engagiert sich die Don Bosco Bewegung mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besonders für benachteiligte Jugendliche. Derzeit betreuen die Salesianer und die Don Bosco Schwestern Kindergärten und Schulen, leiten Pfarren und Jugendzentren, führen Studenten- und Schülerwohnheime und laden in der Salesianischen Jugendbewegung zu zahlreichen Freizeitaktivitäten und religiösen Angeboten ein. Den sozialen Herausforderungen kommen weitere Partnerorganisationen nach: Die Salesianer und Don Bosco Schwestern sind mit dem Verein Jugend Eine Welt Träger des Don Bosco Flüchtlingswerks. Das Don Bosco Flüchtlingswerk betreut unbegleitete, minderjährige Asylwerber. In diesem Hilfswerk engagieren sich zahlreiche Jugendliche ehrenamtlich. Die Vereine Volontariat bewegt (ebenfalls in Mitträgerschaft von Jugend Eine Welt) und VIDES organisieren Freiwilligeneinsätze für junge Erwachsene und unterstützen Projekte in den Ländern des Südens.

Kurzbiographie Provinzial Pater Petrus Obermüller SDB: Jugendseelsorger und Provinzial

P. Petrus Obermüller SDB (52) stammt aus Hellmonsödt/OÖ. Mit elf Jahren kam er als Schüler ins Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf. Mit 20 Jahren legte er seine ersten Ordensgelübde ab. Pater Petrus studierte Theologie und Sozialpädagogik in Benediktbeuern, arbeitete als Erzieher im Lehrlingsheim Linz  und verbrachte sein Diakonatsjahr in Klagenfurt St. Josef. P. Obermüller wurde 1991 zum Priester geweiht und war dann Erziehungsleiter im Kinderdorf St. Isidor/OÖ. Seit 1993 lebt er in Wien: Zunächst war er Erzieher und Studentenseelsorger im Salesianum in Neuerdberg. Seit 1995 begleitet er die Ausbildung der Freiwilligenhelferinnen und -helfer für den Einsatz in Don Bosco Projekten in Ländern des Südens. Der Salesianer war in der Jugendseelsorge  und im Büro für Öffentlichkeitsarbeit tätig. Zehn Jahre leitete er das Studentenheim Don Bosco. In dieser Zeit gründete eine Gruppe Freiwilligenhelferinnen und -helfer das Oratorium „Sale für alle“ für die offene Kinder- und Jugendarbeit. Provinzial P. Obermüller konnte bereits auf internationaler Ebene viele Kontakte schließen, einerseits durch das Volontariat anderseits durch die Jugendseelsorge.

Kurzbiographie Pater Rudolf Osanger SDB: Jugendseelsorger und Musiker

P. Rudolf Osanger SDB (64) wurde im niederösterreichischen Scheibbs geboren. Mit zehn Jahren lernte er die Salesianer im Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf kennen und trat 1967 in den Orden ein. Nach der Matura war er zwei Jahre lang Erzieher im Salesianum in Wien. Nach dem Studium der Theologie und Sozialpädagogik an der Ordenshochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern führte ihn das Diakonatspraktikum in die Pfarre Wien-Neuerdberg. Als Priester arbeitete  P. Osanger in Amstetten und in Klagenfurt St. Josef und im ersten Team des Don Bosco Hauses. Der begeisterte Liedermacher war zwölf Jahre lang Pfarrer in Klagenfurt St. Josef. Für seine Initiativen in der sozialen Jugendarbeit wurde er mit der Ehrenurkunde des Landes Kärnten ausgezeichnet. Ein Jahr war P. Osanger Direktor im Jugendbildungszentrum  Don Bosco Haus in Wien-Unter St. Veit, bevor er von 2008-2014 die österreichische Provinz der Salesianer Don Boscos leitete. Eine neue Aufgabe führt ihn mit Herbst 2014 als Hausdirektor in das Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf. Außerdem wird P. Osanger die Jugendseelsorge der Salesianer leiten.

Quelle Foto: Hamberger/Don Bosco

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