Steyler Missionsschwestern: Erstprofess in der neuen europäischen Provinz

Sr. Anne-Sophie Dessouroux beim Ablegen ihrer Gelübde. © Ernaldo Serra
Ein Funkeln in den Augen und ein Lächeln auf den Lippen – wer Sr. Anne-Sophie Dessouroux an diesem 31. Januar 2026 begegnete, wurde angesteckt von dem, was sie an diesem Tag ausstrahlte: überwältigendes Glück, große Freude und tiefe Dankbarkeit. Im Mutterhaus in Steyl feierte Sr. Anne-Sophie ihre Erstprofess mit ihrer Familie, ihren Mitschwestern, Freund:innen, Weggefährt:innen und dem in:spirit-Team.
„Vor dir stehn wir, um dir zu singen/in großer Freude und in Dankbarkeit“ – Mit dem feierlichen Einzug in die große und fast vollbesetzte Kirche im Herz-Jesu-Kloster in Steyl begann der Festtag. Als Zelebrant hatte Sr. Anne-Sophie P. Hans-Martin Rieder SJ, Direktor des Kollegs Sankt Blasien im Schwarzwald, eingeladen, mit dem sie schon lange verbunden ist und der sie auf ihrem Weg in unsere Missionskongregation geistlich begleitet hat.
In ihrer Begrüßung sprach die Provinzleiterin Sr. Anna-Maria Kofler über den Leitsatz, den Sr. Anne-Sophie für ihre Erstprofess ausgesucht hatte: „Allein Gott kann Dein Herz ausfüllen!“ Es ist ein Ausspruch von Helena Stollenwerk, Mutter Maria, eine der Mitgründerinnen der Kongregation. „In der Zeit seit deinem Eintritt durftest du erfahren, dass sich für dich in unserer Gemeinschaft ein Weg eröffnet, auf dem du Gott immer mehr als den erfahren darfst, der allein dein Herz ausfüllen kann. Diese Erfahrung lässt dich heute Ja sagen zu einer Lebensform, die die Lebensform Jesu war“, sagte Sr. Anna-Maria Kofler, die sich ebenfalls sichtlich freute, dass eine ihrer ersten Amtshandlungen als Leiterin der neuen europäischen Provinz eine Erstprofess war.

P. Hans-Martin Rieder SJ spendet den Professsegen. © Ernaldo Serra
Mehr Leben erschließen als verschließen
Über die Lebensform sprach auch Sr. Christine Müller in ihrer Predigt, die als Postulatsleiterin Sr. Anne-Sophie begleitet hat, und bezog sich dabei auf das Gleichnis vom Weinstock (Joh 15,1-9): „Deine Profess heute besteht darin, liebe Anne-Sophie, dass du öffentlich versprichst, dein Leben an drei evangelischen Räten auszurichten, und damit am gesamten Evangelium, an Christus. Diese Räte gelten natürlich für alle Christinnen und Christen – wie wir Ordensleute sie leben, ist aber für viele Menschen in unseren westlichen Gesellschaften fremd. Dass da jemand freiwillig seine Freiheit beschneiden lässt, seinen Umgang mit Macht, Geld, Sexualität – wieso denn das? Es stimmt, es wird etwas beschnitten. Armut, Gehorsam und ehelose Keuschheit schließen einen Verzicht ein. Die Räte wollen aber viel mehr Leben erschließen als verschließen, sie umfassen eine ganze Lebenskultur. Um im Bild zu bleiben: wie die Rebzweige kultiviert, also geschnitten, gesäubert, geführt werden usw., helfen die Räte bei der Kultivierung unserer menschlichen Grundausstattung auf Gott hin. Sie sind ein konkreter Weg, wie das Bleiben in Christus gelebt werden kann, weil Jesus selbst so gelebt hat.“
Zur Person
Sr. Anne-Sophie Dessouroux ist 38 Jahre alt und gebürtige Belgierin. Sie wuchs mit einer großen Liebe zu Pferden auf und entwickelte früh eine Leidenschaft für die Geige. Auf der Suche nach ihrer Berufung führte ihr Weg sie schließlich in den Orden. Ihre Ausbildungszeit verbrachte sie unter anderem in Frankfurt, Berlin und Volkenroda. Nun beginnt ein neuer Abschnitt: Sr. Anne-Sophie wird in der Kommunität in Innsbruck leben und dort ihr Theologiestudium fortsetzen.
Quelle: Steyler Missionsschwestern