Neue Perspektive für das Kloster Thurnfeld in Hall

Nach dem letzten Sonntagsgottesdienst in der Klosterkirche Thurnfeld: Ordensreferentin Sr. Ilsemarie Weiffen rscj, Bischof Hermann Glettler, Karin Purner, Diözesanarchivar Martin Kapferer und Burgi Schweinberger (v.l.). (c) Schöch/dibk.at
Die Salesianerinnen-Gemeinschaft hatte sich im vergangenen Jahr aufgelöst: Sr. Luzia verstarb am 1. März 2025, Sr. Krystina ging im November zurück in ihre Heimat Kroatien und Sr. Bernadette übersiedelte ins „Haus zum guten Hirten“ in Hall, wo sie eine gute Pflege erhält und auch mit Freude am religiösen Angebot teilnehmen kann.
Bischof Glettler bedankte sich bei der kleinen Gottesdienstgemeinde, die in den letzten Jahren zusammen mit den Ordensfrauen gefeiert hatte. Sein besonderer Dank galt Burgi Schweinberger und Karin Purner, die neben ihrer Sorge für die Schwestern auch für Kirche, Sakristei und den kleinen Friedhof verantwortlich waren. Der Bischof ermutigte die kleine Gemeinschaft zum Abschluss, in Zukunft die zahlreichen Sonntagsgottesdienste in den Ordensgemeinschaften und in der Stadt Hall zu nutzen.
Zukünftige Nutzung: Diözesanes Archiv
In absehbarer Zeit werden die Planungsarbeiten für die zukünftige Nutzung des Klosters Thurnfeld beginnen, bzw. fortgesetzt werden, teilte die Diözese Innsbruck mit. Ein Architektenwettbewerb sei bereits erfolgreich durchgeführt worden. In den großzügigen Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters soll das diözesane Archiv und Depot für Papierarchivalien sowie Kunst- und Kulturgüter errichtet werden. Diese Investition sei laut Diözese Innsbruck notwendig, weil nicht alle Pfarren die Möglichkeit haben, ihre historischen Dokumente und Kulturgüter den konservatorischen Notwendigkeiten entsprechend zu lagern. Ebenso sei die Errichtung von Wohnmöglichkeiten für die Mitglieder des Vereins Emmaus vorgesehen, der am Klosterareal eine alternative Landwirtschaft betreibt.
Geistlicher Ort über Jahrhunderte
Mit dem letzten Sonntagsgottesdienst ging in Hall ein Kapitel zu Ende: Seit 1525 war Thurnfeld mit einer Unterbrechung von 70 Jahren stets ein geistlicher Ort. Zunächst durch die Augustinerinnen, dann durch die Stiftsdamen des Haller Damenstifts und in den letzten 160 Jahren durch die Salesianerinnen vom Orden der Heimsuchung. Seit dem 19. Jahrhundert führten die Schwestern ein Internat für Mädchen, das jedoch in den 1960er-Jahren zum Salesianischen Bubenheim umgestaltet wurde.
Quelle: Diözese Innsbruck