Ordensleute feiern „Tag des geweihten Lebens“

Auf unterschiedliche Art feierten die diözesanen Ordenskonferenzen den „Tag des geweihten Lebens“. Es gab vielerorts – wie hier in Innsbruck – reichlich Gelegenheit zum Austausch und gemütlichen Beisammensein.(c) Sr. Judit Nötstaller
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Diözese Feldkirch
Zum Tag des geweihten Lebens sprach Bischof Benno Elbs den Ordensleuten, die in Vorarlberg leben und wirken, einen besonderen Dank aus. In einer gemeinsam mit Äbtissin Maria-Stella Krimmel, Ordensreferentin der Diözese, veröffentlichten Botschaft würdigte er das Ordensleben als eines, das sichtbar macht, „dass der Mensch nicht zuerst und allein durch sein Tun und seine Leistung definiert ist, sondern durch sein Angenommensein vor und von Gott“. Weiters betonten beide: „Euer Gebet und Euer Dasein, Eure Gastfreundschaft und Euer Dienst in Wort und Tat machen auf unterschiedlichste Weise die Botschaft des Evangeliums in unserer Diözese erfahrbar.“
Diözese Graz-Seckau
Am Samstag, 31. Jänner 2026 feierte Weihbischof Johannes Freitag die Vesper zum Tag des geweihten Lebens im Grazer Dom und gratulierte allen Ordensfrauen und Ordensmännern, die ein besonderes Jubiläum feierten. Jeder und jedem wurde eine Kerze des Dankes entzündet. Auch Bischof Wilhelm Krautwaschl meldete sich mit einer Botschaft, um seinen Dank auszusprechen. Mit ihrem „Da-Sein vor Gott“ und ihrem Einsatz in Seelsorge, Gesundheit, Schulwesen und Arbeitswelt würden sie das Leben am Laufen erhalten, sagt der Bischof. Orden seien „Horte von Bildung und Kultur, wichtige Arbeitgeber und touristische Ziele“, und es gilt: „Ohne sie wären wir arm dran und deshalb sage ich ein herzliches Vergelt's Gott an alle Ordensleute und all jene, die in den Gelübden der Evangelischen Räte leben.“
Tag des geweihten Lebens im Grazer Dom. (c) Christian Brunnthaler
Diözese Gurk-Klagenfurt
Am 1. Februar trafen sich die Ordensleute im Bildungshaus der Sodalitas in Tainach. Den Auftakt bildete ein Impulsreferat von Bischof Josef Marketz, das sich an der Pastoraltagung in Salzburg „Verletzlich – berührbar: Christliche Perspektiven zur Verwundbarkeit“ orientierte. In der Methode des synodalen Gesprächs konnten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen miteinander teilen. Den Abschluss des Tages bildete ein fröhlicher Austausch, angeregt durch ein vorzügliches Buffet.
Eindrücke aus Tainach. (c) Sr. Pallotti Findenig
Diözese Innsbruck
In der Diözese Innsbruck fand bereits am 30. Jänner 2026 eine feierliche Vesper in der Stiftskirche Wilten statt. Hauptzelebrant war Abt Leopold Baumberger. Die Predigt hielt der Jesuit Toni Witwer, der daran erinnerte, „dass Ordensleben in der Nachfolge Jesu steht, der mit unserer Schwäche mitfühlt“. Anhand des Hebräerbriefes ermutigte er dazu, mit Vertrauen und Zuversicht auf die Gnade Gottes die eigene Berufung täglich neu zu leben. Daraus erwächst die Bereitschaft, den Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen nahe zu sein. Für die Mitmenschen da zu sein, beschreibt den Kern dieser Berufung.
Fotos (Slideshow) der Feierlichkeiten zum Tag des geweihten Lebens aus der Diözese Innsbruck. © Sr. Judit Nötstaller
Im Anschluss traf man sich zur Agape im Abt-Schuler-Saal zum gemütlichen Beisammensein und Austausch.
Diözese Linz
Ca. 80 Ordensfrauen und Ordensmänner sowie Mitglieder von Säkularinstituten der Diözese Linz feierten am Samstag, 31. Jänner 2026, den Tag des geweihten Lebens bei den Kreuzschwestern in Linz.
