Abtbenediktion von Norbert Mario Lesovsky

Norbert Maria Lesovsky erhielt von Kardinal Christoph Schönborn die Abtbenediktion. (c) Werner Bittenauer / EDW
Am 2. Februar – dem Hochfest Darstellung des Herrn und „Tag des geweihten Lebens“ – wurde Norbert Maria Lesovsky in einem feierlichen Gottesdienst zum 58. Abt des Prämonstratenserstifts Geras benediziert. Kardinal Christoph Schönborn leitete die liturgische Feier und überreichte dem neuen Abt im Rahmen der Abtbenediktion (umgangssprachlich „Abtweihe“) die Ordensregel des hl. Augustinus sowie Ring, Mitra und Stab als Zeichen seines Hirtenamtes.
Unter den zahlreichen Gästen aus Kirche und Politik begrüßte die Waldviertler Klostergemeinschaft unter anderem den Generalabt der Prämonstratenser, Jos Wouters, sowie Generalvikar Christoph Weiss als Vertreter der Diözese St. Pölten. Auch zahlreiche Äbte heimischer Stifte, ökumenische Delegationen und Vertreter regionaler Institutionen würdigten mit ihrer Teilnahme die Bedeutung dieses Ereignisses für das kirchliche Leben im Waldviertel.

Teil der Abtbenediktion: Prostration – der neue Abt liegt während der Anrufung der Heiligen als Zeichen der Hingabe vor Gott. (c) Screenshot / Stift Geras Abtbenediktion
Predigt: Der Weg über die Armen
In seiner Predigt betonte Kardinal Schönborn die Grundhaltung des Gebets und die Bedeutung des Gottvertrauens. Er legte dem neuen Abt die Liebe zu den Armen ans Herz: „Ohne den Weg über die Armen finden wir Jesus nicht“, so Schönborn. Dies gelte für alle Christinnen und Christen gleichermaßen.
Schönborn warnte zudem: Zum Amt eines Bischofs oder eines Abtes gehört immer auch ein Stück Leid. Es liegt jedoch an der Gemeinschaft, „ob wir einander das Leid vermehren oder es verringern“. Er wünschte der Gemeinschaft von Geras ein gutes Miteinander, damit sie das Evangelium glaubwürdig bezeugen kann.
Ein Dienst ohne „Regierungsprogramm“
Abt Lesovsky unterstrich am Ende des Gottesdienstes in seinen Dankesworten, dass er sein neues Amt als Dienst verstehe. Er habe kein „Regierungsprogramm“, da er schließlich kein Regent sei, aber einen großen Wunsch:
„Ich wünsche mir, dass unser Stift ein Ort bleibt, wo die Gegenwart Gottes spürbar ist; wo Stille und Gastfreundschaft einander die Hand reichen; wo die Menschen Frieden finden, weil wir selbst den Frieden suchen, der aus dem Gebet erwächst. In einer Welt, die laut ist, wollen wir leise Zeugen sein; in einer Zeit, die schnell ist, wollen wir standhalten in Geduld; in einer Gesellschaft, die das Ich vor das Wir stellt, wollen wir zeigen, dass Gemeinschaft möglich ist und heilend wirkt.“

Kardinal Schönborn überreichte Lesovsky Ring, Hirtenstab, Mitra und die Ordensregel. (c) Screenshot / Stift Geras Abtbenediktion
Waldviertler Stift mit langer Geschichte
Der 1959 in Steyr geborene Lesovsky wurde bereits im Oktober 2025 für eine Amtszeit von neun Jahren gewählt. Er löst damit Prälat Conrad Kurt Müller ab, der das Amt seit 2020 innehatte. Zuvor war Lesovsky als Pfarrer in der vom Orden betreuten Pfarre Gatterhölzl in Wien-Meidling tätig.
Die Prämonstratenser leben nach dem Vorbild und der Regel des hl. Augustinus. Der Orden wurde 1120/21 vom hl. Norbert von Xanten in Prémontré bei Laon in Nordfrankreich gegründet. Das Stift Geras selbst entstand um 1135 als Tochterkloster von Seelau (Mähren) durch die Gründung von Ekbert und Ulrich von Pernegg. Einst bildete es mit dem zehn Kilometer entfernten Frauenkloster Pernegg, das heute als Fasten- und Seminarzentrum dient, ein Doppelkloster.
Neben der Pfarrseelsorge wirken die Ordensleute von Geras heute in Schulen, der Erwachsenen- und Jugendbildung.