Papst spricht französischen Jesuiten Peter Faber heilig

2013 12 18 Faber-PorträtDie katholische Kirche hat einen neuen Heiligen: Der französische Jesuit Peter Faber, eigentlich Pierre Favre (1506-46), ist am Dienstag von Papst Franziskus ins Verzeichnis der in der ganzen Weltkirche als Vorbild verehrten Persönlichkeiten aufgenommen worden.

Franziskus, der selbst Jesuit ist, hatte den Ordensbruder in seinem ersten Interview im September als eines seiner großen geistlichen Vorbilder gewürdigt. Der Papst habe damit die bislang schon bestehende Verehrung Fabers ausgeweitet, teilte der Vatikan mit. Eine offizielle Heiligsprechungszeremonie ist damit nicht mehr erforderlich.

Petrus Faber, am 13. April 1506 in Savoyen in der Nähe von Genf geboren, setzte den größten Teil seines Lebens für eine kirchliche Erneuerung nach der Reformation ein. Er war der erste Jesuit, der deutschen Boden betrat. Faber starb am 1. August 1546 in Rom, wenige Monate nach Martin Luthers Tod.

Faber war Mitbegründer der Gesellschaft Jesu

Faber gehörte zusammen mit Ignatius von Loyola (1491-1556) und Franz Xaver (1506-1552) zu den drei bedeutendsten Persönlichkeiten in der kleinen Gruppe Pariser Studenten, aus der später die Gesellschaft Jesu entstand. Er wirkte in Italien, Spanien und schließlich in Köln, wo er 1544 zusammen mit Petrus Canisius die erste Jesuitenniederlassung gründete. An Reichstagen und Religionsgesprächen, an denen er teilnahm, setzte er sich für Milde und Toleranz gegenüber den Protestanten ein.

Franziskus, der selbst Jesuit ist, hatte den Ordensmitbruder in seinem ersten Interview im September als eines seiner großen geistlichen Vorbilder gewürdigt. Der Papst habe damit die bislang schon bestehende Verehrung Fabers ausgeweitet, teilte der Vatikan mit. Eine offizielle Heiligsprechungszeremonie ist damit nicht mehr erforderlich. Der Papst war im langen Herbstinterview mit der Zeitschrift "Civilta Cattolica" auf Faber eingegangen, er würdigte ihn aber auch im neuen Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium".

"Patron der Exerzitien"

Der Frankfurter Kirchenhistoriker und Jesuit Prof. P. Klaus Schatz erläuterte im "Radio Vatikan"-Gespräch (Mittwoch), dass Faber in Worms, Regensburg, Mainz und Köln auf einen Katholizismus getroffen sei, der "noch lebendig war". Diese Städte "wollten irgendwie noch katholisch bleiben". Dennoch sei "natürlich vieles an Defizit und an Reformbedürftigkeit und Mängeln" offensichtlich gewesen. Es sei die Zeit der "letzten und schließlich erfolglosen Versuche der Versöhnung zwischen der katholischen und den sich etablierenden protestantischen Kirchen" gewesen.

Fabers Deutschlandaufenthalte seien nicht geplant gewesen, so der Historiker. Der Franzose sei mehr oder weniger zufällig nach Deutschland gekommen, in Begleitung des kaiserlichen Gesandten Pedro Ortiz, mit dem er eigentlich nach Spanien reisen sollte. Bei den Religionsgesprächen in Worms und Regensburg 1540/41) sei Faber aber "mit der desolaten Situation des Katholizismus - oder der Reste des Katholizismus in Deutschland" - konfrontiert gewesen. "Seine Bedeutung besteht eigentlich darin, dass er erkennt, dass das Entscheidende ist, geistlich anzusetzen: durch Individualseelsorge und speziell durch seine Exerzitien", so Schatz.

Von Ignatius von Loyola sei das Lob überliefert, dass Faber von allen, die er kenne, die Exerzitien am besten begleiten könne.

Fabers berühmtester geistlicher Schüler, der dann auch Jesuit wurde, sei der spätere Heilige und Kirchenlehrer Petrus Canisius geworden. Dieser habe zeitlebens seinen Respekt vor Faber bekundet. "Faber kann also als Patron der Exerzitien gelten", resümierte Schatz. 

Quelle Text: kathpress

[rs]