Der Nachmittag begann mit einem Vortrag von Sr. Maria Schlackl SDS und P. Hans Eidenberger SM von „Aktiv gegen Menschenhandel – aktiv für Menschenwürde“. Unter dem Titel „Geweihtes LEBEN – ein Widerspruch zum Geschäft mit der WARE MENSCH“ beleuchteten sie die Realität von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Österreich. Konkrete Lebensgeschichten von betroffenen Frauen aus Osteuropa und Afrika zeigten eindrücklich, dass Menschenhandel und Prostitution keine Randphänomene sind, sondern mitten unter uns geschehen. Der Vortrag endete mit einem klaren Appell: Zivilcourage zeigen, Bewusstsein schaffen und politisch handeln, um Menschenhandel und sexualisierte Ausbeutung wirksam zu bekämpfen.
Eindrücke vom Tag des geweihten Lebens bei den Linzer Kreuzschwestern. (c) Sr. M. Anna Pointinger
Nach der Vesper bot der Tag viel Zeit für Begegnung, Austausch und Stärkung.
Diözese St. Pölten
Am Sonntag, 1. Februar, trafen sich die geistlichen Frauengemeinschaften im Kloster der Marienschwestern in Klein Erla. Sr. Huberta Rohrmoser gestaltete einen geistlichen Impuls, anschließend folgten eine gemeinsame Vesper und eine Agape.
Eindrücke vom Tag des geweihten Lebens. (c) Kirche bunt / Wolfgang Zarl
Erzdiözese Salzburg
In Salzburg trafen sich die Ordensleute zu einer gemeinsamen Vesper am 31. Jänner 2026 bei den Barmherzigen Schwestern in Mülln, der Erzbischof Franz Lackner vorstand. Anschließend luden die Schwestern zu einer Agape und zum Austausch.
Erzdiözese Wien
In der Erzdiözese Wien feierte der neue Erzbischof Josef Grünwidl am 30. Jänner um 16 Uhr eine feierliche Vesper im Stephansdom. In seiner Predigt zum Tag des geweihten Lebens rückte er die geistliche Wachsamkeit und die Liebe als Kern christlicher Nachfolge in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt war das Evangelium vom wachsamen Diener. Wachsamkeit sei eine Grundhaltung für alle, die Christus folgen wollen, sagte Grünwidl.
„Das Gebet, die Stille, das Hinhören auf Gottes Wort – das macht uns innerlich wach“, betonte er. Das tägliche Gebet sei das „gegürtete Gewand“, das Ordensleute bereit mache, aufmerksam und bewusst zu leben.
Kritik äußerte Grünwidl an der verbreiteten Frage nach der Zahl der Mitglieder einer Gemeinschaft. Diese sei gut gemeint, aber übergriffig und mache Ordensleute kleiner, als sie seien. Zugleich warnte er davor, Orden zu überhöhen oder sie als „wahre Christen“ gegenüber der Diözese herauszustellen. „Lasst euch nicht kleiner und nicht größer machen, als ihr seid“, sagte der Erzbischof.
Ordensleute sollten ihre Berufung „dankbar, selbstbewusst und mit Demut – dem Mut zum Dienen“ leben.
Eindrücke von der Feier mit Erzbischof Grünwidl aus dem Stephansdom. (c) Schönlaub
Die Vesper wurde aufgezeichnet und kann hier nachgesehen werden.
Diözese Bozen-Brixen
Mit einer feierlichen Vesper in der Franziskanerkirche in Bozen beging die Diözese am Sonntag, 1. Februar 2026, den Tag des geweihten Lebens. Die zweisprachige Feier wurde von Bischof Ivo Muser geleitet und bot zugleich Anlass, Kanonikus Tullio Poli als neuen diözesanen Referenten für Orden und Ordensgemeinschaften vorzustellen. Er folgt auf Sr. Mirjam Volgger, die nach Rom berufen wurde.
Bischof Ivo Muser mit Tullio Poli sowie Eindrücke von der Vesper in der Franziskanerkirche. (c) Diözese Bozen-Brixen
Tullio Poli arbeitete viele Jahre im Vatikan und ist seit seiner Rückkehr nach Südtirol im Jahr 2021 Domkapitular in Brixen, Aushilfspriester und geistlicher Begleiter.
Der „Tag des geweihten Lebens“
Die katholische Kirche begeht am 2. Februar weltweit den „Tag des geweihten Lebens“. Papst Johannes Paul II. führte den Tag, der jährlich am Fest der Darstellung des Herrn gefeiert wird, im Jahr 1997 ein, um die Wertschätzung von Orden und anderen Gemeinschaften geistlichen Lebens zu fördern.